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Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betreibt seit Beginn der 90er
Jahre in den durch intensiven Bergbau gekennzeichneten Regionen
Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens Messnetze zur Ermittlung von
Radonkonzentrationen (Rn-222) im Freien. Ziel der Untersuchungen war die
Beantwortung der Frage, ob infolge der bergbaulichen Tätigkeiten eine
Situation entstanden ist, die aus Strahlenschutzgründen Maßnahmen
erforderlich macht. Das erforderte neben der Schaffung eines
Gesamtüberblicks über die Radonkonzentrationen in den betroffenen
Gebieten vor allem die Ermittlung des natürlichen Konzentrationsniveaus
als Voraussetzung für die Bestimmung des bergbaubedingten Anteils.
Wegen der meteorologisch bedingten Veränderungen (z. B. tages- und
jahreszeitlichen Variationen) sind für die Erfassung gesicherter
Mittelwerte Messungen über längere Zeiträume erforderlich. Dafür wird
vom BfS ein passives Messsystem auf der Basis von
Festkörperspurdetektoren eingesetzt. Das Messsystem besitzt für eine
halbjährliche Expositionszeit eine Erkennungsgrenze der Radonkonzentration
von ca. 5 Bq/m³. Die Messunsicherheiten einer Einzelmessung
liegen, bezogen auf eine Radonexposition von ca. 80 kBq.h/m³,
bei etwa ±20% (bei einer statistischen Sicherheit von 95%).
Im Rahmen des Messprogrammes wurde in einem Zeitraum von 1991 bis 2004
in 17 Messnetzen an 584 Messpunkten die Radonkonzentration ermittelt.
Eine Übersicht über alle in Siedlungsgebieten ermittelten Jahreswerte
der Radonkonzentration bietet die in Abbildung 1 dargestellte
Häufigkeitsverteilung. Zusammenfassend lässt sich Folgendes
feststellen:
- Die Variationsbreite der Jahreswerte ist sehr groß und umfasst
Werte von 5 bis 1700 Bq/m³ (gemessen unmittelbar am Fuß einer Halde).
- Die Mehrzahl der Messergebnisse liegt im unteren Bereich der
Radonkonzentrationen. So sind z. B. etwa 90% aller Jahreswerte kleiner
als 40 Bq/m³.
- Etwa 1/3 aller Jahreswerte liegen in einem Bereich zwischen 10 und 15 Bq/m³.
- Hohe Radonkonzentrationen werden nur selten gemessen (z. B. Werte > 100 Bq/m³ nur in etwa 1% aller Fälle).
Der Einfluss bergbaulicher Hinterlassenschaften, z. B. Halden,
Absetzanlagen, Abwetterschächte u.ä. auf die Radonkonzentration im
Freien lässt sich je nach Art und Höhe der Radonfreisetzung nur in der
näheren Umgebung dieser Anlagen nachweisen. Eine großräumige
Beeinflussung der Radonkonzentration konnte dagegen nicht festgestellt
werden.
Die Bestimmung der natürlichen Radonkonzentration erfolgte an
bergbaulich unbeeinflussten Messpunkten der Messgebiete. Im Ergebnis
dieser Messungen wurde ein Mittelwert von 16 Bq/m³ bei einer
Standardabweichung von 7 Bq/m³ bestimmt, wobei die einzelnen
Jahreswerte der natürlichen Radonkonzentration zwischen 5 Bq/m³
und 50 Bq/m³ schwanken.
Abbildung 1: Häufigkeitsverteilung aller in Siedlungsgebieten
ermittelten Jahreswerte der Radonkonzentration im Freien in
Bergbaugebieten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens (Ergebnisse
von Messungen des BfS mit halbjährlich exponierten Kernspurdetektoren
in einem Zeitraum von 1992 bis 2004)
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