Einführung eines Mammographie-Screening-Programms in Deutschland - Nutzen und Risiko

Erwägungen zu Nutzen und Risiko

Aus: Radiologe 2005 (45):245-254

Mit freundlicher Genehmigung des Springer-Verlages

Zusammenfassung

Für Frauen zwischen 50 und 70 Jahren stellt die Röntgenmammographie die gegenwärtig effektivste Methode einer frühzeitigen Entdeckung von Brustkrebs dar. Qualitätsgesicherte, in regelmäßigen Abständen durchgeführte Mammographieuntersuchungen können die Mortalitätsrate von an Brustkrebs erkrankten Frauen deutlich senken. Im Jahre 2002 hat der Deutsche Bundestag dem Antrag zugestimmt, auch in Deutschland ein Mammographiescreening nach den europäischen Leitlinien durchzuführen. Der Nutzen eines Mammographiescreeningprogramms wird zum Teil kontrovers diskutiert. Die häufigsten Kritikpunkte sind eine hohe Rate falschpositiver Befunde sowie die sog. Überdiagnostik.

Auch wird gegen die Einführung eines Mammographiescreenings häufig der Einwand erhoben, dass das durch die Untersuchungen hervorgerufene Strahlenrisiko zu hoch sei. Im Folgenden wird aufgezeigt, dass für Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren das Strahlenrisiko nicht den bestimmenden Faktor in der Screeningdiskussion darstellt. Im Gegensatz zum lange Zeit in Deutschland vorherrschenden "grauen Screening" wird durch ein standardisiertes, qualitätsgesichertes Screening sichergestellt, dass die Rate falsch positiver Befunde so niedrig wie möglich gehalten wird und die Abklärungsdiagnostik für die Betroffenen effektiv und minimalinvasiv ist.

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