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Ionising Radiation > Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS) > ODL-Messnetz
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Messnetz zur Überwachung der Gamma-Ortsdosisleistung
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No English version available.
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Deutschlandkarte mit ODL-Daten vom 24. November 2011.
Die aktuellen Messdaten erhalten Sie, wenn Sie auf die Karte klicken. Die Daten werden täglich aktualisiert.
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Der Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung ist ein wichtiger Bestandteil des staatlichen Vorsorge- und Schutzsystems. Hierfür betreibt das BfS das umfassende Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS). Es soll die Umweltradioaktivität kontinuierlich in allen Umweltbereichen überwachen, bei einem Unfall die radioaktive Kontamination der Umwelt schnell erfassen und die zu erwartende Strahlenbelastung der betroffenen Menschen abschätzen.
Bundesweites ODL-MessnetzAls eine der wichtigsten Messeinrichtungen betreibt das BfS auf Grundlage des Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StrVG) ein bundesweites Messnetz zur großräumigen Ermittlung der äußeren Strahlenbelastung durch kontinuierliche Messung der Gamma-Ortsdosisleistung (ODL).
Das ODL-Messnetz besteht aus 1.800 ortsfesten, automatisch arbeitenden
Messstellen, die flächendeckend in einem Grundraster von rund 20 x 20 Kilometer über Deutschland verteilt sind. In einem Radius von 25 Kilometer beziehungsweise 100 Kilometer um kerntechnische Anlagen ist das Netz dichter angelegt.
Im Routinebetrieb wird mit dem Messnetz die natürliche Strahlenbelastung gemessen, der der Mensch ständig ausgesetzt ist. Sie setzt sich zusammen aus der Strahlung der überall im Boden vorkommenden natürlichen radioaktiven Stoffe (Radionuklide) wie zum Beispiel Uran, Thorium oder Kalium-40 (terrestrische Strahlung). Ein Element in der natürlichen Zerfallskette des Uran-238 ist das Radon. Als Edelgas diffundiert es aus Böden und gelangt als natürliche Strahler in die Atmosphäre. Daneben ist der Mensch einer natürlicher Strahlung ausgesetzt, die ihren Ursprung im Weltraum hat und abgeschwächt durch die Atmsphäre die Erdoberfläche erreicht (Höhenstrahlung, kosmische Strahlung).
Die ODL wird in der Messgröße Umgebungs-Äquivalentdosisleistung
bestimmt und in der Einheit Mikrosievert pro Stunde angegeben.
Die natürliche ODL bewegt sich in Deutschland je nach örtlichen
Gegebenheiten zwischen 0,05 und 0,18 Mikrosievert pro Stunde. Die äußere
Strahlenbelastung ist an einem Ort weitgehend konstant. Kurzzeitige Erhöhungen bis auf etwa das Doppelte des natürlichen Pegels treten auf, wenn radioaktive Folgeprodukte des
natürlich vorkommenden radioaktiven Edelgases Radon durch Niederschläge
aus der Atmosphäre ausgewaschen und am Boden deponiert werden. Eine
Abschwächung der terrestrischen Strahlung ergibt sich zum Beispiel bei
Schneebedeckung des Bodens.
MessdatenDie ODL-Messsonde erfasst die Umgebungsstrahlung in
einer Referenzhöhe von einem Meter über dem Boden. Der von einem
Mikroprozessor gesteuerte Messwertsender speichert die Messwerte der
Sonde und bildet hieraus Mittelwerte.
Die vor Ort ermittelten Messdaten werden mindestens einmal pro Tag automatisch an die Messnetzknoten übertragen. Sie stehen nach einer Qualitätssicherung (zum Beispiel Bereinigung um Daten aus defekten Sonden) somit täglich zur weiteren Analyse und Auswertung in IMIS zur Verfügung.
Wichtige FrühwarnfunktionDas ODL-Messnetz ist wichtig für die Notfallvorsorge. Die Sonden befinden sich rund um die Uhr im Messbetrieb. Zusätzlich zu der täglichen Datenübertragung sind die Sonden mit einer Benachrichtigungsfunktion ausgestattet: Sie benachrichtigen die Datenzentralen des BfS sofort automatisch, sobald der gemessene Radioaktivitätspegel bestimmte Schwellenwerte überschreitet. Die Fachleute des BfS analysieren die Meldungen umgehend. Dies stellt sicher, dass eine Erhöhung der Strahlung unverzüglich bemerkt wird. Die Schwellenwerte berücksichtigen dabei den natürlichen örtlichen Untergrund, die statistischen Schwankungen des Detektors, sowie langfristige Schwankungen, wenn zum Beispiel eine Schneedecke die Strahlung des Bodens teilweise abschirmt.
Das ODL-Messnetz besitzt somit eine wichtige Frühwarnfunktion, um
erhöhte radioaktive Kontaminationen in der Luft in Deutschland schnell
zu erkennen. Die Sonden können bei Bedarf alle 10 Minuten abgefragt werden. Dadurch können die Fachleute des BfS bei einem Unfall die Ausbreitung einer radioaktiven Schadstoffwolke nahezu in Echtzeit verfolgen, so dass die
betroffenen Gebiete und die Schwere eines Ereignisses sehr schnell
bestimmt werden können. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um rechtzeitig gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten. Um auf alle Szenarien vorbereitet zu sein, ermöglicht das installierte
System Messungen der ODL in einem extrem weiten Bereich von 0,05 Mikrosievert pro Stunde
bis 5 Sievert pro Stunde.
IIm Falle eines nuklearen Notfalls in Deutschland könnte das BfS mit Hilfe von Prognosemodellen auf der Basis von Wetter- und Freisetzungsprognosen vorhersagen, wie sich eine radioaktive Wolke in den kommenden drei Tagen ausbreiten wird und welche Strahlenbelastung für Menschen und Umwelt in betroffenen Gebieten daraus resultieren können. Im einzelnen sind folgende Informationen wichtig:
- Welche Gebiete sind betroffen und wie hoch sind die Belastungen?
- Welche Radionuklide spielen eine Rolle und wie hoch sind die Aktivitäten in der Umwelt?
- Wie hoch ist die daraus resultierende aktuelle und die zu erwartende Strahlenbelastung der Menschen in den betroffenen Gebieten?
Die
zuständigen Behörden von Bund und Ländern könnten dann
schnell entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind, um die
Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen der Radioaktivität zu
schützen.
Aktuelle Messwerte online ansehen
Auf http://odlinfo.bfs.de zeigt eine Karte die Gamma-Ortsdosisleistung an circa 1.800 Messsonden des Radioaktivitätsmessnetzes des BfS als Tagesdurchschnittswerte, gemittelt über 24 Stunden. Die Messwerte werden täglich von Experten auf mögliche Besonderheiten und Fehler durch defekte Sonden geprüft und anschließend an das IMIS übergeben. Danach erfolgt eine automatische Aktualisierung der Messdaten auf http://odlinfo.bfs.de.
Europäische InformationsplattformSämtliche Nachbarländer verfügen über ähnliche Messnetze zur Überwachung der Gamma-Ortsdosisleistung, deren Daten über die Europäische Informationsplattform http://eurdep.jrc.ec.europa.eu abgerufen werden können. Im Fall eines Unfalls im Ausland würden auch diese Messnetze rechtzeitig warnen, noch bevor die Radioaktivität das deutsche Messnetz erreicht.
Aktuelle MessdatenWeitere Informationen
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