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No English version available. Im zytogenetischen Labor des BfS in Neuherberg besteht die Möglichkeit, eine Dosisabschätzung bei überexponierten oder vermutlich überexponierten Personen mittels biologischer Indikatoren vornehmen zu lassen.
Methode: Chromosomenaberrationsanalyse an Lymphozyten des peripheren BlutesAls Methode wird die Chromosomenaberrationsanalyse an Lymphozyten des peripheren Blutes eingesetzt. Das dizentrische Chromosom hat sich in vielen Studien als der derzeit zuverlässigste und empfindlichste biologische Indikator für eine Exposition mit ionisierender Strahlung erwiesen. Das dizentrische Chromosom ist als Indikator für eine Strahlenexposition am besten geeignet, weil es eine niedrige spontane Häufigkeit aufweist und für ionisierende Strahlung charakteristisch ist. Die Nachweisgrenze für eine homogene Ganzkörperbestrahlung liegt bei 0,1 Gray (Gy) für locker ionisierende Strahlung.

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Dizentrisches Chromosom (dic) mit begleitendem Fragment (ace) in menschlichem Lymphozyt
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Im BfS existieren Dosiseffektkurven für verschiedene Strahlenqualitäten und Dosisraten. Aus umfangreichen Untersuchungen an gesunden, nicht strahlenexponierten Personen steht für die spontane Häufigkeit an verschiedenen Chromosomenaberrationen eine umfangreiche Kontrollgruppe zur Verfügung.
Ablauf einer Analyse
Zum Nachweis einer akuten Strahlenbelastung wird routinemäßig die Häufigkeit an dizentrischen Chromosomen bestimmt und anhand der Kalibrierkurven eine Dosisabschätzung vorgenommen, falls eine statistisch abgesicherte (signifikante) Erhöhung im Vergleich zur spontanen Häufigkeit festgestellt wird.
Vor einer Blutentnahme sollte mit dem BfS (siehe unten) Kontakt aufgenommen werden, um vorab die Art der vermuteten Strahlenexposition zu besprechen und zu klären, ob eine Chromosomenanalyse mit dem Ziel der Dosisabschätzung durchführbar ist.
Wird eine Analyse in Betracht gezogen, sendet das BfS ein Blutentnahmesystem in Verbindung mit einem Fragebogen zur Person und zum Unfallhergang zu. Nach Blutentnahme und Versand werden im Labor Lymphozytenkulturen angelegt und nach zwei bis drei Tagen die Chromosomenpräparate hergestellt. Daran schließt sich die morphologische Beurteilung der Chromosomen an.
Gründe für eine Chromosomenanalyse
Gründe für eine Chromosomenanalyse liegen vor, wenn
- bei einer Strahlenexposition oder einer vermutlichen Strahlenexposition kein Dosimeter getragen wurde,
- aufgrund der Überwachung eine Überschreitung der Ganzkörperdosis von 100 Millisievert (0,1 Sievert) abgeschätzt wurde,
- sich bei der Auswertung der physikalischen Strahlenschutzüberwachung Unstimmigkeiten ergeben und eine unabhängige Informationsquelle benötigt wird,
- eine vermutliche Dosisbelastung ausgeschlossen werden soll, zum Beispiel wenn eine Dosis auf dem Dosimeter aufgezeichnet wurde aber der Träger gar nicht exponiert war.
Die Bundesländer haben die Möglichkeit, diese Dienstleistung kostenfrei in Anspruch zu nehmen. Andernfalls wird mit einem Vertrag eine Vergütung der Nutzleistung geltend gemacht.
Vorbereitende Kontaktaufnahme
Vor einer Dosisabschätzung anhand einer Chromosomenanalyse sollte mit dem BfS Kontakt aufgenommen werden. Ansprechpartner sind:
- Frau Kulka
Telefon: 03018 333-2210
Fax: 03018 333-2205
E-Mail: ukulka@bfs.de
- Herr Romm
Telefon: 03018 333-2214
Fax: 03018 333-2205
E-Mail: hromm@bfs.de
- Frau Oestreicher
Telefon: 03018 333-2213
Fax: 03018 333-2205
E-Mail: uoestreicher@bfs.de
Anschrift:-
Bundesamt für Strahlenschutz
AG SG 1.1 (Biologische Dosimetrie)
Ingolstädter Landstr. 1
85764 Oberschleißheim / Neuherberg
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