Electronic Article Surveillance


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Warensicherungsanlagen in Kaufhäusern sollen den Diebstahl von Waren verhindern. An den zu sichernden Waren wird je nach Art des Gegenstands ein hartes Etikett oder ein Klebeetikett befestigt. Wird dieses Etikett nicht entfernt oder deaktiviert, bevor die Detektoranlage durchschritten wird, so wird ein Alarm ausgelöst.

Techniken zur Erkennung der Etiketten an den Waren

Zur Zeit sind viele verschiedene Techniken im Einsatz, die zur Detektion der Etiketten entweder niederfrequente Magnetfelder oder hochfrequente elektromagnetische Felder (siehe Tabelle "Quellen hochfrequenter Strahlung") verwenden und dabei mit kontinuierlichen Signalen oder mit unterschiedlichen Pulsformen arbeiten. Genaue Informationen über die verwendeten Frequenzen und Pulsformen sowie über die Intensität der verwendeten magnetischen oder elektromagnetischen Felder stehen in vielen Fällen nicht zur Verfügung.

Grundsätzlich arbeiten alle Systeme nach dem gleichen Prinzip: Meist im Kassenbereich oder am Ausgang des Geschäftes befindet sich der Überwachungsbereich in Form eines magnetischen oder elektromagnetischen Feldes. Dieses entsteht dadurch, dass ein Sender nieder- oder hochfrequente Signale an einen Empfänger schickt. Wird ein aktives Sicherungsetikett durch den Überwachungsbereich bewegt, so wird das Feld zwischen Sender und Empfänger gestört und ein Alarm erzeugt.

Die Funktionsweise der Geräte bedingt, dass sich der Bereich der höchsten Feldstärke zwischen Sender und Empfänger befindet. Außerhalb des Überwachungsbereiches nimmt die Feldstärke mit zunehmender Entfernung rasch ab.

Warensicherungsanlagen können hohe Expositionen verursachen

Expositionsmessungen ergaben, dass bei Anlagen, die mit niederfrequenten Feldern arbeiten, zwischen Sender und Empfänger Pulsspitzen mit einer magnetischen Flussdichte von über 100 Mikrotesla (µT) auftreten können. Die von der "Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung" (ICNIRP) empfohlenen Referenzwerte für die allgemeine Bevölkerung wurden in vielen Fällen überschritten. Auch bei Anlagen, die im Frequenzbereich zwischen 8,8 und 10,2 Megahertz (MHz) arbeiten, wurden Überschreitungen der empfohlenen Referenzwerte für die Bevölkerung festgestellt. Für den Frequenzbereich zwischen 2400 und 2500 MHz liegen keine Informationen vor.

Die Referenzwerte sind so festgesetzt, dass eine Überschreitung nicht in jedem Fall eine Überschreitung der Basisgrenzwerte für die Körperstromdichte beziehungsweise für die Energieaufnahme zur Folge hat. Um dies zu prüfen, müssen detailliertere Untersuchungen durchgeführt werden. Die Expositionen sind aber in der Regel sehr kurz, somit sind gesundheitliche Gefährdungen für die allgemeine Bevölkerung durch Warensicherungsanlagen eher unwahrscheinlich.

Empfehlungen für Personen, die aktive und passive Körperhilfen tragen

Für Träger aktiver oder passiver Körperhilfen (zum Beispiel Herzschrittmacher, Infusionspumpen oder metallische Implantate) sind besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig.
Falls Sie zu diesem Personenkreis gehören, sollten Sie sich in jedem Fall beim behandelnden Arzt darüber informieren, ob bei ihrem Gerät eine Beeinflussung durch Warensicherungsanlagen möglich ist. Vorsichtshalber sollten Sie sich nie länger als unbedingt nötig im Feldbereich aufhalten, das heißt die Anlagen so zügig wie möglich durchschreiten und sich im Fall von Warteschlangen im Kassenbereich nicht zwischen den Detektoren aufhalten.

Um das Risiko einer Beeinflussung von aktiven und passiven Körperhilfen durch Warensicherungsanlagen so gering wie möglich zu halten, sollten Hersteller Personen, die medizinische Implantate tragen, verstärkt auf mögliche Beeinträchtigungen durch solche Anlagen aufmerksam machen. Krankenkassen und Ärzte sollten den betroffenen Patienten ebenfalls geeignete Informationen zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sind weitere Kenntnisse über die Ursachen der Beeinflussung medizinischer Implantate nötig, um deren Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Störungen zu verringern.

Es ist zu erwarten, dass die Zahl derartiger Anlagen weiter zunimmt und dass die Anwendungsmöglichkeiten durch eine Weiterentwicklung der Technik (als "Radio Frequency Identification", RFID bezeichnet) noch ausgeweitet werden. So ist es bereits jetzt möglich, bestimmte Informationen in den Warenetiketten zu speichern und damit zum Beispiel Inventur und Bezahlung zu vereinfachen oder den Weg bestimmter Güter zu verfolgen.

Bundesamt für Strahlenschutz unterstützt weitere Forschung

Im Rahmen des Umweltforschungsplans geht das BfS aktuellen einschlägigen Fragestellungen im Vorhaben „Bestimmung der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern, die durch den Einsatz von Radio Frequency Identification (RFID)-Technologien entstehen“ nach. Ein erster Zwischenbericht, der unter anderem eine Marktübersicht und das Ergebnis einer Literaturrecherche enthält, steht zum Download als PDF-Datei (300 kB) bereit.

Hersteller von Warensicherungsanlagen sollten mehr Informationen über ihre Geräte zur Verfügung stellen

Unabhängig davon sollten Hersteller entsprechender Anlagen mehr Informationen über die technischen Eigenschaften der Anlagen zur Verfügung stellen, um dem Strahlenschutz eine Beurteilung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen zu ermöglichen. Außerdem muss eine möglichst geringe Exposition der Bevölkerung durch derartige Anlagen bereits bei der Entwicklung verstärkt berücksichtigt werden. Zu berücksichtigen ist dabei auch die Belastung des Personals an solchen Arbeitsplätzen. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nicht nur durch die Detektoren, sondern auch durch die Geräte zur Aktivierung und Deaktivierung der Etiketten exponiert.