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Statische sowie niederfrequente elektrische und magnetische Felder (siehe auch Grundlagen) begegnen uns im Alltag in vielfältiger Form.
Statische elektrische und magnetische Felder
Quellen statischer elektrischer und magnetischer Felder sind
z.B. Gleichspannungsanlagen, elektrifizierte Verkehrssysteme, die mit
Gleichstrom betrieben werden (z.B. Straßenbahnen), Magnetschwebebahnen,
Lautsprecheranlagen, Dauermagneten z.B. an Namensschildern, und
auch die sog. "Magnetheilmittel" wie Magnetpflaster, Magnetkissen,
-decken, -bänder oder -gürtel.
Ein natürliches statisches Magnetfeld ist das Erdmagnetfeld
mit einer magnetischen Flussdichte von etwa 40 Mikrotesla (µT). Der Mensch
kann dieses Feld nicht spüren. Zugvögel und einige Fische besitzen jedoch
spezielle Sinnesorgane zur Wahrnehmung dieses Feldes und nutzen dies zur
Orientierung bei ihren Wanderungen.
Statische Magnetfelder werden auch in der bildgebenden medizinischen Diagnostik verwendet. Bei der Magnet-Resonanz-Tomographie
(MRT oder nuclear magnetic resonance - NMR) ist der Patient u.a. auch statischen
Magnetfeldern ausgesetzt. Die empfohlenen Richtwerte zur Begrenzung der
Exposition am Arbeitsplatz liegen bei magnetischen Flussdichten von 2 Tesla
(T) für den Kopf und / oder Rumpf und von 5 T für Extremitäten.
Niederfrequente elektrische und magnetische Felder
Der Bereich der niederfrequenten Felder umfasst elektrische
und magnetische Wechselfelder mit Frequenzen zwischen 1 Hz und
100 kHz. Im Alltag ergibt sich die Exposition der Bevölkerung
hauptsächlich durch die elektrischen und magnetischen Felder, die durch die
Stromversorgung mit 50 Hz und die elektrifizierten Verkehrssysteme wie Eisenbahnen
mit 16,7 Hz entstehen.
Die Stromversorgung erfolgt vielerorts mittels Hochspannungsfreileitungen.
Dabei treten in der Umgebung von Leitungen niederfrequente elektrische
und magnetische Felder auf.
Häuser, Erhebungen im Gelände oder Bewuchs können zu Verzerrungen des elektrischen Feldes unter Hochspannungsfreileitungen führen.
Das elektrische Bahnstromnetz wird in Deutschland mit einer
Frequenz von 16,7 Hz betrieben. Die Grenzwerte für diese
Anlagen liegen bei einer elektrischen Feldstärke von 10 kV/m und
einer magnetischen Flussdichte von 300 µT.
Elektrifizierte Strecke der Eisenbahn.
Hier wie auch bei den Hochspannungsfreileitungen gilt, dass mit
zunehmendem Abstand die elektrische und magnetische Feldstärke rasch
abnimmt. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass das Baumaterial
der Hauswände bis zu 90 Prozent des von außen auf das Haus
wirkenden elektrischen Feldes nach innen abschirmen kann, während eine
Abschirmung gegen äußere Magnetfelder in Gebäuden ohne großen Aufwand
nicht möglich ist.
Haushaltsgeräte und Elektroinstallationen
Niederfrequente elektrische und magnetische Felder werden auch
durch Haushaltsgeräte und Elektroinstallationen im Haus erzeugt. Die Sicherheit von Geräten wird in Deutschland in
Produktnormen auf der Basis der Produktsicherheitsgesetze geregelt. Soweit in
diesen Normen auch eine Beurteilung der möglichen gesundheitlichen Wirkungen der
elektrischen und magnetischen Felder erfolgt, wird dafür meist die Grenzwertempfehlung
des Rates der Europäischen Union herangezogen.
Elektrische Feldstärken in der Umgebung von Haushaltsgeräten
liegen in der Regel weit unterhalb dieser Grenzwertempfehlungen. Lediglich
unmittelbar an der Oberfläche einiger Geräte treten lokal hohe Feldstärkewerte
auf - beispielsweise bei verschiedenen Rasierapparaten oder Fönen. Da die
Feldverteilung räumlich sehr inhomogen ist, treten die Spitzenwerte nur
punktuell auf. Allgemein nehmen die Feldstärken mit jedem Zentimeter Entfernung
vom Gerät erheblich ab.
Dies ist auch bei den magnetischen Flussdichten zu beobachten:
im Gebrauchsabstand von rund 30 cm sind die magnetischen
Flussdichten der meisten Haushaltsgeräte verschwindend gering und
spielen für die gesundheitliche Bewertung keine Rolle. In der
nachfolgenden Tabelle sind repräsentative Werte magnetischer
Flussdichten von Haushaltsgeräten bei unterschiedlichen Abständen
aufgeführt.
Repräsentative Werte magnetischer Flussdichten von Haushaltsgeräten in unterschiedlichen Abständen
gemessen in Mikrotesla (µT), Gebrauchsabstände in Fettdruck |
| Gerät |
3 cm |
30 cm |
1 m |
| Haarfön |
6 - 2000 |
0,01 - 7 |
0,01 - 0,3 |
| Rasierapparat |
15 - 1500 |
0,08 - 9 |
0,01 - 0,3 |
| Bohrmaschine |
400 - 800 |
2 - 3,5 |
0,08 - 0,2 |
| Staubsauger |
200 - 800 |
2 - 20 |
0,13 - 2 |
| Leuchtstofflampe |
40 - 400 |
0,5 - 2 |
0,02 - 0,25 |
| Mikrowellengerät |
73 - 200 |
4 - 8 |
0,25 - 0,6 |
| Radio (tragbar) |
16 - 56 |
1 |
< 0,01 |
| Küchenherd |
1 - 50 |
0,15 - 0,5 |
0,01 - 0,04 |
| Waschmaschine |
0,8 - 50 |
0,15 - 3 |
0,01 - 0,15 |
| Bügeleisen |
8 - 30 |
0,12 - 0,3 |
0,01 - 0,03 |
| Geschirrspüler |
3,5 - 20 |
0,6 - 3 |
0,07 - 0,3 |
| Computer |
0,5 - 30 |
< 0,01 |
|
| Kühlschrank |
0,5 - 1,7 |
0,01 - 0,25 |
< 0,01 |
Fernsehgerät (Röhrengerät)
|
2,5 - 50 |
0,04 - 2 |
0,01 - 0,15 |
| Bereits in 30 cm Abstand von den meisten Geräten wird der Wert der Grenzwertempfehlung von 100 µT deutlich unterschritten. |
Quelle: Berichte der Strahlenschutzkommission (SSK), Heft 7, 1997 "Schutz vor niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern der Energieversorgung und -anwendung"
Im Rahmen einer Studie des BfS, die im Zeitraum von Mai 1996 bis
Juni 1997 zur "Erfassung der niederfrequenten magnetischen Exposition
der Bürger in Bayern" im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für
Landesentwicklung und Umweltfragen durchgeführt wurde, zeigte sich,
dass bei 24-stündigen Messungen mittels am Körper tragbarer
Personendosimeter für das magnetische Feld bei 50 Hz ein
arithmetischer Mittelwert für alle untersuchten Personen von 0,101 µT und ein Medianwert von 0,047 µT erreicht wurden
(s. nachstehende Tabelle).
Magnetfeldexposition
für die allgemeine Bevölkerung (repräsentativ für die Siedlungsstruktur
im Bayern) aufgrund der 50 Hz Stromversorgung
Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz
| Magnetische Flussdichte in µT |
Personen |
Mittelwert
µT |
Median
µT |
95% Perzentil
µT |
| 24h-Exposition |
1.952 |
0,101 |
0,047 |
0,308 |
| Exposition im Haus |
1.941 |
0,090 |
0,063 |
0,215 |
| Exposition in der Nacht |
1.926 |
0,095 |
0,092 |
0,144 |
| Großstadt, 24h |
370 |
0,115 |
0,061 |
0,314 |
| ländlich, 24h |
432 |
0,077 |
0,035 |
0,261 |
| Einfamilienhaus |
1.227 |
0,092 |
0,059 |
0,218 |
| Hochhaus |
51 |
0,097 |
0,076 |
0,116 |
| 24h Daten: im Büro Tätige |
624 |
0,107 |
0,049 |
0,338 |
| Handwerker / Arbeiter |
148 |
0,166 |
0,049 |
0,628 |
| nicht Erwerbstätige |
922 |
0,093 |
0,046 |
0,258 |
| direkte Nähe zu 16,7 Hz Oberleitungen |
190 |
0,156 |
0,102 |
0,436 |
Es ergab sich weiterhin aus der Studie, dass die nächtliche
Exposition auffällig höher lag, wenn sich das Messgerät in
unmittelbarer Nähe z. B. eines Radioweckers befand. Aber auch in
solchen Fällen wurde ein relativ geringer Medianwert von nur
0,146 µT erreicht (nicht in der oben stehenden Tabelle
aufgeführt).
Für Bürger in den Zentren der Städte ergaben sich geringfügig
höhere Werte (0,12 µT) als für Bewohner ländlicher Gebiete (unter
0,1 µT). Selbst bei Personen, die in der Umgebung von
Hochspannungsleitungen wohnen, zeigten sich kaum Unterschiede - auch
bei ihnen wurde nur eine mittlere Exposition von 0,11 µT gemessen.
Erstmals konnte bei dieser Untersuchung auch der Einfluss der
Exposition durch Bahnstromanlagen dosimetrisch ermittelt werden. Für
190 Personen, die in der Nähe einer Bahnstrecke wohnten, betrug der
Mittelwert 0,16 µT bei 16,7 Hz; der Medianwert lag bei
0,1 µT.
Beispiel Bahnstromanlagen:
Tagesgang der magnetischen Flussdichte (16,7 Hertz) für eine
Person, die unmittelbar an einer Bahnstromanlage lebte und dort auch
arbeitete (von 7.30 bis 10 Uhr). Deutlich ist der Zeittakt
vorbeifahrender Züge zu erkennen, zwischen 0 und 3 Uhr fuhren
keine Züge.
Vorsorgemaßnahmen
Auf Grund bestehender wissenschaftlicher Unsicherheiten bezüglich möglicher gesundheitlicher Auswirkungen schwacher niederfrequenter Felder spricht sich das BfS für folgende Vorsorgemaßnahmen aus:
- Die Betreiber von Gleichspannungs- und
Niederfrequenzanlagen sind dazu aufgefordert, die Emission statischer
sowie niederfrequenter elektrischer und magnetischer Felder im Rahmen
des technisch Möglichen zu reduzieren.
- Die weiterführende Forschung muss verstärkt werden.
- Die Öffentlichkeit muss verstärkt über den derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand aufgeklärt werden.
Jeder von uns kann individuell vorsorgen. Dazu gehört:
- Elektroinstallationen gut isoliert unter Putz legen;
- Elektrische Geräte nach Gebrauch vollständig abschalten und nicht
im "Standby"-Modus belassen.
Dies gilt insbesondere für Fernsehgeräte und Stereoanlagen;
- Elektrische Geräte, die nachts
im Schlafbereich eingesetzt werden (wie z.B. Babyphone und netzbetriebene
Radiowecker), mit Abstand zum Bett platzieren.
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