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Außer den bekannten Quellen elektrischer und magnetischer
Felder im Alltag gibt es noch einige sehr spezielle Anwendungen, die ebenfalls
statische oder niederfrequente Felder in ihrer Umgebung hervorrufen. Eine
vergleichsweise neue Technologie, mit deren zunehmender Verbreitung in naher
Zukunft zu rechnen ist, sind z. B. elektrisch angetriebene Kraftfahrzeuge.
Magnetfeldstärken in mehreren rein elektrisch angetriebenen oder mit einem Elektro-Hybridantrieb
ausgestatteten Fahrzeugen wurden in einem vom BfS beauftragten
Forschungsvorhaben gemessen und bewertet. Der vollständige Abschlussbericht des
Forschungsvorhabens ist in der BfS-Schriftenreihe „Ressortforschungsberichte
zur kerntechnischen Sicherheit und zum Strahlenschutz" veröffentlicht und
steht dort zum Download
(PDF 9,5 MB) bereit.
Andere Quellen sind z. B. Warensicherungsanlagen in Kaufhäusern oder Anwendungen in der Medizin:
Elektrotherapie und Magnetfeldtherapie
In der Elektrotherapie wird niederfrequenter Wechselstrom vor allem zur Schmerzlinderung, zur Stimulation von Muskeln und zur Durchblutungsförderung genutzt. Der Strom wird in der Regel über auf die Haut geklebte Elektroden appliziert.
Bei der Magnetfeldtherapie werden die Ströme nicht durch
Elektroden appliziert, sondern durch ein magnetisches Wechselfeld im Körper
induziert. Die Magnetfeldtherapie wird zur Schmerzlinderung,
Durchblutungsförderung, Verbesserung der Wund- und Knochenheilung und positiven
Beeinflussung der Nervenregeneration angewandt. Sie zeigt aber nicht bei allen
Patienten und Patientinnen eine Wirkung. Der mögliche Wirkmechanismus ist unbekannt
und ein ursächlicher Wirkungszusammenhang mit den magnetischen Feldern umstritten.
Auf dem Markt gibt es frei verkäufliche Geräte zur
Magnetfeldtherapie, deren Nutzen allerdings fraglich ist. Grundsätzlich sind medizinisch erforderliche
Therapiemaßnahmen nur unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen.
Die Magnet-Resonanz-Tomographie ist ein diagnostisches Verfahren, das auf der Anwendung von statischen Magnetfeldern und elektromagnetischen Feldern beruht.
Magnetdecken, Magnetpflaster, Magnetkissen und sonstige "Magnetheilmittel"
Statischen Magnetfeldern werden unterschiedliche
therapeutische Wirkungen zugeschrieben. Nach Angaben der Hersteller sollen Magnetpflaster,
Magnetkissen, Magnetdecken, -bänder oder -gürtel gegen die unterschiedlichsten Beschwerden wirken. Diese Erzeugnisse haben im Allgemeinen eines gemeinsam: Sie
weisen statische Magnetfelder mit Flussdichten zwischen 0,03 bis 0,3 Tesla unmittelbar
an der Oberfläche auf. In 3 bis 4 Millimeter Entfernung betragen die
Feldstärkewerte nur noch ein Zehntel davon. Im Abstand von wenigen Zentimetern
ist das Feld bereits geringer als das natürliche Erdmagnetfeld.
Die bekannten biologischen Wirkungsschwellen für statische Magnetfelder liegen um Größenordnungen über diesen Werten. Deshalb muss die Wirksamkeit dieser "Magnetheilmittel" aus wissenschaftlicher Sicht angezweifelt werden. Die bisher bekannten Wirkungsmechanismen magnetischer Felder liefern für die behaupteten positiven Effekte jedenfalls keine Erklärung.
Allerdings sind Beeinträchtigungen für Träger bestimmter Herzschrittmachertypen nicht vollständig auszuschließen. Im Einzelnen muss vom behandelnden Arzt die Gefahr einer Störbeeinflussung abgeschätzt werden.
Dauermagnete
Das Tragen von kleinen Dauermagneten am Körper, wie z. B. in
Form von magnetischen Ansteckerclips für Namensschilder, ist in der Regel
gesundheitlich unbedenklich. Diese Anwendungen führen nur zu einer örtlich eng
begrenzten Exposition mit schwachen statischen Magnetfeldern. Bei normaler
Anwendung derartiger Magnetclips werden die bekannten biologischen
Wirkungsschwellen bei Weitem nicht erreicht.
Störbeeinflussungen bestimmter Herzschrittmachertypen durch
kleine Dauermagneten sind jedoch nicht auszuschließen. Ab ca. 1 mT magnetischer
Flussdichte ist auch eine Beeinflussung u. a. von Magnetkarten, Kreditkarten,
Uhren denkbar. Es ist daher ratsam, solche Namensschilder nicht unmittelbar
über dem implantierten Herzschrittmacher zu benutzen und in den Jackentaschen
keine empfindlichen Magnetkarten aufzubewahren
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