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FAQ: grid expansion
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Grid expansion: answers to frequently asked questions


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Strommast auf einer Weide mit Fragezeichen Erneuerbare Energien aus Sonne und Wind sollen und müssen künftig stärker genutzt werden – das hat die Bundesregierung im Sommer 2011 beschlossen. Umfragen zufolge wünscht dies auch die große Mehrheit der Menschen in Deutschland. Dennoch verursacht der Aus- und Umbau des Stromnetzes Konflikte mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern vor Ort.

Das BfS gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Strahlenschutzaspekten.

Warum muss das bestehende Stromnetz ausgebaut werden?

Windenergieanlage

Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende sieht vor, die erneuerbaren Energien stark auszubauen. Ein großer Teil der Energie soll in Windkraftanlagen in Nord- und Mitteldeutschland erzeugt werden. Damit diese zu den Verbrauchern in ganz Deutschland gelangt, müssen die Netzbetreiber ihre Stromnetze aus- und umbauen.

Außerdem müssen verstärkt Kapazitäten zur Energiespeicherung in Süddeutschland sowie den angrenzenden Alpenländern genutzt und auch neu geschaffen werden.

Welche unterschiedlichen Interessen gibt es beim Netzausbau?

Strommasten und Windenergieanlagen

Umfragen zufolge will die große Mehrheit der Menschen in Deutschland erneuerbare Energien aus Sonne und Wind verstärkt nutzen. Damit verbundene Infrastrukturmaßnahmen wie der Ausbau der Leitungsnetze sind jedoch nicht immer willkommen. Dem Ziel der sicheren Versorgung mit Strom und wirtschaftlichen Interessen der Netzbetreiber stehen Befürchtungen von Naturschutzverbänden und regionalen Bürgerinitiativen gegenüber, dass neue Stromtrassen negative Folgen für
  • die Umwelt,
  • landwirtschaftliche Flächen,
  • das Landschaftsbild,
  • den Tourismus oder
  • die Gesundheit der Anwohner
haben könnten.

Bei der Planung und Genehmigung neuer Leitungen müssen diese unterschiedlichen Interessen gegeneinander abgewogen werden.

Welche Abstände zu Wohnhäusern müssen eingehalten werden?

Freileitung in ausreichendem Abstand zur Wohnbebauung

50 Hertz-Höchstspannungsfreileitungen mit einer Nennspannung von 220 kV oder mehr, die in einer neuen Trasse errichtet werden sollen, dürfen seit 2013 nicht mehr über Wohngebäude geführt werden (§4 (3) 26. BImSchV). Weitere bundesweit einheitliche Regelungen gibt es derzeit nicht. 

Da mit Erdkabelstrecken auf der Höchstspannungsebene derzeit noch keine Betriebserfahrung besteht, sieht das Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (EnLAG) vor, dass der Einsatz von Erdkabeln in vier Pilotvorhaben getestet werden kann. Sollten bei diesen vier im Gesetz genannten Höchstspannungsleitungen einzelne Abschnitte neu gebaut werden, kann die jeweilige Genehmigungsbehörde Erdverkabelung verlangen, wenn die Leitung in einem Abstand von weniger als 400 Meter zu Wohngebäuden errichtet werden soll. Voraussetzung dafür ist, dass die Wohngebäude im Geltungsbereich eines Bebauungsplans oder im unbeplanten Innenbereich im Sinne des § 34 des Baugesetzbuches liegen, und diese Gebiete vorwiegend dem Wohnen dienen.

Liegen Wohngebäude im Außenbereich im Sinne des § 35 des Baugesetzbuches, gilt ein Abstand von 200 Metern - das kann zum Beispiel bei einzeln stehenden Bauernhöfen auf dem Land der Fall sein.

Welche Rolle spielt das BfS beim Ausbau des Stromnetzes?

Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter

Das BfS bringt den Aspekt „Strahlenschutz“ in die Diskussionen und die Entscheidungen über den Ausbau des Stromnetzes und die Errichtung neuer Trassen ein. Das BfS ist jedoch keine Genehmigungsbehörde für den Netzausbau und nimmt auch keine Kontrollmessungen vor.

Fragen des Strahlenschutzes müssen beim Ausbau des Stromnetzes von Anfang an berücksichtigt werden. Das BfS informiert daher über wissenschaftliche Erkenntnisse zu gesundheitlichen Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder, aber auch über wissenschaftliche Unsicherheiten. Mithilfe wissenschaftlicher Studien will das BfS die Kenntnisse über die Wirkungen der Felder verbessern.

Das BfS setzt sich dafür ein, den Ausbau des Stromnetzes für die Öffentlichkeit nachvollziehbar zu gestalten. Eine breite Akzeptanz für den Netzausbau kann nur entstehen, wenn
  • betroffene Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in Planung und Genehmigungsverfahren für neue Hochspannungsleitungen einbezogen werden,
  • Bürgerinnen und Bürger Informationen darüber erhalten können, welche gesicherten Kenntnisse und welche offenen Fragen es hinsichtlich gesundheitlicher Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder gibt,
  • Ängste und Fragen der Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden,
  • Planungen möglichst früh bekannt gemacht und begründet, Alternativen verständlich dargestellt und diskutiert werden.
Durch Fachgespräche mit beteiligten Verbänden, Informationsmaterialien – und auch durch diese Themenseite – trägt das BfS zum Informationsprozess bei.

Wie steht das BfS zu Vorsorgemaßnahmen?

Elektromagnetisches Feld in der Umgebung von Hochspannungsleitungen

Das BfS tritt für Vorsorgemaßnahmen ein, die die bestehenden Grenzwerte ergänzen:
  • Neue Stromtrassen sollten so geplant werden, dass sie möglichst nicht zu einer zusätzlichen Belastung mit elektrischen und magnetischen Feldern führen.
  • Ist das nicht zu vermeiden, sollte die zusätzliche Belastung möglichst gering sein.
  • Auch für die Belastung durch elektrische und magnetische Felder, die von elektrischen Leitungen und Geräten im Haushalt ausgehen, stellt das BfS Vorsorgeempfehlungen bereit.
Eine weitere wichtige Vorsorgemaßnahme ist die Förderung wissenschaftlicher Forschung zu den Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder. Um die Kenntnisse über diese Wirkungen zu verbessern, beauftragt das BfS Studien zu diesem Themenkomplex.

Wo sind weitere Informationen zum Thema Netzausbau zu finden?

Informationen zum Netzausbau sind auch im Internet zu finden (Bildquelle: BMU / Rupert Oberhäuser)

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