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Ab Ende 2013 soll das Endlager Konrad bei Salzgitter für nicht
wesentlich Wärme entwickelnden Abfall genutzt werden. Das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) informiert die Bevölkerung seit dem 15. Mai 2008 in
einer eigens dafür eingerichteten Infostelle im Zentrum von
Salzgitter-Lebenstedt.
"Wir haben etwas zu entsorgen, aber nichts zu verbergen." Dieser
Anspruch der Strahlenschützer aus Salzgitter erscheint weithin sichtbar
an der Fassade der Chemnitzer Straße 27 in Salzgitter-Lebenstedt. Mitten
in der City, gleich neben dem Wochenmarkt, hat das BfS zwei ehemalige
Ladengeschäfte gemietet und dort eine Infostelle für das Endlager
Schacht Konrad, kurz INFO KONRAD, eingerichtet.
Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger
"Wir wollen mit Sicherheit Vertrauen schaffen", sagte der Präsident des
BfS, Wolfram König, am Donnerstag, den 15. Mai anlässlich der Eröffnung
von INFO KONRAD. "Dazu bedarf es einer offenen und ehrlichen
Kommunikation". Um dieses Ziel zu erreichen, gehe man mit einer
Infostelle in der Innenstadt von Salzgitter-Lebenstedt auf die
Bürgerinnen und Bürger zu. "Nur mit Transparenz können wir Vertrauen in
unsere Arbeit schaffen", so der BfS-Präsident. Schon die lichten,
großzügigen Schaufensterflächen signalisieren laut König, dass es dem
BfS um Offenheit und Transparenz gehe. Alle Interessierten seien
herzlich eingeladen, sich ein umfassendes Bild über das geplante
Endlager zu machen. Dazu diene auch eine neue Broschüre für Bürgerinnen
und Bürger mit häufig gestellten Fragen zum Endlager Konrad.
Die Informationsstelle empfängt Besucher gleich am Eingang mit dem
ersten von insgesamt vier Highlights, die die Ausstellung zu bieten hat:
Zwei Modelle zeigen die zukünftigen Anlagen über Tage (im Maßstab 1:100)
und als Schnitt die Erdschichten unter Tage (im Maßstab 1:1000). Beide
veranschaulichen die Abläufe der Anlieferung sowie die besondere
geologische Situation des Endlagers Konrad.
Bundesweite Strahlenwerte in Echtzeit
Ein weiterer Blickfang ist die "Gläserne Galerie", in der auf insgesamt
elf großen Glastafeln die gesamte Thematik der Entsorgung von der
Entstehung des radioaktiven Abfalls über die Zwischenlagerung, die
Konditionierung und den Transport bis zur Endlagerung leicht
verständlich dargestellt wird. An zwei Touch Screens können insbesondere
junge Besucherinnen und Besucher von INFO KONRAD anschließend selbst
interaktiv werden und sich per Fingerdruck in geologische Schichten und
Abläufe des Endlagers hinein versetzen.
Im hauseigenen Kino, vermittelt ein knapp viertelstündiger Film das
Thema "Konrad" auf kompakte Weise und in hoch auflösender Bildqualität
(HD). Erstmals zeigen die animierten Szenen des Filmes exakt die Abläufe
und Vorgänge bei der ab Ende 2013 geplanten Einlagerung im Endlager
Konrad. Das Kino wird auch als Vortrags- und Seminarraum dienen.
Auf einer Anzeige im Schaufenster der Infostelle können Besucherinnen
und Besucher in Echtzeit aktuelle Gamma-Strahlenwerte aus Deutschland
ablesen. Das BfS misst mit Hilfe so genannter ODL-Sonden überall in
Deutschland die Ortsdosisleistung (ODL) der radioaktiven Strahlung.
Allein drei Sonden werden sich künftig im direkten Umfeld des Endlagers
befinden. Zu Testzwecken ist bereits jetzt eine Sonde vor Ort
installiert. So kann die Bevölkerung aus Salzgitter jederzeit die
Konrad-Werte mit Werten aus anderen Regionen in Deutschland vergleichen.
Bürgerbriefkasten an der Infostelle und im Internet
Als Dialogangebot haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von INFO
KONRAD einen Bürgerbriefkasten eingerichtet. Dort können alle
Interessierten ihre Meinung zum Endlager mitteilen. Die Aussagen werden,
sofern sie den gängigen Umgangsformen entsprechen, anschließend im
Schaufenster veröffentlicht - getragen von transparenten Schaufensterpuppen.
Das Bürgerforum gibt es auch im Internet unter www.endlager-konrad.de.
Diese Homepage informiert auch die Bürgerinnen und Bürger, die sich
nicht auf die Reise nach Salzgitter machen können, ausführlich über das
Endlager.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Infostelle Konrad in
Salzgitter-Lebenstedt stehen auch persönlich oder per E-Mail über konradinfo@bfs.de für
Fragen zum Thema Konrad zur Verfügung, Telefon 05341 - 86 73 099. Hier
werden künftig auch die Terminwünsche für Befahrungen des Bergwerkes
entgegengenommen. Schulklassen können im Einzelfall auch den
Bergwerksalltag unter Tage erleben.
Die Mitarbeiter von INFO KONRAD sind Michael Linkersdörfer (Leiter),
Melanie Bartholomäus, Arthur Junkert sowie Jessica Gieseke und Christian
Lampe. Die Infostelle ist für Besucher montags und mittwochs von 10.00
bis 17.00 Uhr, an den Markttagen dienstags und freitags von 9.00 bis
17.00 Uhr, donnerstags von 10.00 bis 19.00 Uhr und samstags 10.00 bis
14.00 Uhr geöffnet. Darüber hinaus können für Besuchergruppen besondere
Termine vereinbart werden.
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