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Eine der weltweit führenden Stationen zur Messung der Radioaktivität
in der Umwelt wird 50 Jahre alt: die Messstation auf dem Schauinsland
bei Freiburg, die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben
wird. Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig,
und BfS-Präsident Wolfram König besuchen anlässlich des Jubiläums die
Station, auf der zum ersten Mal Spaltprodukte als Folge von
Atomwaffentests in Europa nachgewiesen werden konnten.
„Diese Hightech-Einrichtung ist Deutschlands wichtigster Beitrag zur
Überwachung des internationalen Atomteststopp-Abkommens“, so Matthias
Machnig heute in Freiburg. Die Station kann selbst geringste Spuren
Radioaktivität in der Luft aufspüren und analysieren. Sogar
Betriebspausen der Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague können in
Freiburg durch die Messungen festgestellt werden.
Auf dem Schauinsland ist zudem die einzige Messstation für
Radioaktivität in Mitteleuropa, die die weltweite Einhaltung des
Kernwaffenteststopp-Abkommens überwacht. „Auf dem Schauinsland befindet
sich eine von weltweit 80 Stationen mit deren Hilfe praktisch jeder
oberirdische Nukleartest der Erde nachweisbar ist“, betont Wolfram
König. Das weltweite Messnetz hatte auch Ende des vergangenen Jahres
beim von Nordkorea gemeldeten unterirdischen Atombombentest seinen erfolgreichen
Einsatz. Die Experten konnten durch die seismischen Signale den Testort
und die Stärke der Explosion sehr genau bestimmen und mittlerweile auch
mit hoher Sicherheit feststellen, dass tatsächlich eine nukleare
Sprengung gezündet wurde. Machnig: „Das zeigt, dass ein solches
internationales Netzwerk heute aktueller denn je ist und dringend
benötigt wird“.
Zum Aufbau des Messnetzes haben die Experten des BfS maßgeblich
beigetragen. Die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen
Atomteststopp-Abkommens CTBTO, die den Aufbau koordiniert, hatte die
Wissenschaftler des Edelgaslabors des BfS gebeten, die Eignung
verschiedener internationale Systeme zur Messung radioaktiver Edelgase
in Langzeitversuchen in Freiburg vergleichend zu testen. König:
„Weltweit gibt es nur wenige Labors, die mit der dafür aufwändigen,
spurenanalytischen Edelgasmesstechnik vertraut sind“. Die führende
Rolle der Messstation Schauinsland zeigt sich auch an aktuellen
Entwicklungen auf dem Gelände. Derzeit wird die 1990 errichtete
Interkalibrationsplattform im Rahmen eines EU-Programms erweitert. Die
Messeinrichtung dient der Harmonisierung der Messung der
Umgebungsstrahlung innerhalb der Europäischen Union und soll noch
im Sommer 2007 ihren Betrieb aufnehmen.
Weitere Informationen zum Schauinsland und seiner Messeinrichtungen
finden Sie in der Broschüre „Schauinsland – 50 Jahre Messstation für
atmosphärische Radioaktivität“, die auch auf www.bfs.de aufgerufen
werden kann.
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