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Das von der Schweiz im Entwurf vorgelegte Konzept für
die Suche nach Endlagern für radioaktive Abfälle entspricht dem derzeit gültigen
internationalen Stand von Wissenschaft und Technik. Dieses Fazit zieht die vom
deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geleitete Expertengruppe Schweizer
Tiefenlager in einem Gutachten, das die Experten im Auftrag des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
erarbeitet und jetzt der Begleitkommission für die Schweizer Endlagersuche
übergeben haben. „Das von der Schweiz erarbeitete Konzept ist klar strukturiert
und verspricht ein transparentes und ergebnisoffenes Verfahren, wie es schon in
ähnlicher Art und Weise in Schweden und Finnland durchgeführt wurde“, erklärte
Ulrich Kleemann, Leiter der Expertengruppe, heute in Salzgitter. Die Experten
attestieren dem Konzept insgesamt, die notwendigen Schutzziele innerhalb internationaler
Bandbreiten und auf vergleichsweise hohem Sicherheitsniveau zu berücksichtigen.
Zentraler Ausgangspunkt des vom Schweizerischen
Bundesamt für Energie erarbeiteten und jetzt von der Expertengruppe Schweizer
Tiefenlager bewerteten Konzeptes zum „Sachplan geologische Tiefenlager“ ist die
Entsorgung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen. Das Konzept
sieht weiter vor, die Zahl alternativer Standorte auf Basis
wissenschaftlich-technischer und planerischer Erwägungen einzuengen. Bei der
Endlagerwahl werden neben sicherheitstechnischen Kriterien als oberster
Priorität auch eine Reihe weiterer Aspekte berücksichtigt wie z.B. Raumplanung,
Sozioökonomie und Ökologie. Wesentliche Elemente des von der Schweiz
ausgearbeiteten Verfahrens sind zudem die enge Zusammenarbeit mit der
Bevölkerung sowie die Anhörung der Öffentlichkeit in den verschiedenen
Auswahlschritten. Ulrich Kleemann: „Damit wendet es den mittlerweile üblichen
internationalen Standard an, in einem schrittweisen und transparenten Verfahren
aus mehreren Alternativen einen Standort auszuwählen“.
Neben Bewertungen enthält die Stellungnahme der
Experten auch konkrete Empfehlungen. So hält es die Expertengruppe für
erforderlich, die geplante Begleitgruppe
gleich zu Beginn des Verfahrens unter Beteiligung Deutschlands als potenziell
betroffenem Nachbarstaat zu etablieren, die das Verfahren von Anfang an
kompetent und kritisch begleiten und verschiedene Interessen wirkungsvoll
ausbalancieren kann. Des Weiteren empfiehlt die Stellungnahme, das Ergebnis der
Kriterienfestlegung und -gewichtung zur Gewährleistung des ergebnisoffenen
Verfahrens durch ein internationales Peer Review bewerten zu lassen.
Der vom Schweizer Bundesamt für Energie erarbeitete
Entwurf eines Konzeptes wird noch bis zum 20. April 2007 einer kritischen
Anhörung durch Bürgerinnen und Bürger sowie von der Endlagerung potenziell
betroffenen Nachbarstaaten unterzogen. Die endgültige Formulierung des
Sachplans soll die Ergebnisse dieser Anhörung, zu der auch die Bewertung der Expertengruppe
gehört, berücksichtigen. Der Schweizer Bundesrat wird voraussichtlich im Sommer 2007 über den Sachplan abschließend entscheiden. Danach beginnt die
Standortauswahl, die in einem dreistufigen Einengungsprozess erfolgen soll.
Die vollständige Stellungnahme der Expertengruppe kann
im Internet unter www.escht.de www.escht.de
heruntergeladen werden.
Hintergrundinformation:
Für die langfristig sichere Entsorgung radioaktiver
Abfälle plant das Nachbarland Schweiz ein mehrstufiges Auswahlverfahren, das
auf Basis eines zuvor zu erstellenden „Sachplans geologische Tiefenlagerung“
durchgeführt werden soll. Beim Auswahlverfahren soll gewährleistet werden, dass
Standorte für geologische Tiefenlager in einem fairen und transparenten
Verfahren bewertet und ausgewählt werden. Der Sachplan, der seit dem Jahr 2005
unter der Federführung des Schweizer Bundesamtes für Energie erarbeitet wird,
besteht aus einem Konzeptteil und einem Umsetzungsteil.
Das vorliegende Konzeptteil legt fest, nach welchen
Regeln die Standortsuche verlaufen soll. Dabei werden Kriterien definiert, die
ein Standort erfüllen muss und die Vorgehensweise bestimmt, nach der das
Auswahlverfahren durchgeführt werden soll.
Wegen der Möglichkeit, dass potenzielle
Endlagerstandorte im Grenzgebiet zur Bundesrepublik Deutschland liegen, besteht
insbesondere in den der Schweiz benachbarten Gebieten ein hohes Interesse an
unabhängiger fachlicher Beratung. Vor diesem Hintergrund hat das
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Jahr
2005 die Begleitkommission als Gremium für interessierte deutsche
Gebietskörperschaften und andere Interessenvertreter eingerichtet. Zu deren
fachlicher Beratung wurde 2006 die Expertengruppe Schweizer Tiefenlager
berufen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die Leitung der
Expertengruppe übernommen.
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