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Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bundesumweltministerium (BMU) und Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) setzen sich für einen besseren Schutz gegen die schädlichen Auswirkungen des radioaktiven Edelgases Radon in Wohnungen ein. Vom 13. bis zum 15. März 2007 nehmen mehr als 60 anerkannte Experten aus über 30 Nationen am dritten Arbeitstreffen des „Internationalen Radon Projekts“ der WHO beim BfS in München teil. Sie beurteilen die weltweit beobachteten Gesundheitsauswirkungen von Radon in Wohnungen und entwickeln effektive Strategien zur Senkung des Gesundheitsrisikos durch Radon. „Weltweit werden zehntausende Lungenkrebssterbefälle pro Jahr durch erhöhte Radonkonzentrationen in Wohnungen verursacht. Ein Großteil der Fälle könnte mit einfachen Präventivmaßnahmen vermieden werden. Deshalb brauchen wir mehr Aufklärung“ erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, anlässlich der Eröffnung der Tagung in München. „Ein wichtiger Beitrag des WHO-Radon-Projekts ist deshalb, Informationen zu Radon bereit zu stellen und die Aufmerksamkeit für die Gesundheitsgefährdung durch Radon in den einzelnen Länder zu erhöhen“, betont der Leiter des WHO-Projekts, Hajo Zeeb.
Das internationale Radon Projekt wurde
2005 von der WHO initiiert, nachdem eine Reihe epidemiologischer
Studien in verschiedenen Ländern eindeutig die krebserregende
Wirkung von Radon in Wohnungen belegt hatten. Das BfS ist als
Kooperationszentrum für Strahlenschutz der WHO maßgeblich
am internationalen Radonprojekt beteiligt und hat bereits mehrere
Forschungsvorhaben zu Radon in Häusern initiiert. Danach werden
in Deutschland rund 1.900 Lungenkrebssterbefälle pro Jahr durch
Radon in Wohnungen verursacht. „Eine größere Zahl dieser
Todesfälle könnte pro Jahr vermieden werden, wenn die
Radonkonzentrationen - überwiegend mit einfachen Mitteln und
kostengünstig - reduziert würden“, sagte Wolfgang Weiss,
Fachbereichleiter des BfS. BMU und BfS haben deshalb bereits 2004
einen Entwurf für ein Radonschutzgesetz mit einem Zielwert von
100 Bq/m3 in Aufenthaltsräumen vorgelegt. Nach aktuellen
Schätzungen beträgt in Deutschland die durchschnittliche
Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen 49 Bq/m3. 6,7 Prozent
der Aufenthaltsräume weisen Werte über 100 Bq/m3 auf, nur
0,07 Prozent Werte über 1000 Bq/m3. Staatssekretär Müller:
„Bisher haben sich die Länder jedoch noch nicht zur
Unterstützung eines solchen Gesetzes entscheiden können“.
Den aktuellen Stand hat das BfS jetzt
in einer Informationsbroschüre zusammengefasst. Sie kann im
Internet auf www.bfs.de heruntergeladen
oder kostenlos bestellt werden. Dort gibt es auch Tipps, wie mit
einfachen Maßnahmen die Radonbelastung in Wohnräumen
reduziert werden kann.
Hintergrund:
Radon ist ein natürliches
radioaktives Edelgas, das beim spontanen Zerfall von Uran entsteht
und praktisch überall in unterschiedlichen Konzentrationen
vorkommt. Die Höhe der Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen
hängt neben den geologischen Bedingungen von einer Vielzahl von
Faktoren wie beispielsweise Dichtigkeit des Fundaments oder
Lüftungsgewohnheiten ab. Sie kann nur durch Messung zuverlässig
ermittelt werden.
Das BfS ist seit Anfang 2006
Kooperationszentrum für Strahlenschutz der WHO in den Bereichen
ionisierende und nichtionisierende Strahlung. Neben dem
Internationalen Radon Projekt ist das BfS in zwei weitere große
Projekte der WHO aktiv eingebunden. Das „EMF-Projekt“ befasst
sich mit der Frage, ob es bei niederfrequenten und hochfrequenten
elektromagnetischen Feldern auch unterhalb der geltenden Grenzwerte
zu gesundheitlichen Auswirkungen kommen kann.
Als Kooperationszentrum erhebt das BfS
repräsentative Daten bezogen auf die Bevölkerung
Deutschlands und stellt diese der WHO zur Verfügung. Das BfS
unterstützt die WHO durch Initiierung und Koordinierung von
Forschungsvorhaben, um offene wissenschaftliche Fragen bezüglich
gesundheitlicher Aspekte zu klären.
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