Pressemitteilung 031 vom 13.09.2005
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Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM)
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Stilllegung von Morsleben tritt in entscheidende Phase
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Das Verfahren zur Stilllegung des Endlagers für radioaktive Abfälle
Morsleben (ERAM) geht in eine entscheidende Phase. Das Bundesamt für
Strahlenschutz (BfS) hat heute die Planunterlagen zur
Öffentlichkeitsbeteiligung für die endgültige Schließung des Endlagers
dem Umweltministerium Sachsen-Anhalt als zuständiger
Genehmigungsbehörde überreicht. �Damit leisten wir einen entscheidenden
Beitrag für die endgültige Abwicklung dieser atomaren Altlast�, sagte
der Präsident des BfS, Wolfram König, heute in Berlin. Morsleben wäre
das erste Endlager in tiefen geologischen Schichten weltweit, das nach
den Anforderungen des Atomgesetzes stillgelegt wird.
Im heute eingereichten �Plan zur Stilllegung des Endlagers für
radioaktive Abfälle Morsleben� schildert das BfS detailliert sein
Stilllegungskonzept. Dabei handelt es sich um eine hochkomplexe
Aufgabe, die eine jahrelange Planung erforderte. Das ehemalige
Bergwerk, das als Endlager für radioaktive Abfälle nach dem Atomgesetz
nicht genehmigungsfähig wäre, ist von zahlreichen bergmännischen
Hohlräumen durchlöchert. König: �Das Endlager soll so verschlossen
werden, dass die dort lagernden radioaktiven Abfälle dauerhaft und
sicher von der Umwelt isoliert sind. Dabei muss die vom Atomgesetz
geforderte Vorsorge gegen Schäden gewährleistet sein. Bei einem alten
Bergwerk zur Salzgewinnung wie Morsleben ist dies eine besondere
Herausforderung�. Dazu sollen weite Teile der unterirdischen Anlagen
sowie die Schächte mit einer abdichtenden und stabilisierenden
Spezialmischung verfüllt werden. Insgesamt sieht das Konzept eine
Verfüllmenge von etwa vier Millionen Kubikmeter Salzbeton vor,
bestehend aus feinkörnigem Salzmaterial, Filterasche, Zement und
Wasser.
Der Plan stellt detailliert die geologische und radiologische
Ausgangssituation, die geplanten Arbeiten beim Um- und Rückbau der
Anlagen sowie die radiologischen Auswirkungen auf die Umwelt dar.
�Unsere sicherheitstechnischen Betrachtungen berücksichtigen aber auch
unterschiedliche Störfallszenarien, beispielsweise Brände, Erdbeben
oder Hochwasser�, so König weiter. Bei der Langzeitsicherheitsanalyse
werden die möglichen Auswirkungen von dem verschlossenen Endlager auf
zukünftige Generationen berechnet beziehungsweise abgeschätzt. Dazu
stellt das BfS unterschiedliche klimatische, geologische und
bergbauliche Szenarien dar.
Neben dem Plan hat das BfS außerdem eine Umweltverträglichkeitsstudie,
in der alle Ergebnisse aus den Umweltuntersuchungen dargestellt und
beurteilt werden, sowie eine Übersicht über verschiedene geprüfte
Stilllegungsvarianten überreicht. Diese Unterlagen werden im Rahmen
eines Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahrens öffentlich ausgelegt.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben dann die Möglichkeit die
Unterlagen einzusehen und gegebenenfalls ihre Einwände gegen das
Vorhaben einzureichen.
Die Genehmigungsbehörde wird die vom BfS eingereichten Unterlagen jetzt
prüfen und bewerten, ob die eingereichten Unterlagen aus ihrer Sicht
für das Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren ausreichend sind. Die
eigentliche Stilllegung des Endlagers nach dem Vorliegen des
Planfeststellungsbeschlusses wird etwa 15 Jahre in Anspruch nehmen. Die
Gesamtkosten werden voraussichtlich etwa zwei Milliarden Euro betragen
und aus dem Bundeshaushalt finanziert. Die Betreiber von westdeutschen
kerntechnischen Anlagen, von denen 1994 bis 1998 etwa 22.000 Kubikmeter
der insgesamt 37.000 Kubikmeter eingelagert wurden, haben einen
Kostenbeitrag von 0,15 Milliarden Euro durch Gebühren geleistet.
Hintergrundinformation:
Das ehemalige Kali- und Steinsalzbergwerk in Morsleben ist bislang das
einzige atomrechtlich genehmigte Endlager für radioaktive Abfälle in
Deutschland. Ausgewählt und genehmigt von den zuständigen DDR-Behörden,
ging die Zuständigkeit nach der Wiedervereinigung auf den Bund über.
Die Einlagerung in Morsleben wurde 1998 beendet, im April 2001 hat das
BfS auf die Genehmigung zur Einlagerung von atomaren Abfällen
unwiderruflich verzichtet.
Seit Oktober 2003 laufen im Zentralteil des ERAM sogenannte
bergbauliche Gefahrenabwehrmaßnahmen. Dabei werden bis Ende des
Jahrzehnts etwa 20 ausgewählte Grubenhohlräume, in denen keine
radioaktiven Abfälle lagern, mit einer Mischung aus Zement, Salz und
Steinkohlenfilterasche verfüllt.
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