Bund investiert 56 Millionen Euro in die Stilllegung von Morsleben
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Aus dem Haushalt des Bundesumweltministers werden in diesem Jahr trotz
angespannter Haushaltslage 56 Millionen Euro in die Stilllegung des
ehemaligen Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM)
investiert. Im Jahr 2000 wurden dagegen 29 Millionen Euro für Morsleben
ausgegeben. „Damit ermöglicht es der Bund auch 2005, die bergbaulichen
Gefahrenabwehrmaßnahmen und die Stilllegung des ERAM zügig und sicher
voranzutreiben. Außerdem leistet er einen wichtigen Beitrag zur
Arbeitsplatzsicherung in Morsleben und der Region“, sagte der Sprecher
des BfS, Florian Emrich, heute in Salzgitter. Durch die laufenden
Gefahrenabwehrmaßnahmen sind derzeit etwa 230 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter am Projekt Morsleben beschäftigt, im Jahre 2000 waren es
rund 180.
Bei der Finanzierung des Endlagers Morsleben handelt es sich letztlich
um einigungsbedingte Altlasten, die allein der Steuerzahler zu tragen
hat. Die jetzt zur Verfügung gestellten Gelder werden vor allem in zwei
Bereichen eingesetzt: bei den bergbaulichen Gefahrenabwehrmaßnahmen im
sogenannten Zentralteil sowie dem atomrechtlichen
Planfeststellungsverfahren zur endgültigen Stilllegung. „Einen Abstrich
bei der Sicherheit wird es aber nicht geben“, so Emrich weiter und
ergänzte: „Bei den derzeitigen Arbeiten der Gefahrenabwehr sammeln wir
auch Erfahrungen, die uns bei der endgültigen Stilllegung des ERAM
zugute kommen werden“.
Seit Oktober 2003 werden ausgewählte Grubenbaue im stark durchbauten
Zentralteil der Schachtanlage Bartensleben im Rahmen einer
bergbaulichen Gefahrenabwehrmaßnahme verfüllt. Diese Maßnahme soll die
Standsicherheit und Integrität des Grubengebäudes insbesondere im
Hinblick auf die spätere Stilllegung gewährleisten. Insgesamt sollen 20
Abbaue mit einem Hohlraumvolumen von rund 670.000 Kubikmeter verfüllt
werden. Bisher verfüllt wurden drei Abbaue.
Hintergrundinformation:
Das ehemalige Kali- und Steinsalzbergwerk in Morsleben war bislang das
einzige Endlager für radioaktive Abfälle, das in Deutschland nach dem
Atomgesetz betrieben wurde. Ausgewählt und genehmigt von den
zuständigen DDR-Behörden, ging die Zuständigkeit nach der
Wiedervereinigung auf den Bund über. Die Einlagerung in Morsleben wurde
1998 beendet, im April 2001 hat das BfS auf die Genehmigung zur
Einlagerung von atomaren Abfällen unwiderruflich verzichtet.
Das Planfeststellungsverfahren zur endgültigen Stilllegung des ERAM
läuft derzeit noch. Bei der Stilllegung soll das ERAM so verschlossen
werden, dass Lösungszutritte in die Einlagerungsbereiche und
Schadstoffaustritte aus den Grubengebäuden verhindert werden. Das BfS
geht davon aus, ab 2009 mit der endgültigen Stilllegung beginnen zu
können. Die Dauer dieser Maßnahme beträgt etwa 15 Jahre.