Wie wirkt UV-Strahlung?
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Chronische Wirkungen

Lang andauernde und häufige Bestrahlungen mit ultraviolettem (UV-)Licht können auch Langzeitschäden, so genannte "chronische" Schäden, an Auge und Haut hervorrufen.

Bei den Augen ist in erster Linie die Augenlinse betroffen, die einen großen Anteil der in das Auge eindringenden UV-Strahlung absorbiert. Übermäßige UV-Exposition ist einer der auslösenden Faktoren für den Katarakt (Grauer Star). Auch wenn nur ein geringer Anteil der UV-Strahlung bis zur Netzhaut vordringt, wird die UV-Strahlung auch mit Netzhautveränderungen und der Makuladegeneration (Makula = Gelber Fleck = Ort des schärfsten Sehens) in Zusammenhang gebracht.

Bei der Haut sind die Folgen häufiger und lang andauernder UV-Belastung und häufiger Sonnenbrände vor allem in der Kindheit eine vorzeitige Hautalterung und im schlimmsten Fall Hautkrebs.

Hautalterung

UV-A-Strahlung dringt tief in die Haut ein und verursacht unter anderem die Bildung so genannter "freier Radikale". Diese bewirken eine Schädigung des Kollagens im Bindegewebe. Gleichzeitig wird die Neubildung von Kollagen verhindert. In der Folge nimmt die Straffheit der Haut ab. Gleichzeitig quellen elastische Fasern auf, was zu einem Verlust der Dehnbarkeit der Haut führt. Es kommt zu dauerhaften Bindegewebsschädigung und Faltenbildung.

Hautkrebs

Die weitaus schwerwiegendste Folge übermäßiger UV-Belastung und häufiger Sonnenbrände vor allem in der Kindheit ist die Bildung von Hautkrebs. Hautkrebs zählt zu den weltweit am häufigsten auftretenden Krebsarten.

Hautkrebserkrankungen haben in der hellhäutigen Bevölkerung weltweit stärkere Zuwachsraten als alle anderen Krebserkrankungen. Verantwortlich für den starken Anstieg der Hautkrebserkrankungen ist die Zunahme der UV-Belastungen aufgrund des heutigen Freizeitverhaltens und der veränderten Lebensgewohnheiten. Häufigere Aufenthalte in der Sonne, Urlaubsreisen in südliche Länder und die Nutzung von Solarien führten in den letzten Jahrzehnten zu einem stetigen Anstieg der UV-Exposition der Bevölkerung.

Nach aktuellen Hochrechnungen des Krebsregisters Schleswig-Holstein und der "Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V." (GEKID) auf Basis der dokumentierten Hautkrebs-Inzidenz im Jahr 2007 erkranken in Deutschland jährlich etwa 195.000 Menschen neu an Hautkrebs, darunter rund 24.000 Menschen am dem bösartig verlaufenden „schwarzen Hautkrebs“ – dem „malignen Melanom“. In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen am malignen Melanom verdreifacht. Am malignen Melanom versterben pro Jahr in Deutschland über 2.500 Menschen.

Hautkrebsarten

Unter dem Begriff „Hautkrebs“ wird eine Vielzahl verschiedener Krebs-Erkrankungen, die an der Haut entstehen oder sichtbar sind, zusammengefasst. Man unterscheidet zwischen dem so genannten "weißen" und dem "schwarzen" Hautkrebs. Der weiße Hautkrebs umfasst das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom sowie dessen Vorstufen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen.

Beim Basalzellkarzinom (oder Basaliom) handelt es sich um einen langsam wachsenden Tumor, der nur sehr selten Metastasen (Tochtergeschwülste) bildet. Er tritt vorwiegend an Hautpartien wie Gesicht, Ohren und Kopfhaut auf, die der direkten UV-Strahlung ausgesetzt sind. Die Sterblichkeit ist sehr niedrig. Da der Tumor aber lokal Gewebe zerstört, stellt die Therapie häufig ein großes kosmetisches Problem dar.

Das Plattenepithelkarzinom (auch als "Spinaliom" oder "Stachelzellkrebs" bezeichnet) ist ein in das umliegende Gewebe hineinwuchernder ("invasiver"), lokal zerstörender Tumor, der ab einer bestimmten Größe auch Metastasen bilden und zum Tode führen kann. Er tritt ebenfalls an Hautpartien wie Gesicht, Handrücken und Unterarme auf, die der direkten UV-Strahlung ausgesetzt sind.
Der schwarze Hautkrebs wird auch als "malignes Melanom" bezeichnet. Das Melanom betrifft alle Altersstufen und ist für die meisten Todesfälle unter allen Hautkrebsarten verantwortlich. Das Melanom ist ein unterschiedlich wachsender, in der Regel braun gefärbter Tumor, der häufig und in einem ziemlich frühen Stadium Metastasen bildet und an beliebigen Hautpartien auftreten kann. Bei Früherkennung ist der Tumor überwiegend heilbar, bei verzögerter Therapie oft tödlich.


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