Wie wirkt UV-Strahlung?
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Akute Wirkungen
Übermäßige UV-Bestrahlung ruft sofortige ("akute") Schäden an Augen und Haut hervor.

An den Augen sind dies unter anderem Bindehautentzündungen oder Entzündungen der Hornhaut. Die Hornhautentzündung wird als Photokeratitis oder auch als Schneeblindheit bezeichnet. Sie tritt besonders häufig bei Skifahrern und Bergsteigern auf, wenn zusätzlich zur direkten Einstrahlung des Sonnenlichts vom Schnee reflektierte ultraviolette (UV-)Strahlung auf das ungeschützte Auge trifft.

An der Haut treten bei übermäßiger UV-Bestrahlung Sonnenbrände oder auch Sonnenallergien auf.

Erst Hautrötung, dann Sonnenbrand

Die häufigste Form akuter Hautschädigung durch UV-Strahlung ist der Sonnenbrand. Sonnenbrand (Dermatitis solaris) ist eine durch UV-Strahlung verursachte Entzündung der Haut. Die Entzündung zeigt sich durch eine Hautrötung (Erythem) und die Schwellung der betroffenen Gebiete. Die entzündeten Stellen können jucken und schmerzen. In besonders schweren Fällen kommt es zur Bildung von Blasen. Die Symptome beginnen unterschiedlich vier bis acht Stunden nach der UV-Bestrahlung. Während der UV-Bestrahlung verspüren viele lediglich eine leichte Spannung der Haut. Der Höhepunkt der Beschwerden wird nach zwölf bis 36 Stunden erreicht. Zu den bereits beschriebenen Symptomen kann gelegentlich auch Fieber hinzukommen. Manchmal kommt es auch zu einem Kreislaufzusammenbruch. Sonnenbrände sollten von einem Arzt behandelt werden.

Minimale Dosis für eine Hautrötung (MED)

Die UV-Bestrahlung, die zur Ausbildung einer Hautrötung (Erythem) erforderlich ist, wird als minimale erythemwirksame Dosis (MED; Einheit: Joule pro Quadratmeter, J/m2) bezeichnet. Sie beträgt beim empfindlichen Hauttyp II etwa 250 J/m2. Diese Dosis wird an einem sonnigen Sommertag in Mitteleuropa zur Mittagszeit bereits nach einer Bestrahlungsdauer von etwa 20 Minuten überschritten.

Kein Sonnenbrand in der Kindheit!

Häufige Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko, am schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) zu erkranken, um das zwei- bis dreifache.

Sonnenallergie

"Sonnenallergie" ist eine umgangssprachliche Sammelbezeichnung für verschiedene durch UV-Licht provozierte Hautkrankheiten ("Dermatosen"). Die so genannte Sonnenallergie äußert sich in Quaddeln und Bläschen auf den sonnenexponierten Hautstellen, verbunden mit starkem Juckreiz. Sie wird vor allem durch den längerwelligen UV-Anteil des Sonnenlichts (UV-A) ausgelöst.

Stoffe, die die Haut lichtempfindlicher machen

Besondere Vorsicht ist bei der Einnahme von Medikamenten geboten. Eine Reihe von Inhaltsstoffen können fototoxische Reaktionen hervorrufen, die Hauterkrankungen zur Folge haben können. Diese reichen von Rötungen und brennenden Schmerzen bis zu schweren Verbrennungen.

Auch bestimmte Pflanzen und Lebensmittel, wie zum Beispiel Zitrusfrüchte, Sellerie und die bekannte Herkulesstaude (auch "Bärenklau" genannt) können solche lichtsensibilisierenden Stoffe enthalten und bei Einnahme oder Berührung zu mehr oder weniger schwerwiegenden Hauterkrankungen führen.

Bei dafür empfindlichen Personen können durch das Zusammenwirken von UV-A-Strahlung und Lichtsensibilisatoren auch allergische Hautreaktionen ausgelöst werden. Da es nahezu unzählige lichtsensibilisierende Stoffe gibt und die Liste auch ständig länger wird, sollte vor der Einnahme von neuen Medikamenten deshalb immer die lichtsensibilisierende Wirkung abgeklärt werden (fragen Sie den Arzt oder Apotheker). In der nachfolgenden Tabelle sind beispielhaft einige wenige der häufiger vorkommenden lichtsensibilisierenden Substanzen zusammengestellt:


Lichtsensibilisierende Substanzen und ihr Vorkommen

Substanz

Vorkommen

Antiseptika

Seifen
optische Aufheller Waschmittel
Chloroquin Antimalariamittel/Antirheumatika
Chlorothiazide Diuretika (Arzneimittel, die zur Wasserausschwemmung eingesetzt werden)
Furocumarine Zitrusfrüchte, Sellerie, Herkulesstaude (Bärenklau)
Sulfonamide Antibiotika / Chemotherapeutika
Tetracyclin Antibiotika

Triacetyldiphenylisatin

Abführmittel



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