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Erkrankungen durch UV-Strahlung

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Akute Erkrankungen durch UV-Strahlung

Die häufigste Form akuter Hautschädigungen durch UV-Strahlung ist der Sonnenbrand. Für ihn ist vor allem der kurzwellige Anteil der solaren UV-Strahlung, das UVB verantwortlich. Die UV-Strahlung, die in die Haut eindringt, führt zu einer vermehrten Freisetzung von Botenstoffen, die aufgrund ihrer gefäßerweiternden und durchblutungsfördernden Wirkung eine Rötung (Erythem) der Haut zur Folge hat. Diese Rötung tritt aber nicht sofort, sondern erst einige Stunden nach einem Sonnenbad ein und löst Juckreiz und Schmerzempfinden aus. In schwereren Fällen werden die Hautzellen so geschädigt, dass sie absterben. Dies führt zu Entzündungsreaktionen und zu verbrennungsähnlichen Symptomen mit Blasenbildung und späterer Ablösung der Haut. Im Extremfall kann es zu großflächigen Zerstörungen der betroffenen Hautstellen kommen, die dauerhaft ärztlich behandelt werden müssen.

Die UV-Bestrahlung, die zur Ausbildung einer Hautrötung erforderlich ist, wird als minimale erythemale Dosis (MED) bezeichnet. Sie beträgt beim empfindlichen Hauttyp II etwa 250 J/m2. Diese Dosis wird an einem sonnigen Sommertag in Mitteleuropa zur Mittagszeit bereits nach etwa 20 Minuten überschritten. Häufigere Sonnenbestrahlung führt zu einem gewissen Eigenschutz der Haut in Form von Bräunung und Ausbildung der so genannten Lichtschwiele (Hornhautverdickung), so dass sich die MED erhöht.

Die Haut von Kindern muss ihren UV-Eigenschutz erst entwickeln, daher ist sie besonders empfindlich. Sonnenschutz ist aus diesem Grund bei Kindern außerordentlich wichtig. Sie sollten auf keinen Fall einen Sonnenbrand bekommen. Sonnenbrände in der Kindheit bedeuten ein besonders hohes Risiko, später Hautkrebs zu bekommen. Babys und Kleinkinder sollten bis zum Ende des ersten Lebensjahres überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Neben dem Sonnenbrand treten bei dafür empfindlichen Personen noch weitere Lichtkrankheiten auf, die vor allem durch den längerwelligen UV-Anteil des Sonnenlichts (UVA) ausgelöst werden.

Die so genannte Sonnenallergie äußert sich in Quaddeln und Bläschen auf den sonnenexponierten Hautstellen, die mit starkem Juckreiz verbunden sind. Die genaue Ursache dieser Hautreaktion ist noch nicht geklärt.

Als auslösender Faktor für die so genannte Mallorca-Akne gilt ebenfalls die UVA-Strahlung. Dabei kommt es unter Beteiligung fetthaltiger Substanzen (z.B. Talg der Haut, Sonnenschutzmittel oder Kosmetika) zu Entzündungsreaktionen in den Haarfollikeln.

Besondere Vorsicht ist bei Einnahme bestimmter Medikamente geboten, die die Strahlenempfindlichkeit der Haut erhöhen und fototoxische Reaktionen hervorrufen, die Hauterkrankungen zur Folge haben können. Diese können von Rötungen und brennenden Schmerzen bis zu schweren Verbrennungen reichen. Auch bestimmte Pflanzen und Lebensmittel, wie z.B. Zitrusfrüchte, Sellerie und die bekannte Herkulesstaude (auch Bärenklau genannt) können solche lichtsensibilisierenden Stoffe enthalten und bei Einnahme oder Berührung zu mehr oder weniger schwerwiegenden Hauterkrankungen führen. Bei dafür empfindlichen Personen  können durch das Zusammenwirken von UVA-Strahlung und Lichtsensibilisatoren auch allergische Hautreaktionen ausgelöst werden. In der nachfolgenden Tabelle sind einige häufiger vorkommende lichtsensibilisierende Substanzen zusammengestellt.


Substanz Vorkommen
Antiseptika Seifen
optische Aufheller
Waschmittel
Chloroquin Antimalariamittel / Antirheumatika
Chlorothiazide Diuretika, (Arzneimittel, die zur
Wasserausschwemmung eingesetzt
werden)
Furocumarine
Zitrusfrüchte, Sellerie, Herkulesstaude (Bärenklau)
Sulfonamide Antibiotika / Chemotherapeutika
Tetracyclin Antibiotika
Triacetyldiphenylisatin Abführmittel
Tabelle: Lichtsensibilisierende Substanzen und deren Vorkommen


Neben der Haut kann auch das Auge durch UV-Strahlung geschädigt werden. Die sehr schmerzhafte Entzündung der Hornhaut durch intensive UV-Strahlung wird als Photokeratitis oder auch als Schneeblindheit bezeichnet. Sie tritt besonders häufig bei Skifahrern und Bergsteigern auf, wenn zusätzlich zur direkten Einstrahlung des Sonnenlichts vom Schnee reflektierte UV-Strahlung auf das ungeschützte Auge trifft.


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