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Solarienverbot für Minderjährige: Verfassungsgericht bestätigt gesetzliche Regelung
Seit August 2009 ist Minderjährigen der Besuch von Solarien untersagt (§ 4 des Gesetzes zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen). Das Bundesverfassungsgericht bestätigt dieses Verbot nun mit seiner Entscheidung, die Verfassungsbeschwerde einer Minderjährigen, ihrer Eltern und eines Solarienbetreibers nicht zur Verhandlung anzunehmen. Es bezieht sich dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung zum Strahlenschutz, wonach die unsachgemäße Bestrahlung der Haut zu Schädigungen bis hin zu Hautkrebs führen kann. So fanden die Wissenschaflter heraus, dass insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die regelmäßig ins Solarium gehen, das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um 75 Prozent erhöht ist.

Die Kläger

Gegen das Verbot hatten eine heute 17-Jährige und ihre Eltern Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ein Solariumsbesitzer schloss sich der Beschwerde an. Die Eltern und ihre Tochter sahen die allgemeine Handlungsfreiheit der Tochter sowie das Elterngrundrecht durch das Verbot verletzt. Der Solariumsbetreiber fühlte sich in seiner Berufsfreiheit eingeschränkt.

Begründung des Bundesverfassungsgerichts

Dies konnten die Richter so nicht nachvollziehen. Gemessen an dem Schaden, den Kinder und Jugendliche durch regelmäßige Solarienbesuche davontragen können, befanden die Richter die Einschränkung der Handlungsfreiheit für hinnehmbar.

Die Richter wiesen insbesondere daraufhin, dass die Einsichtsfähigkeit vor allem gegenüber langfristigen Folgen bei den unter 18-Jährigen nicht immer gegeben sei. Aufklärungskampagnen und freiwillige Selbstverpflichtungen der Solarienbetreiber, Minderjährigen den Zutritt zu Solarien zu verwehren, hätten zudem nicht zum Erfolg geführt. Die Richter fanden darüber hinaus, dass Betreiber von Solarien durch das Verbot nicht unverhältnismäßig in ihrer Berufsfreiheit eingeschränkt werden.

BfS sieht sich durch Entscheidung bestätigt

Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht sich durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bestätigt. Es hatte sich selbst jahrelang für einen verbesserten Schutz vor den gesundheitlichen Risiken künstlicher UV-Strahlung eingesetzt. Insbesondere die unter jungen Bürgerinnen und Bürgern relativ häufigen Solarienbesuche können zu gravierenden langfristigen gesundheitlichen Schäden wie etwa Hautkrebs führen.

Freiwilliges Zertifizierungsverfahren brachte keinen Erfolg

Das BfS richtete im Jahr 2002 einen „Runden Tisch Solarien“ (RTS) ein. Von 2004 bis Anfang 2010 konnten sich Sonnenstudios freiwillig im so genannten RTS-Zertifizierungsverfahren nach den Kriterien des BfS in anerkannten Zertifizierungsstellen prüfen lassen. Da die Zertifizierung nicht den gewünschten Erfolg hatte und zudem selbst zertifizierte Solarien oftmals die festgelegten Kriterien nicht einhielten, wurde das Verfahren 2010 eingestellt.

Das BfS bestärkte die Bundesregierung, für besseren Schutz Sorge zu tragen und eine gesetzliche Regelung zu verabschieden, wie etwa einem auch in anderen Ländern geltenden Solarienverbot für Kinder und Jugendliche.

Besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen

Bereits die Sonnenstrahlung kann besonders bei Kindern und Jugendlichen zu Schädigungen der Haut führen. Jeder Sonnenbrand steigert das Risiko im Laufe des späteren Lebens an Hautkrebs zu erkranken.

Und was für die natürliche UV-Strahlung gilt, gilt für die künstliche UV-Strahlung in weit größerem Maße. Denn: Die Intensität der Strahlung auf der Sonnenbank ist einem Sonnenbad in der Mittagszeit am Äquator gleichzusetzen. Laut Studien steigern Personen, die schon vor dem 30. Lebensjahr regelmäßig ins Solarium gehen, das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um 75 Prozent.


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