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Die weitaus schwerwiegendste Folge übermäßiger UV-Exposition
ist die Bildung von Hautkrebs, der weltweit zu den am häufigsten auftretenden
Krebsarten zählt. In Deutschland liegt die Neuerkrankungsrate für Hautkrebs
schätzungsweise bei 140.000/Jahr – mit
steigender Tendenz. In den letzten 20 Jahren hat sich die Neuerkrankungsrate am
malignen Melanom verdreifacht. Im Vergleich dazu erkranken an allen anderen
Krebsarten zusammen ca. 330.000 Personen pro Jahr. Verantwortlich für den
starken Anstieg der Hautkrebserkrankungen ist die Zunahme der UV-Belastung. Der
häufigere Aufenthalt in der Sonne, Urlaubsreisen in südliche Länder und die Nutzung
von Solarien führten in den letzten Jahrzehnten zu einem stetigen Anstieg der
UV-Exposition der Bevölkerung. Als weitere Risikofaktoren gelten generell eine
familiäre Häufung von Hautkrebserkrankungen und die Zugehörigkeit zum Hauttyp I
und II.
Auslösender Faktor für die Hautkrebsentstehung aufgrund von
UV-Exposition ist die Schädigung des Erbmaterials, der DNA. Wenn die DNA-Schäden
in den Zellen nicht vollständig repariert werden, können sie zu Krebszellen
entarten. Hinzu kommt, dass übermäßige UV-Exposition auch das Immunsystem
schädigen kann, so dass die körpereigene Tumorüberwachung beeinträchtigt wird.
Über 90% der bösartigen Neubildungen der Haut sind
epidermalen Ursprungs. Bei den Basalzell- und Plattenepithelkarziomen gilt ein
direkter Zusammenhang zwischen UV-Bestrahlung und Hautkrebsinzidenz als
gesichert.
Beim Basalzellkarzinom (oder Basaliom) handelt es sich um
einen langsam wachsenden Tumor, der nur sehr selten Metastasen (Tochtergeschwülste)
bildet. Er tritt vorwiegend an UV-exponierten Hautpartien wie Gesicht, Ohren
und Kopfhaut auf. Die Sterblichkeit ist sehr niedrig. Da der Tumor aber lokal
Gewebe zerstört, stellt die Therapie häufig ein großes kosmetisches Problem
dar.
Das Plattenepithelkarzinom (auch als Spinaliom oder
Stachelzellkrebs bezeichnet) ist ein invasiver (in das umliegende Gewebe
hineinwuchernder), lokal zerstörender Tumor, der ab einer bestimmten Größe auch
Metastasen bilden und zum Tode führen kann. Er tritt ebenfalls an UV-exponierten
Hautpartien wie Gesicht, Handrücken und Unterarme auf. Als weiterer
Risikofaktor kommt das Vorhandensein von aktinischen Keratosen hinzu.
Beim malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist die
Situation nicht so eindeutig. Obwohl Melanome nicht bevorzugt an UV-exponierten
Hautarealen auftreten und in der Häufigkeit nicht direkt mit der kumulativen UV-Dosis
korrelieren, sprechen epidemiologische Daten für einen wesentlichen UV-Einfluss
auch bei der Entstehung dieser Erkrankung. Allerdings scheinen eher kurze,
intensive UV-Bestrahlungen, die auch zu Sonnenbrand führen, eine Rolle zu spielen,
wobei häufige Sonnenbrände in Kindheit und Jugend möglicherweise ein besonderes
Risiko darstellen. Das maligne Melanom ist ein unterschiedlich wachsender, in
der Regel braun gefärbter Tumor, der häufig und in einem ziemlich frühen Stadium Metastasen bildet und an
beliebigen Hautpartien auftreten kann. Bei Früherkennung ist der Tumor
überwiegend heilbar, bei verzögerter Therapie oft tödlich. Die Sterberate liegt
bei ca. 20 bis 25%. Als Risikofaktor gilt auch das Vorhandensein vieler Pigmentmale (umgangssprachlich als
„Leberflecke“ bezeichnet).
Eine weitere Folge chronischer UV-Expositionen ist die Beschleunigung
der Hautalterung. Bei zu häufigen UV-Expositionen verliert die Haut ihre
Elastizität. Es kommt zu Pigmentverschiebungen, Austrocknung, Faltenbildung und
Bindegewebsschädigung. Besonders UV-A-Strahlung trägt zu dieser vorzeitigen
Hautalterung bei.
Neben der Haut können auch die Augen Schäden durch
UV-Exposition erleiden. In erster Linie ist davon die Augenlinse betroffen, die
einen großen Anteil der in das Auge eindringenden UV-Strahlung absorbiert. Übermäßige
UV-Exposition ist einer der auslösenden Faktoren für den Katarakt (Grauer Star).
Auch wenn nur ein geringer Anteil der UV-Strahlung bis zur Netzhaut vordringt, wird
die UV-Strahlung auch mit Netzhautveränderungen und der Makuladegeneration (Makula
= Gelber Fleck = Ort des schärfsten Sehens) in Zusammenhang gebracht.
Neben dem Schutz der Haut durch Kleidung bzw.
Sonnenschutzmittel ist daher auch der Schutz der Augen durch eine gute Sonnenbrille
beim Aufenthalt in der Sonne unbedingt erforderlich (siehe „Tipps zum Schutz vor
UV-Strahlung“).
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