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Das Bundesamt für Strahlenschutz ermittelt seit 1984 in jedem Jahr den
Bestand an unbehandelten radioaktiven Reststoffen sowie den Anfall,
Bestand, die Zwischenlagerung und den im Folgejahr zu erwartenden
Anfall an konditionierten radioaktiven Abfällen. Die Bestandsaufnahme
der abgebrannten Brennelemente erfolgte bisher im Auftrag des BMU durch
die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mbH (GRS),
zukünftig jedoch auch vom BfS.
Die folgende Tabelle enthält die zusammengefassten Daten der Abfallerhebung für das Jahr 2008 (ohne ausgediente Brennelemente).
| Reststoffart |
vernachlässigbar
wärmeentwickelnd |
wärmeentwickelnd |
unbehandelte Reststoffe
(verwertbare Reststoffe und Rohabfälle)
Bestand Ende 2008 |
20.138 m³ |
64 m³ |
Zwischenprodukte
Bestand Ende 2008 |
7.380 m³
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1.252 m³ |
konditionierte Abfälle
Bestand Ende 2008
Anfall 2008 (gemeldetes Aufkommen) |
93.929 m³
2.978 m³ |
598 m³
0 m³ |
| Prognose des Anfalls für das Jahr 2009
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5.320 m³
|
0 m³
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Am 31.12.2008 waren insgesamt ca. 121.447 m³ radioaktive Reststoffe mit
vernachlässigbarer Wärmeentwicklung und ca. 1.914 m³ wärmeentwickelnde
radioaktive Reststoffe vorhanden. In dem o. g. Bestand am 31.12.2008 an
wärmeentwickelnden Abfällen sind außer den ausgedienten
Brennelementkugeln des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR) keine
abgebrannten Brennelemente aus Leistungsreaktoren enthalten. Die
THTR-Brennelementekugeln wurden vom Betreiber als Abfall deklariert und
erscheinen deshalb in der Abfallstatistik (Zwischenprodukte).
Der durchschnittliche Anfall an konditionierten radioaktiven Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung von 1984 bis 2008 beträgt ca. 4.250 m³ pro Jahr.
Eine für die Kostenverteilung nützliche Einteilung stellt die Aufgliederung in öffentliche Hand, Landessammelstellen, Energieversorgungsunternehmen (EVU) und kerntechnische Industrie dar. Der öffentlichen Hand werden alle Anlagen zugeordnet, die vom Bund und/oder den Ländern finanziert werden, sowie das Europäische Institut für Transurane (ITU). Damit ergibt sich für den Bestand Ende 2008 folgende Verteilung:

Für Endlagerplanungsarbeiten ist es erforderlich, Prognosen über das zukünftige Abfallaufkommen zu erstellen. Dabei sind
insbesondere die Beendigung der Nutzung der Kernenergie für die
Stromerzeugung, die Forschung sowie die Beendigung der
Wiederaufarbeitung von Bedeutung.
Die Prognosen für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung beruhen einerseits auf dem Bestand an konditionierten radioaktiven Abfällen und berücksichtigen daneben die von den Abfallverursachern übermittelten Angaben zu der erwarteten Abfallmengenentwicklung . Diese fortgeschriebenen Angaben und Daten umfassen jeweils auch die Stilllegung und den Abbau von kerntechnischen Einrichtungen. Danach sind bis zum Jahr 2040 ca. 270.400 m³ radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung zu erwarten. Diese würden zu ca. 64 % aus KKW und der kerntechnischen Industrie stammen und zu ca. 36 % aus den Einrichtungen der öffentlichen Hand. Weiterhin wird abgeschätzt, dass aus den 11 Landessammelstellen zusätzlich ca. 6.500 m³ radioaktive Abfälle anfallen werden. Somit wird nach den von den Abfallverursachern gemeldeten Prognosen bis zum Jahr 2040 ein Gesamtvolumen von ca. 277.000 m³ zu erwarten sein. Nach 2040 fallen nur noch geringe Mengen an.
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Zeitliche Entwicklung der Abfallmengen
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Prognose des Anfalls konditionierter Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung bis zum Jahr 2040 (kumuliert), Gesamtvolumen: circa 280.000 Kubikmeter. (Stand März 2006)
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Der Bestand an wärmeentwickelnden Abfällen im Jahr 2040 wird bei einem
Leichtwasserreaktorbetrieb von etwa 32 Jahren insgesamt zu ca. 29.000 m³ (dies entspricht ca. 17.200 t Schwermetall aus abgebrannten
Brennelementen) ermittelt, wobei ab 2030 keine weiteren Beiträge zu
erwarten sind. Die ca. 29.000 m³ setzen sich zusammen aus:
- ca. 20.600
m³ abgebrannten Brennelementen (BE) in Polluxbehältern,
- ca. 3.400 m³ Strukturteile aus der Konditionierungsanlage für abgebrannte Brennelemente (PKA),
- ca. 660 m³
verglasten hochradioaktive Abfällen und
- ca. 1.340 m³
technologischen Abfällen und mittelaktiven verglasten Abfällen aus der Wiederaufarbeitung bei AREVA
NC (ehemals COGEMA) in Frankreich und Sellafield Ltd. (ehemals BNFL) in Großbritannien,
- ca. 130 m³ aus abgebrannten BE der
Forschungsreaktoren und
- ca. 2.000 m³ der ausgedienten BE des
Atomversuchsreaktors Jülich (AVR) und des
Thorium-Hochtemperaturreaktors in Hamm-Uentrop (THTR).
Betrachtet man
die Masse von ca. 17.200 t Schwermetall, so schlüsselt sich diese wie
folgt auf: ca. 10.500 t in abgebrannten BE, 5.379 t in die
Wiederaufarbeitung von AREVA, 851 t in die Wiederaufarbeitung von
BN-GS. Die restlichen Mengen wurden entweder in der
Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) wiederaufgearbeitet oder in
geringerem Maße in folgende ausländische Institutionen verbracht:
-
zur Wiederaufarbeitung bei Eurochemic in Mol (Belgien),
-
zur Lagerung in das Zentrale Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente (CLAB) in Schweden,
- zur Wiederaufarbeitung oder
Lagerung in die ehemalige UdSSR (nur Brennelemente aus den KKW
Greifswald und Rheinsberg, die auch dort hergestellt wurden),
-
zum weiteren Einsatz in das KKW Paks in Ungarn (nur Brennelemente aus dem KKW Greifswald).
Die Transporte zur Rückführung von Abfällen aus den
Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien sind von großem öffentlichen Interesse. Für die Behälter und die darin enthaltenen hochaktiven Glaskokillen
(verglaste und in Form gegossene Abfälle) ergeben sich beim derzeitigen Stand folgende
Zahlen:
Im Transportbehälterlager in Gorleben - nicht zu verwechseln mit dem
Erkundungsbergwerk und dem Abfalllager (siehe http://www.bfs.de/bfs/fue_beitraege/anlagen_gorleben.html
) - lagern mit Stand November 2008 insgesamt 86 Behälter mit HAW-Kokillen
(HAW =
high active waste = hochradioaktive Abfälle). Laut Auskunft der Gesellschaft für Nuklearservice mbH (GNS) (Stand Juli
2008) müssen noch 22 Behälter mit HAW-Kokillen aus Frankreich und 21
Behälter aus Großbritannien nach Deutschland transportiert werden,
insgesamt also 43. Aus Großbritannien werden nur HAW-Kokillen
zurückgeführt. Andere Abfälle wie Strukturelemente und mittelaktive
Abfälle verbleiben dort. Zum Ausgleich dafür werden zirka 5 % mehr
HAW-Kokillen geliefert. Dieser Aufschlag ist bei der o. g. Zahl von 21
Behältern bereits berücksichtigt.
Die insgesamt nach Deutschland zurückzuführenden radioaktiven Abfälle aus den Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien sind weniger als ursprünglich geplant. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind durch die Beendigung der Transporte zu den ausländischen Wiederaufarbeitungsanlagen weniger abgebrannte Brennelemente zu diesen Anlagen hingeliefert worden. Folglich sind auch weniger Abfälle zurückzunehmen. Zum anderen gibt es neue Abfallprodukte, die zu einer Volumenreduktion führten. So werden anstelle von zementierten und bituminierten Abfallprodukten bei AREVA NC (Frankreich) jetzt hochdruckkompaktierte und mittelaktive verglaste Abfälle hergestellt. Aufgrund der zwischen den KKW-Betreibern und Sellafield Ltd. vertraglich vereinbarten Substitution von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen gegen eine äquivalente Zusatzmenge hochradioaktiver Abfälle (Glaskokilllen) sind Hülsen und Endstücke als Abfallstrom von Sellafield Ltd. nicht zurückzunehmen. Auch das führte zu einer Volumenreduktion. Weiterhin wurde aufgrund der nunmehr vorliegenden Produktionserfahrungen die pro Tonne Schwermetall zurückzunehmende Gebindeanzahl angepasst.
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