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Kerntechnik > Nukleare Unfälle > Fukushima > Notfallschutz für Kernkraftwerke

Analyse der Vorkehrungen für den anlagenexternen Notfallschutz für deutsche Kernkraftwerke basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima
Welche Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen hat es, wenn radioaktive Stoffe über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden? Anhand von Fallbeispielen hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen kerntechnischen Unfall simuliert, dessen radiologische Auswirkungen denen des Unfalls in Fukushima-Daiichi ähneln.

Effektive Dosis für Erwachsene durch externe Strahlung und Inhalation über 30 Tage auf Basis der Wetterdaten für Dezember 2010. Für die Simulation wurde angenommen, dass ein deutsches Kernkraftwerk für eine Dauer von 15 Tagen Radioaktivität freisetzt.

Effektive Dosis für Erwachsene durch externe Strahlung und Inhalation über 30 Tage auf Basis der Wetterdaten für Dezember 2010. Für die Simulation wurde angenommen, dass ein deutsches Kernkraftwerk für eine Dauer von 15 Tagen Radioaktivität freisetzt.
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Simulation eines kerntechnischen Unfalls

Zur Simulation wurden die im BfS für einen kerntechnischen oder radiologischen Notfall vorgehaltenen Systeme – insbesondere das Entscheidungshilfesystem RODOS – verwendet. Die radiologische Lage, die sich aus den Ergebnissen der Simulation ergab, wurde in der Studie ausgewertet.

In der Studie wurden verschiedene Freisetzungs-Szenarien (Quellterme) verwendet, die alle - ähnlich wie bei dem Unfall in Fukushima aufgetreten - eine lang andauernde Freisetzung über bis zu 30 Tage beschreiben. Sie wurden in der Untersuchung so gewählt, dass ihre Auswirkungen der höchsten Stufe 7 (katastrophaler Unfall) auf der internationalen INES-Skala zur Bewertung nuklearer und radiologischer Ereignisse entsprechen.

Analyse von Umfang und Duchführbarkeit von Notfallschutzmaßnahmen

Würde sich in Deutschland ein kerntechnischer Unfall mit ähnlich schweren radiologischen Auswirkungen wie im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ereignen, wären anlagenexterne Notfallschutzmaßnahmen erforderlich. Die Studie analysiert den Umfang und die Durchführbarkeit notwendiger Schutzmaßnahmen. Sie geht damit der Frage nach, inwiefern das bestehende Notfallschutzkonzept in Deutschland für eine dem Unfall in Fukushima-Daiichi ähnelnde radiologische Notfall-Situation gerüstet ist.

Die Ergebnisse der Studie lassen den Schluss zu, dass die bisherigen Planungen für den anlagenexternen Notfallschutz in Deutschland bei Berücksichtigung der Erfahrungen nach dem Unfall in Fukushima-Daiichi kritisch überprüft und weiterentwickelt werden sollten.

Fortführung der Studie

In den Jahren 2012 und 2013 wurde und wird diese Studie durch das BfS in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und einer Arbeitsgruppe der Strahlenschutzkommission (SSK) fortgeführt. Erste Ergebnisse dazu finden Sie im Jahresbericht 2012.

Dabei wurde die Anzahl der betrachteten Fallbeispiele erheblich ausgeweitet. Bis April 2013 sind bereits circa 5000 Fallbeispiele untersucht worden. Ferner werden die Auswirkungen zusätzlicher Freisetzungs-Szenarien betrachtet. Die Ergebnisse werden in der SSK-Arbeitsgruppe diskutiert, eine Veröffentlichung ist im Jahr 2014 vorgesehen.


Studie


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