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Genetische Strahlenwirkungen
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Chromosomen
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Wirken ionisierende Strahlen auf Keimdrüsen oder Keimzellen, können sie Schäden im Erbgut (Mutationen) verursachen, die zu genetisch bedingten Krankheiten (Erbschäden) führen. Diese können sich bei den Kindern und Kindeskindern der bestrahlten Personen in Form von Fehlbildungen, Stoffwechselstörungen, Immunschäden etc. auswirken, aber auch erst nach vielen Generationen sichtbar werden. Wie Krebserkrankungen sind auch genetisch bedingte Krankheiten keine spezifischen Folgen einer Strahlenexposition, sondern treten mit dem gleichen klinischen Erscheinungsbild auch spontan oder infolge anderer Umwelteinflüsse auf.
Ein Zusammenhang zwischen einer Strahlenexposition und dem Auftreten von genetischen Effekten konnte beim Menschen bisher nicht beobachtet werden. Das größte Kollektiv bestrahlter Eltern stellen die Atombomben-Überlebenden
dar. Die Kinder dieser Eltern sind registriert und werden bis heute immer
wieder auf genetische Effekte untersucht. Bisher wurde unter den Kindern und
Kindeskindern der Atombomben-Überlebenden aber keine statistisch signifikante
Erhöhung in der Häufigkeit von Erbkrankheiten gegenüber der unbestrahlten
japanischen Bevölkerung beobachtet. Daher ist man bei Risikoabschätzungen
darauf angewiesen, die Wirkungen relativ starker Bestrahlungen im
Tierexperiment zu untersuchen und von diesen Ergebnissen auf die statistisch
bisher nicht erfassbaren Wirkungen niedriger Strahlendosen beim Menschen zu
schließen.
Genetisches Strahlenrisiko
Die Internationale Strahlenschutz-Kommission (ICRP) geht davon
aus, dass das genetische Risiko für bis zu zwei Generationen nach Bestrahlung
der Eltern mit einer einmaligen (akuten) Gonaden-Dosis von 1 Gray (Gy) bei 500
Geburten zu einer zusätzlichen schweren Erkrankung führt, die durch eine
strahlenbedingte Mutation verursacht wird. Bei chronischer Strahlenbelastung
über mehrere Generationen wird davon ausgegangen, dass durch eine Gonaden-Dosis
von 1 Gray ein zusätzlicher Fall einer Mutation bei 100 Geburten ausgelöst wird,
die Ursache für eine schwere Erkrankung ist.
Bei den Abschätzungen des genetischen Strahlenrisikos geht man von einer Verdoppelungsdosis in Höhe von 1 Gray im Falle einer chronischen Bestrahlung aus. Das heißt, eine Dosis von 1 Gray verdoppelt die spontane Häufigkeit aller klinisch dominanten Mutationen, die bei etwa 2 Prozent pro Generation liegt. Für den Fall einer akuten Bestrahlung beträgt die Verdopplungsdosis 0,3 Gray. Von den medizinisch-diagnostischen Maßnahmen verursacht die Computer-Tomographie (CT) mit die höchste Strahlenexposition. Eine CT des Unterleibs bedingt etwa eine Keimdrüsendosis von 35 Millisievert (Ovarien) bis 40 Millisievert (Hoden), dies entspricht 0,035 bis 0,040 Gray. Das spontane genetische Risiko, das bei etwa zwei bis drei Prozent für monogenetische und chromosomale Erkrankungen liegt, erhöht sich dadurch bei der Frau um 0,07 Prozent und beim Mann um 0,08 Prozent.
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