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Krebs und Leukämie
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Ionisierende Strahlung kann Krebs und Leukämien auslösen. Man unterscheidet zwischen Krebs und Leukämie. Alle Erkrankungen zählen zu den bösartigen Neubildungen. Während Krebs bösartige Neubildungen umfasst, die ein Organ (zum Beispiel Leber, Niere) betreffen, bezeichnet Leukämie eine Erkrankung des blutbildenden Systems, die sich auf den gesamten Organismus auswirkt.
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Genetische Strahlenwirkungen
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Wirken ionisierende Strahlen auf Keimdrüsen oder Keimzellen, können sie Schäden im Erbgut (Mutationen) verursachen, die zu genetisch bedingten Krankheiten (Erbschäden) führen. Diese können sich erst bei den Kindern und Kindeskindern der bestrahlten Personen in Form von Fehlbildungen, Stoffwechselstörungen, Immunschäden etc. auswirken
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Bestrahlung während der Schwangerschaft
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Wird eine schwangere Frau einer Bestrahlung ausgesetzt, dann kann es bei dem ungeborenen Kind zu Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen kommen. Zudem besteht für das Kind ein erhöhtes Risiko, an Krebs oder Leukämie zu erkranken. Zum Schutz des Ungeborenen muss nach den Bestimmungen der Röntgenverordnung bzw. der Strahlenschutzverordnung vor der Anwendung ionisierender Strahlung in der medizinischen Diagnostik oder Therapie der anwendende Arzt jede gebärfähige Frau befragen, ob eine Schwangerschaft besteht oder bestehen könnte.
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Epidemiologie strahlenbedingter Erkrankungen
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Die Epidemiologie (von griech. epi „auf, über“, demos „Volk“, logos „Lehre“) ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Verteilung von Krankheiten in einer Bevölkerung und mit den Faktoren beschäftigt, die diese Verteilung beeinflussen. Die Strahlenepidemiologie interessiert sich dabei besonders für mögliche Zusammenhänge zwischen ionisierender Strahlung oder nichtionisierender
Strahlung.
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Risikoabschätzung und -bewertung
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Krebserkrankungen und genetischen Schäden, die von ionisierender Strahlung ausgelöst wurden, lassen sich vom Krankheitsbild her nicht von sogenannten "spontan entstandenen" Erkrankungen unterscheiden. Eine mögliche Verursachung durch Strahlung kann daher nur festgestellt werden, wenn die Erkrankungen bei bestrahlten Personengruppen statistisch signifikant und über verschiedene Personengruppen hinweg konsistent häufiger auftreten als bei unbestrahlten Kontrollgruppen.
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Grenzwerte und Dosisbegriffe im Strahlenschutz
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Als sich nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen Erkrankungen bei Personen häuften, die mit Strahlenquellen Umgang hatten, wurden erste Maßnahmen zur Begrenzung der Strahlenexpositionen ergriffen. Solange jedoch noch keine Maßeinheit für die "Strahlenmenge" in Form der Dosis allgemeinverbindlich definiert war, blieben die Vereinbarungen zur Expositionsbegrenzung nur unvollkommen. Mit zunehmenden Erkenntnissen über physikalische und biologische Wirkungen der ionisierenden Strahlung wurde der Begriff der Dosis zuerst auf der Grundlage physikalischer Parameter eingeführt.
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Individuelle Strahlenempfindlichkeit
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Der Begriff "Strahlenempfindlichkeit" beschreibt die Sensitivität von biologischen Zellen, Gewebe und Organen auf die Wirkung ionisierender Strahlung. Bestimmte Veränderungen in der Erbsubstanz können zu einer drastischen Änderung der Strahlenempfindlichkeit führen. Schon früh in der Geschichte der Strahlentherapie wurde klar, dass einzelne Personen unterschiedlich auf Strahlung reagieren. Dies zeigte sich im häufigeren Auftreten von akuten Nebenwirkungen aber auch im erhöhten Auftreten von bösartigen Sekundärerkrankungen.
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Gesundheitliche Auswirkungen von Radon in Wohnungen
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Nach Angaben des Wissenschaftlichen Ausschusses der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR) beträgt der bevölkerungsgewichtete Mittelwert der Radonkonzentration in Wohnungen in der Europäischen Union etwa 59 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3). Geht man von einem linearen Risikoanstieg von 16 Prozent pro 100 Bq/m3 aus, so verursacht Radon in Wohnungen in Europa neun Prozent aller Lungenkrebstodesfälle und zwei Prozent aller Krebstodesfälle. Absolut gesehen heißt dies, dass circa 20.000 Lungenkrebstote pro Jahr in der Europäischen Union durch Radon verursacht werden.
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High Level and Expert Group on low dose risk research
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Die High Level Expert Group befasst sich mit der Strukturierung der Erforschung von Risiken ionisierender Strahlung im niedrigen Dosisbereich in Europa. Sie ist eine Initiative von sechs europäischen Institutionen und der Europäischen Kommission (EURATOM).
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Polonium-210: Gesundheitliche Bewertung
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In der Natur entsteht Polonium-210 durch den radioaktiven Zerfall von Uran-238. Es ist ein radioaktives Metall, das sich in chemischen Reaktionen ähnlich wie Wismut verhält. Die technische Herstellung von Polonium erfolgt im Kernreaktor durch Neutronenbeschuss von Wismut. Polonium kommt in geringsten Mengen (etwa 60 Becquerel) auch von Natur aus im menschlichen Körper vor.
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Plutonium
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Plutonium (Pu) ist das chemische Element mit der Ordnungszahl 94 (Nuklide 238, 239, 240, 241, 242, 244) und gehört zu den Schwermetallen wie Blei oder Quecksilber. Daher ist es für den menschlichen Körper auch ähnlich giftig wie diese Schwermetalle. Plutonium ist zusätzlich radioaktiv, das heißt die verschiedenen Nuklide (238, 240 usw.) zerfallen unter Aussendung von Strahlung.
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Uran
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Uran ist ein in der Natur vorkommendes radioaktives Schwermetall, das natürlich in Form der Uranisotope Uran-238 (99,3%-Anteil), Uran-235 (0,7%-Anteil) und Uran-234 (0,006%-Anteil) vorkommt. Uran ist radioaktiv und zerfällt vorwiegend unter Aussendung von Alphastrahlen, die besonders biologisch wirksam sind.
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Hormesis
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Ob niedrige Dosen ionisierender Strahlung möglicherweise positiv auf biologische Systeme wirken können, wird kontrovers diskutiert. Diese positiven Auswirkungen werden häufig unter dem Begriff "Hormesis" zusammengefasst.
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