Einführung Radon
Gesundheitliche Auswirkungen von Radon
Radon im Boden
Messmethoden
Radon in Gebäuden
Maßnahmen zum Schutz vor erhöhten Radonkonzentrationen
Granitplatten im Haushalt
Vergleichsprüfungen
Radon im Freien in Bergbaugebieten
Radonlabor
Weitere Artikel
Qualitätssicherung
Service

Ionisierende Strahlung > Radon > Einführung Radon

Einführung Radon
Schmelzpunkt 202 K (-71 °C)
Siedepunkt 211,3 K (-61,8 °C)
Dichte
9,73 g/l
Die Erdkruste enthält die natürlichen Radionuklide Uran-238, Uran-235, Thorium-232 und Kalium-40. Als Zwischenprodukt der Zerfallsreihe des Uran-238 entsteht über Radium-226 das radioaktive Edelgas Radon-222 (Rn-222, Halbwertszeit 3,8 Tage). Es ist farb-, geruch- und geschmacklos. Radon geht mit anderen Elementen kaum chemische Verbindungen ein und ist deshalb besonders mobil. Auf Grund dieser Eigenschaften kommt Radon überall auf der Welt vor. Aus allen Materialien, in denen Uran vorhanden ist, vor allem aus dem Erdboden und den Baumaterialien, wird Radon freigesetzt und gelangt in die freie Atmosphäre oder in die Innenraumluft von Gebäuden.

Radon-Zerfallsreihe
Bitte klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung
Normalerweise werden in der Bundesrepublik Deutschland in der bodennahen Luft im Freien im Jahresmittel Radonkonzentrationen zwischen 3 Bq/m³ und 40 Bq/m³ (bei einem Mittelwert von 9 Bq/m³) gemessen. Durch Eingriffe des Menschen in die Natur, z.B. Bergbau, können Veränderungen entstehen, die eine lokale Erhöhung der Radonkonzentration über das für die Region natürliche Niveau nach sich ziehen.

Radonkonzentration in Wohnungen

Der Mittelwert der Radonkonzentration in Wohnungen beträgt in Deutschland rund 50 Bq/m³, allerdings variiert die Radonkonzentration von Haus zu Haus deutlich. Es werden Jahresmittelwerte zwischen 10 und einigen tausend, in seltenen Einzelfällen über 10000 Bq/m³ gemessen. Die wichtigste Ursache für hohe Radonkonzentrationen in Gebäuden ist Radon aus dem Gebäudeuntergrund. Beim radioaktiven Zerfall des Radons entstehen wiederum andere radioaktive Stoffe. Dabei handelt es sich um Isotope der Schwermetalle Polonium, Wismut und Blei. Vor allem die kurzlebigen Radon-Folgeprodukte lagern sich an feinste Teilchen in der Luft (Aerosole) an, bleiben so über einen langen Zeitraum in der Schwebe. Sie können gemeinsam mit dem Radon eingeatmet werden und führen so zu einer Strahlenexposition vor allem des Lungengewebes.

Belastung durch Radon

Nach aktuellen Erkenntnissen werden in Deutschland 5-10 Prozent der Lungenkrebserkrankungen der Bevölkerung der Belastung durch Radon und seine Zerfallsprodukte in Gebäuden zugeschrieben. Umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich das Lungenkrebsrisiko bei einer Radonkonzentration von 1000 Bq/m³ gegenüber Konzentration unter 50 Bq/m³ mehr als verdoppelt.

Druckversion