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Röntgendiagnostik: Häufigkeit und Strahlenexposition

Darstellung der Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen und CT-/MRT-Untersuchungen in Deutschland
Abb. 1: Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen und CT-/MRT-Untersuchungen in Deutschland

Abb. 2: Prozentualer Anteil der verschiedenen Untersuchungsarten an der Gesamthäufigkeit (links) und an der kollektiven effektiven Dosis (rechts) für das Jahr 2010

Abb. 3: Mittlere effektive Dosis (in mSv) pro Einwohner und Jahr durch Röntgenuntersuchungen in Deutschland

Jede Röntgenuntersuchung ist mit einem gewissen – wenn auch geringen – Strahlenrisiko verbunden. Daher wird regelmäßig abgeschätzt, wie viele Untersuchungen durchgeführt werden und wie hoch die daraus resultierende Strahlenexposition für die deutsche Bevölkerung ist. Die Erhebung, Auswertung und Bewertung der Daten erfolgen jährlich.

Wie wird die Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen abgeschätzt?

Ärztliche Leistungen werden über spezielle Gebührenziffern abgerechnet, die die ärztlichen Maßnahmen und damit auch die hier interessierenden radiologischen Maßnahmen beschreiben. Da circa 98 Prozent der deutschen Bevölkerung gesetzlich oder privat krankenversichert ist, kann die Häufigkeit röntgendiagnostischer Untersuchungen gut mithilfe dieser Gebührenziffern abgeschätzt werden. Hauptquelle für diese Abschätzung sind somit die Kostenträger wie die kassenärztliche und kassenzahnärztliche Bundesvereinigungen sowie der Verband der privaten Krankenversicherung.

Wie wird die Strahlenexposition durch Röntgendiagnostik abgeschätzt?

Für die Abschätzung der kollektiven effektiven Dosis (Kollektivdosis) werden für die verschiedenen Untersuchungsarten jeweils die Produkte von Untersuchungshäufigkeit und dem Schätzwert für die mittlere effektive Dosis dieser Untersuchungsart ermittelt und über alle Untersuchungsarten aufsummiert. Mithilfe der Bevölkerungsanzahl wird die mittlere effektive Dosis pro Einwohner berechnet.

Ergebnisse der aktuellen Auswertung

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen in Deutschland nahm in den Jahren 1996 bis 2010 insgesamt ab. Für die Jahre 2007 bis 2010 sind die Werte gegenüber dem Jahr 2006 jedoch leicht erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf die Einführung des Mammographie-Screening-Programms in Deutschland und die damit einhergehende – seit 2007 recht deutliche – Zunahme der Mammographien im ambulanten kassenärztlichen Bereich zurückzuführen. Der Wert für die Gesamthäufigkeit für das Jahr 2010 liegt bei etwa 1,66 Röntgenuntersuchungen pro Einwohner und Jahr (Abb. 1).

Zahnmedizinische Röntgenuntersuchungen

Die zahnmedizinische Röntgendiagnostik belief sich in den Jahren 1996 bis 2010 nahezu konstant auf etwa 0,6 Röntgenuntersuchungen pro Einwohner und Jahr (Abb. 1), was im Mittel circa einem Drittel der Gesamtanzahl der Röntgenuntersuchungen entspricht.

Sonstige konventionelle Röntgenaufnahmen

Neben den zahnmedizinischen Untersuchungen entfiel der größte Teil aller Röntgenuntersuchungen auf das Skelett (das heißt Schädel, Schultergürtel, Wirbelsäule, Beckengürtel, Extremitäten) und auf den Brustkorb (Thorax) (Abb. 2).

Computertomographie (CT)

Am auffälligsten ist die stetige Zunahme der CT-Untersuchungen zwischen 1996 und 2010: insgesamt hat sich die Anzahl der CT-Untersuchungen in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt (Zunahme um 130 %, Abb.1). Eine erhebliche Zunahme der Untersuchungshäufigkeit ist übrigens auch bei der Magnetresonanztomographie, also einem bildgebenden Untersuchungsverfahren, das keine ionisierende Strahlung verwendet, zu verzeichnen.

Dosis

Die mittlere effektive Dosis pro Einwohner in Deutschland beläuft sich für das Jahr 2010 auf circa 1,8 Millisievert (mSv) (Abb. 3). Die im Vergleich zu den Vorjahren 2004 bis 2006 geringfügig niedrigeren Schätzwerte für die Jahre 2007 bis 2009 resultieren aus der Berücksichtigung der von den so genannten Ärztlichen Stellen zum Zweck der Aktualisierung der diagnostischen Referenzwerte gemeldeten Dosiswerte für den aktuellen Zeitraum. Über den Beobachtungszeitraum 1996 bis 2010 ist insgesamt ein ansteigender Trend für die mittlere effektive Dosis pro Einwohner und Jahr zu verzeichnen (Abb. 3). Dieser Anstieg der jährlichen Pro-Kopf-Dosis hat seine Ursache im Wesentlichen in der Zunahme der CT-Untersuchungshäufigkeit (Abb. 1) beziehungsweise in der daraus resultierenden ansteigenden mittleren effektiven Dosis pro Einwohner (Abb. 3) zwischen 1996 und 2010. Bei den restlichen Untersuchungsverfahren nimmt die jährliche Pro-Kopf-Dosis über den Zeitraum 1996 bis 2010 dagegen deutlich -um circa ein Drittel- ab (Abb. 3).

CT-Untersuchungen sowie die ebenfalls dosisintensiven Angiographien und interventionellen Maßnahmen tragen nur etwa zehn Prozent zu der Gesamthäufigkeit bei, ihr Anteil an der kollektiven effektiven Dosis betrug im Jahr 2010 jedoch mehr als drei Viertel (Abb. 2).


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