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Röntgendiagnostik: Häufigkeit und Strahlenexposition

Darstellung der Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen und CT-/MRT-Untersuchungen in Deutschland
Abb. 1: Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen und CT-/MRT-Untersuchungen in Deutschland (unter Berücksichtigung von Bevölkerungszahlen auf Basis der Volkszählung 1987)

Abb. 2: Prozentualer Anteil der verschiedenen Untersuchungsarten an der Gesamthäufigkeit (links) und an der kollektiven effektiven Dosis (rechts) für das Jahr 2012

Abb. 3: Mittlere effektive Dosis (in mSv) pro Einwohner und Jahr durch Röntgenuntersuchungen in Deutschland (unter Berücksichtigung von Bevölkerungszahlen auf Basis der Volkszählung 1987)

Jede Röntgenuntersuchung ist mit einem gewissen – wenn auch geringen – Strahlenrisiko verbunden. Daher wird regelmäßig abgeschätzt, wie viele Untersuchungen durchgeführt werden und wie hoch die daraus resultierende Strahlenexposition für die deutsche Bevölkerung ist. Die Erhebung, Auswertung und Bewertung der Daten erfolgen jährlich.

Wie wird die Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen abgeschätzt?

Ärztliche Leistungen werden über spezielle Gebührenziffern abgerechnet, die die ärztlichen Maßnahmen und damit auch die hier interessierenden radiologischen Maßnahmen beschreiben. Da zirka 98 Prozent der deutschen Bevölkerung gesetzlich oder privat krankenversichert sind, kann die Häufigkeit röntgendiagnostischer Untersuchungen gut mithilfe dieser Gebührenziffern abgeschätzt werden. Diese werden dem BfS regelmäßig von der kassenärztlichen beziehungsweise kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung sowie dem Verband der privaten Krankenversicherung zur Verfügung gestellt.

Wie wird die Strahlenexposition durch Röntgendiagnostik abgeschätzt?

Für die Abschätzung der kollektiven effektiven Dosis (Kollektivdosis) werden für die verschiedenen Untersuchungsarten jeweils die Produkte von Untersuchungshäufigkeit und einem repräsentativen Schätzwert für die mittlere effektive Dosis dieser Untersuchungsart ermittelt und über alle Untersuchungsarten aufsummiert. Mithilfe der Bevölkerungsanzahl wird die mittlere effektive Dosis pro Einwohner berechnet.

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass das statistische Bundesamt für 2011 und 2012 Bevölkerungszahlen auf der Basis des neuen Zensus 2011 veröffentlicht hat. Für die Jahre davor wurde für die Bevölkerungszahlen die Volkszählung 1987 zugrunde gelegt (mit höheren Werten im Vergleich zu den neueren Schätzungen). Um die Ergebnisse für die Jahre 2011 und 2012 mit den Ergebnissen vorheriger Jahre vergleichen zu können, werden im Folgenden und in den Abbildungen die fortgeschriebenen Bevölkerungszahlen auf der Grundlage der Volkszählung von 1987 verwendet.

Ergebnisse der aktuellen Auswertung

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen in Deutschland nahm in den Jahren 1996 bis 2012 insgesamt ab. Für die Jahre 2007 bis 2012 sind die Werte gegenüber dem Jahr 2006 jedoch leicht erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf die Einführung des Mammographie-Screening-Programms (MSP) in Deutschland und die damit einhergehende – seit 2007 recht deutliche – Zunahme der Mammographien im ambulanten kassenärztlichen Bereich zurückzuführen. Der Wert für die Gesamthäufigkeit für das Jahr 2012 liegt bei etwa 1,6 (auf Basis des neuen Zensus: 1,7) Röntgenuntersuchungen pro Einwohner und Jahr (Abb. 1).

Zahnmedizinische Röntgenuntersuchungen

Die zahnmedizinische Röntgendiagnostik belief sich in den Jahren 1996 bis 2012 nahezu konstant auf etwa 0,6 Röntgenuntersuchungen pro Einwohner und Jahr (Abb. 1). Damit nehmen zahnmedizinische Röntgenuntersuchungen im Mittel zirka ein Drittel aller Röntgenuntersuchungen ein.

Sonstige konventionelle Röntgenaufnahmen

Neben den zahnmedizinischen Untersuchungen entfiel der größte Teil aller Röntgenuntersuchungen auf das Skelett (das heißt Schädel, Schultergürtel, Wirbelsäule, Beckengürtel, Extremitäten) und auf den Brustkorb (Thorax) (Abb. 2).

Computertomographie (CT)

Am auffälligsten ist die stetige Zunahme der CT-Untersuchungen zwischen 1996 und 2012: insgesamt hat sich die Anzahl der CT-Untersuchungen in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt (Zunahme um etwa 130 Prozent, Abb.1). Eine erhebliche Zunahme der Untersuchungshäufigkeit ist übrigens auch bei der Magnetresonanztomographie (MRT), also einem bildgebenden Untersuchungsverfahren, das keine ionisierende Strahlung verwendet, zu verzeichnen: Hier hat sich die Anzahl der Untersuchungen zwischen 1996 und 2012 zirka verfünffacht.

Dosis

Die mittlere effektive Dosis pro Einwohner in Deutschland beläuft sich für das Jahr 2012 auf zirka 1,8 Millisievert (mSv) (Abb. 3). Über den Beobachtungszeitraum 1996 bis 2012 steigt die mittlere effektive Dosis pro Einwohner und Jahr an (Abb. 3). Dieser Anstieg der jährlichen Pro-Kopf-Dosis hat seine Ursache im Wesentlichen in der Zunahme der CT-Untersuchungshäufigkeit (Abb. 1) beziehungsweise in der daraus resultierenden ansteigenden mittleren effektiven Dosis pro Einwohner (Abb. 3) zwischen 1996 und 2012. Bei den restlichen Untersuchungsverfahren nimmt die jährliche Pro-Kopf-Dosis über den Zeitraum 1996 bis 2012 dagegen deutlich - um zirka ein Drittel - ab (Abb. 3).

CT-Untersuchungen sowie die ebenfalls dosisintensiven Angiographien und interventionellen Maßnahmen tragen nur etwa zehn Prozent zu der Gesamthäufigkeit bei, ihr Anteil an der kollektiven effektiven Dosis betrug im Jahr 2012 jedoch mehr als drei Viertel (Abb. 2).


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