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Ionisierende Strahlung > Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS) > IMIS

Das integrierte Mess- und Informationssystem (IMIS)

Die drei Ebenen des IMIS

Organisatorische Gliederung: Die drei Ebenen des IMIS
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Beim Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 zeigte sich, dass die Vorbereitungen auf eine großräumige Kontamination der Umwelt mangelhaft waren: Die Messungen wurden nicht systematisch durchgeführt und waren nicht aufeinander abgestimmt. Die Dosisabschätzungen sowie der Datenaustausch über Telefax und Fernschreiber waren zeitaufwändig und schwierig. Eine Darstellung der Ergebnisse fand allenfalls in Form von Tabellen statt. Die Erstellung übersichtlicher Graphiken war kompliziert und wurde deshalb so gut wie nicht praktiziert. Dies hat mit dazu beigetragen, dass Politiker die Situation unterschiedlich bewerteten, was zu erheblichen Verunsicherungen in der Bevölkerung führte.

Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen wurde noch im Jahr 1986 das Strahlenschutzvorsorgegesetz verabschiedet, das die gesetzliche Grundlage für die Errichtung des "Integrierten Mess- und Informationssystems für die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt" (IMIS) ist.

Routinemäßige Überwachung

Aufgabe von IMIS ist es, die Umwelt kontinuierlich zu überwachen, um bereits geringfügige Änderungen der Umweltradioaktivität flächendeckend schnell und zuverlässig erkennen sowie langfristige Trends erfassen zu können. An diesem Routinemessprogramm zur Überwachung der Umwelt sind mehr als 60 Laboratorien in Bund und Ländern beteiligt.

Kontinuierlich arbeitende Messnetze sind für die Überwachung der Radioaktivität in der Atmosphäre, in den Bundeswasserstraßen und in der Nord- und Ostsee eingerichtet. Im Routinebetrieb werden bundesweit mehr als 10.000 Einzelmessungen pro Jahr in Luft, Wasser, Boden, Nahrungs- und Futtermittel durchgeführt.

Ortsdosisleistungskarte (Beispiel)

Deutschlandkarte mit Daten zur Gamma-Ortsdosisleistung (ODL) vom 24. 11. 2011.
Die aktuellen Messdaten erhalten Sie, wenn Sie auf die Karte klicken. Die Daten werden täglich aktualisiert.

Eine der wesentlichen Aufgaben von IMIS ist es, alle Ergebnisse zusammenzuführen, zu prüfen, aufzubereiten und in übersichtlichen Dokumenten darzustellen. Die Ergebnisse werden jedes Jahr in dem Bericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung" zusammengefasst.

Schnelle Erfassung der radiologischen Lage

IMIS ist vor allem für eine schnelle Erfassung der radiologischen Lage in einer Unfallsituation ausgelegt. Um Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz des Menschen und der Umwelt treffen zu können, muss IMIS drei Informationen umgehend und zuverlässig liefern:
  • Welche Gebiete sind betroffen und wie hoch sind die Kontaminationen?
  • Welche Radionuklide spielen eine Rolle?
  • Wie hoch ist die aktuelle und die zu erwartende Strahlenbelastung der Menschen in den betroffenen Gebieten?

Organisatorische Gliederung

IMIS setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die eng miteinander verflochten und aufeinander abgestimmt sind. Dabei lassen sich in IMIS drei Ebenen unterscheiden (siehe Abbildung oben):
  • Messungen der Umweltkontamination und prognostische Dosisabschätzungen
  • Zusammenführung, Prüfung, Aufbereitung und Darstellung der Ergebnisse
  • Übermittlung der Ergebnisse an die Entscheidungsebene im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)


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