Häufig gestellte Fragen zum Thema „Röntgendiagnostik“

1.

Was versteht man unter Röntgenstrahlung?

2.

Wie wirkt Röntgenstrahlung?

3.

Seit wann werden Röntgengeräte in der Medizin eingesetzt?

4.

Sammelt sich Röntgenstrahlung im Körper an?

5.

Wie viele Röntgenuntersuchungen werden in Deutschland jährlich durchgeführt?

6.

Welche Strahlendosis tritt bei Röntgenuntersuchungen auf?

7.

Wonach entscheidet der Arzt, ob Röntgenstrahlung angewendet wird?

8.

Was kann ein Patient tun, um die Strahlenexposition niedrig zu halten?

9.

Was ist ein Röntgenpass und wo kann man ihn bekommen?

10.

Wie sinnvoll ist die Brustkrebsfrüherkennung mit Hilfe der Mammografie?


1.

Was versteht man unter Röntgenstrahlung?

Bei der Röntgenstrahlung handelt es sich um eine kurzwellige, elektromagnetische Strahlung. Sie zählt zur ionisierenden Strahlung und unterscheidet sich in ihrer physikalischen Natur nicht von der Gammastrahlung. Im Unterschied zur Kernstrahlung, die in radioaktiven Stoffen (Radionukliden) entsteht und solange ausgesandt wird, bis auch das "letzte" Radionuklid zerfallen ist, wird keine Röntgenstrahlung mehr erzeugt, sobald das Röntgengerät abgeschaltet ist. Röntgenstrahlung entsteht beim Abbremsen von energiereichen Elektronen an der Anode einer Röntgenröhre. Die sehr kurzwellige Strahlung ist um so durchdringender, je höher die anliegende Röhrenspannung ist, mit der die Elektronen beschleunigt werden.

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2.

Wie wirkt Röntgenstrahlung?

Für  hohe Dosen (oberhalb von etwa 100 mSv) ist nachgewiesen, dass Röntgenstrahlung stochastische Schäden (wie bösartige Erkrankungen) oder Schädigungen des Ungeborenen im Mutterleib verursachen kann. Die Wahrscheinlichkeit für stochastische Schäden ist von der Dosis abhängig. Bei der Abschätzung des Strahlenrisikos wird davon ausgegangen, dass sich das strahlenbedingte (zusätzliche) Krebsrisiko und die Dosis proportional zueinander verhalten, d. h. dass das zusätzliche Krebsrisiko mit zunehmender Dosis zunimmt und mit abnehmender Dosis abnimmt. D. h. jedoch, dass auch niedrige Dosen ein - wenn auch entsprechend geringes – Strahlenrisiko bergen. Das Strahlenrisiko unterliegt – neben der Dosis – verschiedenen Einflussfaktoren, wie dem Alter (das Strahlenrisiko nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab). Auch sind für verschiedene Gewebe und Organe die Strahlenrisiken unterschiedlich hoch.

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3.

Seit wann werden Röntgengeräte in der Medizin eingesetzt?

Seit mehr als hundert Jahren sind Röntgengeräte bekannt und gehören zu den häufig eingesetzten diagnostischen Instrumenten in der Medizin. Röntgendiagnostische Verfahren werden ständig weiterentwickelt. Bei den meisten Untersuchungsarten wurde die Strahlenexposition der Patienten erheblich reduziert. In den letzten Jahrzehnten trugen besonders die Entwicklung empfindlicher Film-Folien-Systeme, die moderne Bildverstärkertechnik sowie digitale Systeme zur Verringerung der Strahlenexposition bei. Seit den 1970er Jahren wird die Computertomographie (CT) als diagnostisches Mittel in der Medizin eingesetzt. Die CT ist ein Röntgen-Schnittbildverfahren, das dreidimensionale Bilder mit sehr hoher Aussagekraft liefert. CT-Untersuchungen sind jedoch mit einer höheren Strahlenexposition verbunden als konventionelle Röntgenuntersuchungen.

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4.

Sammelt sich Röntgenstrahlung im Körper an?

Die gelegentlich anzutreffende Auffassung, Röntgenstrahlung würde sich im Körper des Patienten anhäufen, ist nicht richtig. Durchdringt während einer Röntgenuntersuchung die Strahlung den menschlichen Körper, dann wird ein Teil der Strahlung im Gewebe absorbiert und kann zu biologischen Veränderungen in den Zellen führen. Geschädigte Zellen können aber auch vom Körper repariert oder beseitigt werden. Die Fortschritte in der Röntgentechnik haben in den letzten 30 Jahren bei den meisten Röntgenuntersuchungen zu einer erheblichen Herabsetzung der bei der einzelnen Aufnahme aufgenommenen Dosis geführt. Bei vielen Untersuchungsarten der Röntgendiagnostik treten Dosen auf, die in der Größenordnung mit jenen vergleichbar sind, die der Mensch durch natürliche Strahlenquellen aufnimmt.

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5.

Wie viele Röntgenuntersuchungen werden in Deutschland jährlich durchgeführt?

In Deutschland werden heute schätzungsweise 130 Millionen Röntgenuntersuchungen pro Jahr durchgeführt, wobei ca. ein Drittel auf den zahnmedizinischen Bereich entfällt. Aktuelle Informationen erhalten unter Röntgendiagnostik: Häufigkeit und Strahlenexposition.

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6.

Welche Strahlendosis tritt bei Röntgenuntersuchungen auf?

Die Strahlenexposition bei Röntgenuntersuchungen ist, je nach Art der Untersuchung und den besonderen Verhältnissen bei jedem einzelnen Patienten, sehr unterschiedlich. Es können deshalb hier nur grobe Anhaltswerte angegeben werden. Bei Untersuchungen der Gliedmaßen, der Zähne und des Brustkorbs sind die Dosen sehr niedrig und liegen unter einem Millisievert effektive Dosis. Etwas höhere Dosiswerte, etwa im Bereich von einem bis einigen Millisievert treten bei Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule, des Beckens, der Venen, des Bauchraums oder bei Computertomographien (CT-Untersuchungen) des Kopfes auf. Am höchsten ist die Strahlenexposition bei Untersuchungen des Magens und Darms, der Schlagadern und bei CT-Untersuchungen des Brust- oder Bauchraums. Hierbei liegen die Werte im Bereich von etwa fünf bis dreißig Millisievert. Die natürliche Strahlenexposition, der wir in Deutschland ständig ausgesetzt sind, liegt im Vergleich dazu im Mittel zwischen zwei und drei Millisievert, in Extremfällen bei zehn Millisievert.

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7.

Wonach entscheidet der Arzt, ob Röntgenstrahlung angewendet wird?

Die Verantwortung für die Strahlenexposition von Patientinnen und Patienten liegt beim fachkundigen Arzt, der nach Abwägung zwischen Nutzen und Risiko über die Anwendung von Röntgenstrahlung bei Diagnose und Therapie entscheidet („rechtfertigende Indikation“). Sie ist nur dann gerechtfertigt, wenn das Strahlenrisiko gegenüber dem diagnostischen oder therapeutischen Nutzen gering ist. Die Dosis soll dabei so niedrig gehalten werden wie es mit dem medizinischen Zweck zu vereinbaren ist.

Die meisten Untersuchungsarten in der Röntgendiagnostik und in der nuklearmedizinischen Diagnostik sind standardisiert. Jede dieser Untersuchungsarten ist nach den Grundsätzen des Strahlenschutzes zu optimieren. Eine Anwendung von Dosisgrenzwerten könnte den diagnostischen Nutzen einschränken. Deshalb wird derzeit international empfohlen, für medizinische Expositionen keine Dosisgrenzwerte zu verwenden. Gleichwohl sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, jede einzelne Untersuchung so durchzuführen, dass die Strahlenexposition für den Patienten so gering wie möglich ist. Als Richtwerte werden vom Bundesamt für Strahlenschutz „Diagnostische Referenzwerte“ veröffentlicht, die bei Standarduntersuchungen bei normalgewichtigen Patienten in der Regel nicht überschritten werden sollten.

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8.

Was kann ein Patient tun, um die Strahlenexposition niedrig zu halten?

  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt die Notwendigkeit der geplanten Röntgenuntersuchung erklären und begründen!
  • Ihr Arzt ist verpflichtet, für die Untersuchung auch Verfahren mit geringerer oder keiner Strahlenexposition zu berücksichtigen (z. B. eine Magnetresonanztomographie oder eine Ultraschalluntersuchung). Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf alternative Diagnoseverfahren an!
  • Sagen Sie Ihrem Arzt, ob bei Ihnen in letzter Zeit ähnliche Untersuchungen durchgeführt wurden!
  • Legen Sie dem Arzt Ihren Röntgenpass vor und lassen Sie Untersuchungen dort eintragen!
  • Bringen Sie bisher angefertigte Röntgenbilder mit oder lassen Sie diese anfordern!
  • Frauen sollten vor einer Röntgenuntersuchung sagen, ob eine Schwangerschaft besteht oder für möglich gehalten wird, da bei bestehender Schwangerschaft nur in besonders begründeten Ausnahmefällen geröntgt werden sollte.
  • Achten Sie darauf, dass an den Strahlenschutz der nicht untersuchten Körperteile gedacht wird (Bleischürze!).

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9.

Was ist ein Röntgenpass und wo kann man ihn bekommen?

Zweck des Röntgenpasses ist es, dass behandelnde und vor allem untersuchende Ärztinnen und Ärzte vor der Durchführung einer Röntgenuntersuchung sehen können, welche Röntgenuntersuchungen in letzter Zeit durchgeführt worden sind. Der Röntgenpass ist ein wichtiges Instrument, um unnötige Wiederholungsuntersuchungen zu vermeiden und Vergleichsmöglichkeiten mit vorherigen Aufnahmen zu schaffen.

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10.

Wie sinnvoll ist die Brustkrebsfrüherkennung mit Hilfe der Mammographie?

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Art der Krebserkrankung und tritt in Deutschland bei etwa 10 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens auf. Bei rechtzeitiger Entdeckung im Frühstadium ist diese ernste Erkrankung jedoch zu über 90 Prozent heilbar. Zur Diagnose von Brustkrebs gibt es nach Erheben der Vorgeschichte, Betrachten und Abtasten drei bildgebende Verfahren:

  • die Röntgen-Mammographie,
  • die Sonographie - also Ultraschall-Untersuchungen,
  • die Magnetresonanz-Tomographie - auch Kernspinresonanz-Tomographie genannt.

Mit der Röntgen-Mammographie ist es möglich, Tumoren bereits in einem frühen Stadium zu erkennen, in dem die Patientin ihn noch nicht tasten kann; die Heilungsaussichten sind in diesem Stadium noch sehr gut. Die Röntgen-Mammographie ist insbesondere bei älteren Frauen (nach der Menopause) die Methode der Wahl. Als wichtige Ergänzungsuntersuchung wird der Ultraschall und die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) eingesetzt.

Was ist zu raten?

Bei einem bei der Selbstuntersuchung getasteten Knoten sollte sich die Patientin an eine Ärztin oder einen Arzt ihres Vertrauens wenden. In diesem Fall ist häufig die Mammographie als erster Schritt der bildgebenden Diagnostik angezeigt. Für Frauen ohne tastbaren oder sonstigen Verdachtsbefund („asymptomatische“ Frauen) wird in Deutschland die Teilnahme an einem Mammographie-Screening-Programm angeboten. Dabei handelt es sich um ein organisiertes und qualitätsgesichertes Programm zur Brustkrebsfrüherkennung, in dem Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammographie erhalten.

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