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Radon an Arbeitsplätzen

Ionisierende Strahlung > Beruflicher Strahlenschutz > Radon an Arbeitsplätzen

Ergebnisse der Überwachung von Strahlenexpositionen durch Radon an Arbeitsplätzen

Anzahl überwachter Personen mit Expositionen durch kurzlebige Radon-Zerfallsprodukte
Abb. 1: Anzahl überwachter Personen mit Expositionen durch kurzlebige Radon-Zerfallsprodukte
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Abb. 2: Jahreskollektivdosis in verschiedenen Tätigkeitsbereichen (Berechnung der Dosis nach ICRP 32)
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Abb. 3: Mittlere effektive Dosis in verschiedenen Tätigkeitsbereichen (Berechnung der Dosis nach ICRP 32)
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Abb. 4: Mittlere effektive Dosis in verschiedenen Tätigkeitsbereichen außerhalb der Uranindustrie (Berechnung der Dosis nach ICRP 32)
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Bereits Ende der sechziger Jahre wurde in der DDR damit begonnen, für Arbeitsplätze außerhalb der Uranindustrie mit Strahlenexpositionen durch Radon und kurzlebige Radon-Zerfallsprodukte eine Strahlenschutzüberwachung vorzubereiten. Ab Anfang der siebziger Jahre wurden alle relevanten untertägigen Arbeitsplätze und in einigen Gebieten, in denen wegen den geogenen Bedingungen in Grundwässern mit hohen Radonkonzentrationen gerechnet werden musste, auch Arbeitsplätze in übertägigen Einrichtungen der Wasserwirtschaft in die Überwachung einbezogen [1]. Die ermittelten Expositionsdaten wurden in der zuständigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde, dem Staatlichen Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz, gesammelt und für eine statistische Auswertung aufbereitet. Die Strahlenschutzüberwachung der in der Uranindustrie tätigen beruflich Strahlenexponierten erfolgte durch die Uranindustrie. Die entsprechenden Datenbestände wurden bis 1990 von der damaligen SDAG WISMUT verwaltet. Danach übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz die Sammlung und Aufbereitung der aktuellen Expositionsdaten sowie die Einbeziehung der alten Expositionsdaten in die statistische Auswertung.

Verwendete Messgeräte

Für die Überwachung wurden Geräte zur Messung der Konzentrationen der potentiellen Alphaenergie an Arbeitsplätzen eingesetzt. Die Häufigkeit der Messungen richtete sich nach der Höhe dieser Konzentrationen und deren zeitlichen Veränderungen. Bei diesen Messgeräten handelt es sich um batteriegespeiste, mit Messfilter und Probenahmepumpe ausgerüstete Geräte. Nach Anreicherung der Radon-Zerfallsprodukte auf dem Messfilter wird die Alphaaktivität auf dem Messfilter in verschiedenen Zeitintervallen gemessen.

In Arbeitsbereichen mit starken Konzentrationsveränderungen oder zur Überwachung von Personen, die die Arbeitsplätze wechseln, können Expositionsbestimmungen auf der Basis solcher Messungen mit erheblichen Fehlern behaftet sein, wenn die erforderlichen Messungen nicht oft genug erfolgen. Um diesen Nachteil zu vermeiden, werden deshalb vorzugsweise kontinuierlich messende personengebundene Geräte verwendet. Mit Festkörperspurdetektoren, Probenahmepumpe und Messfilter ausgerüstete personengebundene Messgeräte [6] sind seit 1991 in größerer Anzahl in der WISMUT GmbH [7] zur individuellen Strahlenschutzüberwachung bei Sanierungsarbeiten im Einsatz. Sie gestatten zusätzlich auch die separate Erfassung der Expositionen durch Gammastrahlung und langlebige Alphastrahler.

Ergebnisse der Überwachung

Die Anzahl der überwachten Personen (Abbildung 1) ist im Zeitraum von 1975 - 1990 nahezu konstant geblieben. Änderungen gab es lediglich zu Beginn des Berichtzeitraums durch die Einbeziehung weiterer untertägiger Arbeitsplätze außerhalb der Uranindustrie in die Strahlenschutzüberwachung und am Ende der achtziger Jahre infolge des allgemeinen Trends zur Reduzierung der Beschäftigtenzahlen in Bergbaubetrieben.

Nach 1990 nahm die Anzahl der überwachten Personen drastisch ab, da sowohl in der Uranindustrie als auch im Nichturanerzbergbau nach der Einstellung der Erz- und Mineralförderung in zahlreichen Betrieben nur noch Rückbau- und Sanierungsarbeiten durchgeführt wurden. Von ehemals knapp 28 000 überwachten Personen im Jahre 1976 verblieben nur noch weniger als 3 000 Personen im Jahr 1996 in der Strahlenschutzüberwachung.

Die in den Abbildungen 2 bis 4 dargestellten Werte der jährlichen effektiven Dosis sind auf der Basis der Dosisfaktoren der ICRP 32 [4] ermittelt worden. Der Anteil durch äußere Bestrahlung und durch langlebige Alphastrahler wurde pauschal in die Bewertung einbezogen. Mit der Verfügbarkeit entsprechender Messgeräte ab 1991 konnten diese Anteile im Bereich der WISMUT-Sanierungsbetriebe auch messtechnisch erfasst werden.

Die aus den Arbeitsplatzkonzentrationen, den entsprechenden Aufenthaltszeiten und der Anzahl der Beschäftigten ermittelte Kollektivdosis (Abbildung 2) betrug einschließlich der Dosis durch langlebige Alphastrahler und durch äußere Bestrahlung 1976 ca. 390 Personensievert und sank bis 1996 auf 10,7 Personensievert.

Die mittlere jährliche effektive Dosis (Abbildung 3) aller durch Radon-Zerfallsprodukte beruflich exponierten Überwachten lag für die einzelnen dargestellten Tätigkeitsbereiche im betrachteten Zeitraum überwiegend erheblich unter dem Dosisgrenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen von 50 mSv pro Jahr. Einzelne Grenzwertüberschreitungen kamen zwar vor, insbesondere für in der Sanierungsphase neu in die Überwachung aufgenommene Arbeitsplätze außerhalb der Uranindustrie. Sie wurden durch entsprechend geringere Expositionen in den folgenden Jahren jedoch stets wieder kompensiert.

Während Strahlenschutzmaßnahmen in Tätigkeitsbereichen mit relativ inhomogenen Expositionsbedingungen, z.B. in Bergsicherungs- und Schachtbaubetrieben 1983 bereits weitgehend abgeschlossen waren, ist in Abbildung 4 das Wirksamwerden von Strahlenschutzmaßnahmen in den ab 1980 in die Überwachung einbezogenen Schauhöhlen und Schaubergwerken deutlich zu erkennen. Maßnahmen in den überwachten Wasserwirtschaftsbetrieben ab 1984 haben ebenfalls zu einer Angleichung der mittleren effektiven Jahresdosis an das Niveau in den übrigen Tätigkeitsbereichen geführt.

Schlussfolgerungen

Die durch die Inhalation von Radon verursachten Expositionen der überwachten Berufsgruppen wurden durch Strahlenschutzmaßnahmen deutlich reduziert. Die Verbesserung der Bewetterung oder der Belüftung hat sich für alle überwachten Betriebe und Einrichtungen als die wirkungsvollste technische Maßnahme erwiesen. Jedoch kann die Strahlenexposition in vielen Fällen durch organisatorische Maßnahmen, z.B. durch Beschränkung der Aufenthaltszeit in Abhängigkeit von der Höhe der Radonkonzentration deutlich verringert werden.


Literatur

[1] Schwedt, J., W. Ullmann: Erfahrungen bei der Strahlenschutzüberwachung von radonzerfallsproduktexponierten Arbeitsplätzen, Fachverband für Strahlenschutz, Tagungsbericht 30. Jahrestagung, 1998
[2] Verordnung über die Gewährleistung von Atomsicherheit und Strahlenschutz vom 11. Oktober 1984, GBl. der DDR Teil I Nr. 30 (1984) S. 341
[3] 1. Durchführungsbestimmung zur Verordnung über die Gewährleistung von Atomsicherheit und Strahlenschutz vom 11. Oktober 1984, GBl. der DDR Teil I Nr. 30 (1984) S. 348
[4] ICRP Publication 32: Limits for Inhalation of Radon Daughters by Workers, Annals of the ICRP 6 (1981) No. 1
[5] IAEA: Basic Safety Standards for Radiation Protection, Safety Series No. 9, IAEA, Vienna 1982
[6] Beck, T.; M. Knittel, V. Schmidt, F. Wolf, J. Schwedt, W. Ullmann: Das personengebundene Meßsystem für die Bestimmung der individuellen Strahlenexposition von Bergarbeitern der WISMUT GmbH, Fachverband für Strahlenschutz, Tagungsbericht 30. Jahrestagung, 1998
[7] Wolf, F.: Die Strahlenschutzüberwachung in der WISMUT GbmH, Fachverband für Strahlenschutz, Tagungsbericht 30. Jahrestagung, 1998

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