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Strahlenexposition von Flugpassagieren

Viele Menschen reisen - privat oder geschäftlich - zu ihren entfernten Zielen mit dem Flugzeug. Diese Flugzeuge fliegen oft in Höhen und geografischen Breiten, in denen deutlich mehr Höhenstrahlung auf den Menschen einwirkt, als am Boden. Die Energien dieser Strahlen sind so hoch, dass man sie nicht abschirmen kann. Wie kommt es zu dieser Strahlenexposition?

Die Erde ist ständig einem Strom von hochenergetischen atomaren Teilchen ausgesetzt, die aus den Tiefen des Kosmos stammen. Dies ist die sogenannte Höhenstrahlung. Auf ihrem Weg zur Erdoberfläche wird die Höhenstrahlung mit zunehmender Dichte der Atmosphäre schwächer. Ein Schutz vor der Höhenstrahlung kommt vom sogenannten "Sonnenwind", der einen Teil der kosmischen Strahlung von unserem Sonnensystem ablenkt. Diese Sonnenaktivität ändert sich nahezu regelmäßig in einem Zyklus von etwa elf Jahren. Je größer die Sonnenaktivität ist, desto geringer ist deshalb die Höhenstrahlung und umgekehrt. Auch das Magnetfeld der Erde lenkt einen Teil der kosmischen Strahlung ab. Diese Abschirmung wirkt am stärksten am Äquator, in den nördlichen und südlichen Polregionen ist sie am schwächsten. Das Ausmaß der zusätzlichen Strahlenexposition beim Fliegen hängt somit vor allem von der Flugdauer, der Flughöhe, der Flugroute und der Sonnenaktivität ab.

Effektive Dosis durch Höhenstrahlung auf ausgewählten Flugrouten

Abflug Ankunft Dosisbereich* [µSv]
Frankfurt Gran Canaria 10 - 18
Frankfurt Johannesburg 18 - 30
Frankfurt New York 32 - 75
Frankfurt Rio de Janeiro 17 - 28
Frankfurt Rom 3 - 6
Frankfurt San Francisco 45 - 110
Frankfurt Singapur 28 - 50

* Die Schwankungsbreite geht hauptsächlich auf die Einflüsse von Sonnenzyklus und Flughöhe zurück.

Am Boden ist der Mensch neben dem verbleibenden Teil der Höhenstrahlung auch der Strahlung natürlicher radioaktiver Stoffe, hauptsächlich aus dem Bodengestein der Erdkruste, ausgesetzt. In Deutschland beträgt die gesamte effektive Dosis aus dieser natürlichen Strahlenexposition im Mittel etwa 2100 Mikro-Sievert pro Jahr. Je nach Aufenthaltsort schwankt der tatsächliche Wert zwischen etwa 1000 und 6000 Mikro-Sievert pro Jahr. Ein Flug von Frankfurt nach New York und zurück führt zu einer durchschnittlichen effektiven Dosis von ca. 100 Mikro-Sievert. Durch eine solche Transatlantikreise erhöht sich die mittlere jährliche Strahlenexposition also um ca. fünf Prozent.

Für Gelegenheitsflieger, wie es die meisten Urlaubsflieger sind, ist die zusätzliche Strahlenexposition durch das Fliegen sehr gering und gesundheitlich unbedenklich; das gilt auch für Schwangere und Kleinkinder. Piloten, flugbegleitendes Personal oder berufliche "Vielflieger" können, vor allem wenn sie häufig Langstrecken auf den nördlichen Polrouten fliegen, Strahlendosen erhalten, die durchaus vergleichbar sind mit Dosiswerten in Berufsgruppen, die ionisierende Strahlung einsetzen oder die mit radioaktiven Quellen umgehen. Die neue Strahlenschutzverordnung sieht deshalb seit August 2003 für das fliegende Personal die gleiche rechtlich abgesicherte Strahlenschutzüberwachung wie für alle anderen beruflich strahlenexponierten Personen vor. Diese Überwachung wird vom Bundesamt für Strahlenschutz in Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtbundesamt durchgeführt.

Weitere Ausführungen finden Sie in den BfS-Strahlenthemen unter dem Titel "Höhenstrahlung beim Fliegen".

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