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Projekt "Radiologische Erfassung, Untersuchung und Bewertung bergbaulicher Altlasten (Altlastenkataster)"
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Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übernahm 1991 als vereinigungsbedingte Sonderaufgabe die Ermittlung der aus bergbaulicher Tätigkeit in Gegenwart natürlicher Radioaktivität stammende Umweltradioaktivität in den neuen Bundesländern. Daher führte das BfS im Zeitraum von 1991 bis 1999 das Projekt "Radiologische Erfassung, Untersuchung und Bewertung bergbaulicher Altlasten (Altlastenkataster)"
durch.
Projekt des BfS untersuchte Bergbau-Hinterlassenschaften auf Radioaktivität
Mit diesem Projekt wurden die Hinterlassenschaften des
Uranerzbergbaus, die sich nicht mehr im Besitz der Wismut GmbH
befinden, und die Hinterlassenschaften des historischen Bergbaus
systematisch erfasst, orientierend untersucht und radiologisch
bewertet. Im einzelnen handelte es sich um folgende Objekte:
- Aufbereitungsanlagen (Anlagen zur Abtrennung und Verarbeitung des
nutzbaren Materials durch mechanische, chemische oder metallurgische
Verfahren einschließlich der Betriebsgelände und der dazugehörigen
Betriebsflächen),
- Industrielle Absetzanlagen (Becken zur Deponierung von
Rückständen (Tailings) und zur Reinigung wässriger Prozessmedien aus
Aufbereitungsanlagen),
- Halden (Aufschüttungen von beim Bergbau oder der mechanischen
Erzaufbereitung angefallenen Bergen (Abraum) oder von Rückständen aus
der metallurgischen Verarbeitung (Schlacken)),
- Schürfe (bergmännisch geschaffene Aufschlüsse mit geringer Teufe
und geringer Fläche zur Erkundung von Erzvorkommen oder nutzbaren
Rohstoffen),
- Stollen (horizontale bergmännische Auffahrungen),
- Schächte (vertikale bergmännische Auffahrungen),
- Restlöcher, Hohlräume (unverfüllte Tagebaurestlöcher oder Hohlräume),
- Anlagen (nicht rekultivierte Betriebsflächen und möglicherweise
nicht dekontaminierte Bergbauanlagen wie Erzbunker, Uranerzkistenlager,
wassertechnische Anlagen et cetera) und
- Erzverladestellen (nicht auf Betriebsgelände befindliche Flächen, auf denen Uranerz umgeladen wurde).
Daneben war die Identifizierung von bergbaulich beeinflussten Flächen
in der Umgebung der oben angegebenen Objekte von besonderem Interesse, für die
Maßnahmen zur Verminderung oder Beseitigung der Strahlenexposition der
Bevölkerung erforderlich sind.
Untersuchungen konzentrierten sich auf "Verdachtsflächen"Im Ergebnis des Projektes wurden
diejenigen Hinterlassenschaften identifiziert, für die Strahlenexpositionen
oberhalb von einem Millisievert (mSv) pro Jahr nicht ausgeschlossen werden können und für die daher weitere Untersuchungen und gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen oder Nutzungseinschränkungen in Erwägung zu ziehen sind.
Um die finanziellen Mittel effizient einzusetzen, wurden die Untersuchungen auf so genannte "Verdachtsflächen" konzentriert. Das sind die Gebiete, in denen nach Informationen aus bereits vorhandenen Quellen (Bergämter, geologische Unterlagen) die Mehrzahl der bergbaulichen Objekte mit Verdacht auf radioaktive Kontaminationen zu erwarten waren. Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen wurden in der Datenbank "A.LAS.KA." und dem "Fachinformationssystem
bergbaubedingte Umweltradioaktivität" (FbU) gespeichert und in
verdachtsflächenbezogenen Berichten ausführlich diskutiert.
Die Daten und Informationen stehen den für den Vollzug des Strahlenschutzrechtes
zuständigen Behörden der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur Verfügung.
Parallel zum Projekt 'Altlastenkataster' führte das BfS ein Messprogramm zur Untersuchung der Strahlenexposition durch Radon in der Freiluft durch. Dabei zeigte sich, dass zwar in unmittelbarer Nähe bergbaulicher Anlagen gegenüber dem natürlichen Untergrund deutlich erhöhte
Radonkonzentrationen auftreten können, eine großräumige Beeinflussung
aber nicht besteht.
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