Bergbauliche Hinterlassenschaften
Ableitungen natürlicher Radionuklide
Radon im Freien in Bergbaugebieten
Bundesgartenschau 2007

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Ergebnisse der Radon-Freiluftmessungen in Bergbaugebieten
 Häufigkeitsverteilung aller in Siedlungsgebieten ermittelten Jahreswerte der Radonkonzentration im Freien in Bergbaugebieten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens (Ergebnisse von Messungen des BfS mit halbjährlich exponierten Kernspurdetektoren in einem Zeitraum von 1992 bis 2004)

Häufigkeitsverteilung aller in Siedlungsgebieten ermittelten Jahreswerte der Radonkonzentration im Freien in Bergbaugebieten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens (Ergebnisse von Messungen des BfS mit halbjährlich exponierten Kernspurdetektoren in einem Zeitraum von 1992 bis 2004; für größere Ansicht Grafik anklicken)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betreibt seit Beginn der 90er Jahre in den durch intensiven Bergbau gekennzeichneten Regionen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens Messnetze zur Ermittlung von Radonkonzentrationen (Rn-222) im Freien. Ziel der Untersuchungen war die Beantwortung der Frage, ob infolge der bergbaulichen Tätigkeiten eine Situation entstanden ist, die aus Strahlenschutzgründen Maßnahmen erforderlich macht. Das erforderte neben der Schaffung eines Gesamtüberblicks über die Radonkonzentrationen in den betroffenen Gebieten vor allem die Ermittlung des natürlichen Konzentrationsniveaus als Voraussetzung für die Bestimmung des bergbaubedingten Anteils.

Wegen der meteorologisch bedingten Veränderungen (zum Beispiel tages- und jahreszeitlichen Variationen) sind für die Erfassung gesicherter Mittelwerte Messungen über längere Zeiträume erforderlich. Dafür wird vom BfS ein passives Messsystem auf der Basis von Festkörperspurdetektoren eingesetzt. Das Messsystem besitzt für eine halbjährliche Expositionszeit eine Erkennungsgrenze der Radonkonzentration von cirka 5 Becquerel pro Kubikmeter. Die Messunsicherheiten einer Einzelmessung liegen, bezogen auf eine Radonexposition von cirka 80 Kilobecquerel in der Stunde pro Kubikmeter, bei etwa 20 Prozent (bei einer statistischen Sicherheit von 95 Prozent).

Im Rahmen des Messprogrammes wurde in einem Zeitraum von 1991 bis 2004 in 17 Messnetzen an 584 Messpunkten die Radonkonzentration ermittelt. Eine Übersicht über alle in Siedlungsgebieten ermittelten Jahreswerte der Radonkonzentration bietet die in der Grafik dargestellte Häufigkeitsverteilung. Zusammenfassend lässt sich Folgendes feststellen:

  • Die Variationsbreite der Jahreswerte ist sehr groß und umfasst Werte von 5 bis 1700 Becquerel pro Kubikmeter (gemessen unmittelbar am Fuß einer Halde).
  • Die Mehrzahl der Messergebnisse liegt im unteren Bereich der Radonkonzentrationen. So sind zum Beispiel etwa 90 Prozent aller Jahreswerte kleiner als 40 Becquerel pro Kubikmeter.
  • Etwa ein Drittel aller Jahreswerte liegen in einem Bereich zwischen 10 und 15 Becquerel pro Kubikmeter.
  • Hohe Radonkonzentrationen werden nur selten gemessen (zum beispiel Werte über 100 Becquerel pro Kubikmeter nur in etwa 1 Prozent aller Fälle).

Der Einfluss bergbaulicher Hinterlassenschaften, zum Beispiel Halden, Absetzanlagen, Abwetterschächte und ähnliches auf die Radonkonzentration im Freien lässt sich je nach Art und Höhe der Radonfreisetzung nur in der näheren Umgebung dieser Anlagen nachweisen. Eine großräumige Beeinflussung der Radonkonzentration konnte dagegen nicht festgestellt werden.

Die Bestimmung der natürlichen Radonkonzentration erfolgte an bergbaulich unbeeinflussten Messpunkten der Messgebiete. Im Ergebnis dieser Messungen wurde ein Mittelwert von 16 Becquerel pro Kubikmeter bei einer Standardabweichung von 7 Becquerel pro Kubikmeter bestimmt, wobei die einzelnen Jahreswerte der natürlichen Radonkonzentration zwischen 5 Becquerel pro Kubikmeter und 50 Becquerel pro Kubikmeter schwanken.


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