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Bergbauliche Hinterlassenschaften mit erhöhter natürlicher Radioaktivität
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Da die abgebauten Erze häufig eine hohe Uranmineralisation aufwiesen,
liegen in den Rückständen des Bergbaus (Berge oder Haldenmaterial) und
besonders in den Aufbereitungsrückständen (zum Beispiel Tailings, Schlacken) so
hohe Gehalte an Radionukliden
der Uran-Radium-Zerfallsreihe vor, dass diese Hinterlassenschaften aus
der Sicht des Strahlenschutzes beachtet werden müssen. Die wichtigsten
Expositionspfade, durch die die Bevölkerung in den Bergbaugebieten eine
Strahlenexposition erfahren kann, sind:
- die äußere Strahlenexposition durch Gammastrahlung beim Aufenthalt auf bergbaulich beeinflussten Flächen (Materialablagerungen) oder in unmittelbarer Nähe von Bergbauanlagen (Halden und so weiter) und
- die innere Strahlenexposition durch
- Ingestion von Trinkwasser sowie von landwirtschaftlich oder gärtnerisch erzeugten Produkten und Pilzen,
- Ingestion von kontaminiertem Staub und Boden durch spielende Kinder,
- Inhalation von kontaminiertem Staub und
- Inhalation von Radon.
Für die Strahlenexposition der Bevölkerung ist dabei von besonderer
Bedeutung, dass Rückstände des Bergbaus und der Erzaufbereitung (zum Beispiel
Haldenmaterialien, Schlacken) häufig zur Geländeauffüllung, zum Straßenbau, aber auch zum Hausbau verwendet wurde.
Infolge der geologischen Bedingungen liegt der Schwerpunkt der bergbaulichen Hinterlassenschaften mit erhöhter natürlicher Radioaktivität in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wo der Bergbau und die Gewinnung von Silber, Zinn, Kupfer und anderen Metallen seit dem Mittelalter ein bedeutender Wirtschaftsfaktor war. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Urangewinnung durch die SAG/SDAG Wismut hinzu, die zeitweise weltweit an dritter Stelle lag.
Dem gesetzlichen Auftrag zur Ermittlung der aus bergbaulicher Tätigkeit
in Gegenwart natürlicher Radioaktivität stammenden Umweltradioaktivität
in den neuen Bundesländern folgend hat das BfS das Projekt "Radiologische Erfassung, Untersuchung und Bewertung bergbaulicher Altlasten (Altlastenkataster)"
durchgeführt. Wie die in der folgenden Tabelle zusammengestellten Ergebnisse des Projektes "Altlastenkataster" zeigen, wurden in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen infolge des Bergbaus insgesamt cirka 20 Millionen Kubikmeter Schlacken, cirka 130 Millionen Kubikmeter Haldenmaterial und cirka 30 Millionen Kubikmeter Aufbereitungsrückstände auf Hinterlassenschaften abgelagert, die als "radiologisch relevant" bewertet werden müssen.
| Parameter |
Klasse A "radiologisch nicht relevant" |
Klasse B
"radiologisch
relevant" |
Gruppe
"uneingeschränkt
nutzbar" |
Gruppe "weiter zu
beobachten"
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Anzahl der
Hinterlassenschaften |
437 |
2553 |
820 |
| Fläche in Hektar |
289 |
255 |
2.280 |
| Volumen in Kubikmeter |
24 |
5,7 |
184 |
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Überblick über Anzahl und Fläche der bergbaulichen Hinterlassenschaften
in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und die Menge der abgelagerten
Rückstände.
Die Identifikation der radiologisch relevanten Flächen und
Hinterlassenschaften ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem
Entscheid über die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen, da derartige
Entscheidungen nur auf der Grundlage von fall- und standortspezifischen Untersuchungen getroffen werden können.
Für die alten Bundesländer liegen keine Untersuchungen in vergleichbarer
Qualität wie das "Altlastenkataster" vor. Repräsentative Erhebungen,
die zur Bewertung der radiologischen Bedeutung bergbaulicher
Hinterlassenschaften herangezogen werden können, liegen nur für Bayern,
Baden-Württemberg und Niedersachsen vor. Wie eine Abschätzung des BfS
gezeigt hat, dürften in den alten Bundesländern nur etwa eine Million Kubikmeter radiologisch relevante Rückstände des Bergbaus lagern. Einige dieser
Hinterlassenschaften wurden in der Vergangenheit bereits untersucht und zum Teil saniert.
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