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Stellungnahme zur Broschüre „Kein Endlager in Bayern möglich. Geologische Fakten und Hintergründe“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt
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Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat in seiner Broschüre "Kein Endlager in Bayern möglich. Geologische Fakten und Hintergründe" die Möglichkeiten einer Standortsuche und -findung in Bayern bewertet und kommt darin zu dem Schluss, dass in Bayern die geologischen Mindestanforderungen an ein Endlager für radioaktive Abfälle nicht erfüllt sind.
Kurzstellungnahme des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS)
Die Broschüre "Kein Endlager in Bayern möglich. Geologische Fakten und Hintergründe" gibt einen kurzen Überblick, inwieweit Standorte in Bayern den vom Arbeitskreis Auswahlverfaren Endlagerstandorte (AkEnd (2002)) empfohlenen geologischen Mindestanforderungen entsprechen bzw. aufgrund der empfohlenen Ausschlusskriterien ausgeschlossen werden müssen. Das vom AkEnd im Jahr 2002 entwickelte Standortauswahlverfahren, in welchem die in der Studie des Landesamtes angewendeten Mindestanforderungen und Ausschlusskriterien vorgeschlagen wurden, ist bislang nicht vom deutschen Bundestag beschlossen worden.
In der Broschüre des Bayerischen Landesamtes für Umwelt wird keine fachliche Neubewertung oder Ausarbeitung der Fakten vorgenommen. Es werden vielmehr eine eigene Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes vom 11. Februar 2003, sowie Arbeiten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zu potentiellen Endlagerstandorten in Deutschland (Kristallinstudie (1994), Salzstudie (1995), Tonstudie (2007)) zitiert.
Kernaussagen zum Teil nicht sinngemäß wiedergegeben
Dabei werden Kernaussagen der BGR-Berichte zum Teil nicht sinngemäß wiedergegeben. So weist zum Beispiel die Tonstudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ein Gebiet an der bayerisch-baden-württembergischen Grenze nahe Ulm als untersuchungswürdig aus. Dies wird in der Studie des Bayerischen Landesamtes nicht erwähnt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt verweist auf die günstigeren Lagerungsbedingungen der in Norddeutschland befindlichen geologischen Formationen der Salzstöcke und Tonlagerstätten, ohne eine ergebnisoffene Standortsuche durchführen zu wollen.
Des Weiteren ist der mit der Broschüre grundsätzlich vertretene Ausschluss von Endlagerstandorten in Bayern auf Basis noch nicht festgelegter Kriterien und falscher Aussagen abgeleitet worden. So sind flach lagernde Salzformationen und kristallines Gestein (zum Beispiel Granit) als Wirtsgesteine noch nicht endgültig von der Endlagerforschung ausgeschlossen worden. Daher muss auch die Standortsuche an in Bayern vorkommenden entsprechenden Formationen als nicht abgeschlossen angesehen werden.
Titel stellt nicht realen Forschungs- bzw. Erkundungsstand dar
Grundsätzlich stellt die im Titel der Studie enthaltene Feststellung "Kein Endlager in Bayern möglich" nicht den realen Forschungs- bzw. Erkundungsstand zur Endlagersuche in Deutschland dar. Aus diesem Grund ist der Titel gebenden Hauptaussage der Broschüre zu widersprechen. Sofern eine Standortsuche nach einem zuvor festgelegten Auswahlverfahren erfolgen soll, ist nach heutigem wissenschaftlichem Stand dieses Verfahren auch für Bayern anzuwenden. Die Kernaussage der Broschüre stellt ein vorweg genommenes, nicht bestätigtes Ergebnis dar, welches erst im Rahmen eines ergebnisoffenen und transparenten Auswahlverfahrens feststehen kann.
Weiterführende Literatur- AkEnd (2002): Auswahlverfahren für Endlager-Standorte - Empfehlungen des AkEnd - Arbeitskreises Auswahlverfahren Endlager-Standorte.– 260 S.; Köln (auch als PDF-Datei im "Digitalen Online-Repositorium und Informationssystem ("DORIS") des BfS erhältlich).
- BGR-Bericht (1994): Endlagerung stark wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen Deutschlands - Untersuchung und Bewertung von Regionen in nichtsalinaren Formationen (Kristallinstudie).– Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 147 S.; Hannover.
- BGR-Bericht (1995): Endlagerung stark wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen Deutschlands - Untersuchung und Bewertung von Salzformationen (Salzstudie).– Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 48 S.; Hannover/Berlin.
- BGR-Bericht (2007): Endlagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland -Untersuchung und Bewertung von Regionen mit potenziell geeigneten Wirtsgesteinsformationen (Tonstudie).– Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 17 S.; Hannover/Berlin.
- GLA-Bericht (2003): Zur Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefliegenden geologischen Formationen in Deutschland und Bayern.- Bayerisches Geologisches Landesamt, 13 S.; München.
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