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Endlager > Rückführung radioaktiver Abfälle

Rückführung von radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus Frankreich und Großbritannien
Bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente entstehen radioaktive Abfälle, die nach Deutschland zurückgenommen werden müssen.

Folgende Abfallströme sind von den atomkraftwerksbetreibenden Energieversorgungsunternehmen zurückzunehmen:

1.
Aus Frankreich: Verglastes Spaltproduktkonzentrat -CSD-V Kompaktierte Abfälle - CSD-C (ursprünglich zementierte Abfälle) Mittelradioaktive Glasprodukte - CSD-B (ursprünglich bituminierte Abfälle)
2.
Aus Großbritannien:
Verglastes Spaltproduktkonzentrat (ursprünglich zusätzlich mittelradioaktive wärmeentwickelnde zementierte Abfälle sowie niedrig- und mittelradioaktive zementierte Abfälle) Durch Substitution wird aus Großbritannien nur noch ein einziger Abfallstrom nach Deutschland zurückgeführt werden: HAW-Glaskokillen
 

Verglastes Spaltproduktkonzentrat (CSD-V)

Derzeit lagern im zentralen Zwischenlager Gorleben 86 Transport- und Lagerbehälter mit jeweils 28 Glaskokillen, d. h. insgesamt 2408 Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich.

Durch das Verbot der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken ab dem 01. Juli 2005 haben sich die vertraglich geregelten zurückzuführenden Abfallmengen reduziert. So werden insgesamt 129 Behälter mit 3589 Glaskokilllen zurückgeführt, davon 108 Behälter mit max. 3024 Glaskokillen aus Frankreich und 21 Behälter mit ca. 565 Glaskokillen aus Großbritannien. Im Falle Großbritanniens ist bei der genannten Zahl eine Substitution von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen durch hochradioaktive Abfälle – entsprechend einer Erhöhung von 4,8 % – enthalten. Dieser Substitutionszuschlag wurde durch die zuständige britische Behörde und Sellafield Ltd. auf der Basis einer abgestimmten Berechnungsmethodik ermittelt.

Der letzte Rücktransport von Frankreich nach Deutschland wird voraussichtlich im Jahr 2011 durchgeführt, die Rückführung aus Großbritannien wird nicht vor 2014 beginnen.

Damit sind maximal 3719 hochradioaktive Glaskokillen (einschließlich der Glaskokillen aus Karlsruhe) in einem Endlager für wärmeentwickelnde Abfälle endzulagern. Dies entspricht einem Volumen von ca. 670 m3. Die Zwischenlagerung der HAW-Glaskokillen aus dem Ausland bis zu ihrer Endlagerung erfolgt in Transport- und Lagerbehältern im zentralen Zwischenlager Gorleben (TBL-G).

Kompaktierte Abfälle (CSD-C)

Neben dem hochradioaktiven Spaltproduktkonzentrat fallen Hülsen und Endstücke der Brennelemente als mittelradioaktiver Abfall an. Sie werden für die Endlagerung gemeinsam mit festen Betriebsabfällen unter hohem Druck zusammengepresst (kompaktiert). Die Kompaktierung stellt gegenüber der ursprünglich vorgesehenen Zementierung vor allem durch die Reduzierung des Gasbildungspotenzials sowie der Freisetzung leichtflüchtiger Radionuklide einen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit bei der Zwischen- und Endlagerung dar. Sie reduziert darüber hinaus das endzulagernde Volumen der Abfälle.

Insgesamt werden ca. 5300 Abfallgebinde vom Typ CSD-C aus der Wiederaufarbeitung bei ARE-VA NC zurückzunehmen sein. Für den Transport und die Zwischenlagerung dieses mittelradioaktiven, kompaktierten Abfalls (CSD-C) wird ein Großbehälter für 36 Gebinde (TGC36) entwickelt. Nach heutiger Einschätzung soll die Rückführung von ca. 150 Behältern dieses Typs etwa ab dem Jahr 2014 beginnen und ca. bis 2024 abgewickelt sein. Sie sollen im Brennelementezwischenlager Ahaus (TBL-A) zwischengelagert werden.

Mittelradioaktive Glasprodukte (CSD-B )

Die radioaktiven Abfälle aus der Betriebsabwasseraufbereitung aus allen Anlagen der Wasseraufbereitung und der Abfallbehandlung in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage sind ebenfalls zurückzuführen. Das bisherige Konzept der Abwasserbehandlung bestand in der chemischen Fällung und anschließender Einbettung der Schlämme in eine Bitumenmatrix. Zukünftig wird die Wasserreinigung bei AREVA NC ausschließlich über Verdampfung durchgeführt und die Konzentrate mit einem neu entwickelten Verfahren als mittelradioaktive Glasprodukte (MAW-Glas bzw. CSD-B) verfestigt. Anstelle der Rückführung von bituminierten Abfällen von der AREVA NC ist die Rücknahme verglaster mittelradioaktiver Abfälle (CSD-B-Kokillen) vorgesehen. In ihren Abmessungen entsprechen die Kokillen den CSD-C und HAW-Glaskokillen.
Voraussichtlich ab 2015 soll die Rückführung von mittelradioaktiven Glaskokillen nach Deutschland beginnen. Insgesamt wird mit max. 600 Stück derartiger Kokillen in rund 20 Großbehältern gerechnet. Eine deutliche Reduzierung ist nach der Beendigung der Entwicklungsarbeiten zu erwarten.

Die derzeitigen Planungen für die weiteren Transporte von radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und Großbritannien sind in der nachfolgenden Übersicht enthalten.

Tabelle 1:Voraussichtliche Rückführungszeiträume aus der Wiederaufarbeitung (Stand: September 2009)


Radioaktiver Abfall
Anzahl Behälter*
Voraussichtlicher Transportzeitraum
 AREVA NC   HAW-Glaskokillen (CSD-V)
 22  2010 - 2011
 Sellafield LTD.   HAW-Glaskokillen  21  ab 2014 - 2017
 AREVA NC
 Hochdruckkompaktierte Abfälle (CSD-C) radioaktive Abfälle
 max. 150
 ab 2014 - ca. 2024
 AREVA NC
 MAW-Glasprodukt (CSD-B)
 ca. 20
 2015 - ca. 2017
 *) Behälter: z. B. Castor, TGC36
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