Abfallarten
Abfallverursacher
Abfallbestand
Rückführung und Rücktransport
Abfallprognosen

Endlager > Abfälle > Abfallverursacher

Abfallverursacher
Radioaktive Reststoffe und Abfälle fallen in Deutschland hauptsächlich an
  • im Zusammenhang mit der Stromerzeugung durch Kernkraftwerke,
  • bei Forschungs- und Entwicklungsarbeiten,
  • bei Stilllegung und Abbau kerntechnischer Einrichtungen,
  • in Industrie und zu geringen Mengen in der Medizin.
Die Menge an Abfällen aus der Medizin ist dabei zu vernachlässigen, sie beträgt weniger als 0,5 Volumen-Prozent.

Zuständigkeiten

Die Betreiber kerntechnischer Anlagen haben ihre eigenen Zwischenlager und werden ihre radioaktiven Abfälle direkt an ein Endlager abgeben.

Für kleinere Abfallverursacher, wie zum Beispiel Universitäten und medizinische Einrichtungen, existieren Landessammelstellen der Länder, an die die Abfälle gegen eine Gebühr abgegeben werden müssen. Die Abfälle gehen dann in das Eigentum der Landessammelstellen über, die sie schließlich an ein Endlager abgeben.

Verursachergruppen

Die Verursacher (Ablieferungs-/Abführungspflichtige) von radioaktiven Abfällen in Deutschland werden in folgende Gruppen eingeteilt:
  • Kernkraftwerke
  • Stillgelegte Kernkraftwerke
  • Kerntechnische Industrie (zum Beispiel Brennelementherstellung)
  • Wiederaufarbeitung (Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe)
  • Landessammelstellen (einschließlich Zentrale Sammelstelle der Bundeswehr für radioaktive Abfälle)
  • Forschungseinrichtungen

Forschungseinrichtungen: Forschungsvorhaben im Zusammenhang mit der Entwicklung der Nutzung der Kernenergie

Die Gruppe „Forschungseinrichtungen“ setzt sich aus folgenden Forschungsstätten zusammen:
  • Europäisches Institut für Transurane – ITU
  • Forschungs- und Messreaktor Braunschweig – FMRB
  • Forschungsreaktor München – FRM und FRM II
  • Helmholtz Zentrum Geesthacht (ehemals GKSS)
  • Forschungszentrum Jülich GmbH – FZJ
  • Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe GmbH  - WAK (ehemals Forschungszentrum Karlsruhe – FZK)
  • Helmholtz Zentrum Berlin für Materialien und Energie (ehemals Hahn-Meitner-Institut)
  • Institut für Radiochemie, TU München
  • Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik (VKTA) e.V., Dresden-Rossendorf
Die Abfälle aus der Gruppe „Forschungseinrichtungen“ stammen zum Teil aus staatlich geförderten und verantworteten Forschungsvorhaben, die im Zusammenhang mit der Entwicklung der Nutzung der Kernenergie insbesondere der Brennstoffver- und -entsorgung standen.

Universitäten und andere Forschungslabors, die nicht mit diesen speziellen Aufgabenstellungen befasst sind, entsorgen ihre radioaktiven Abfälle über die Landessammelstellen.

Landessammelstellen: Anteil der Abfälle aus der Medizin

Die folgende Tabelle zeigt exemplarisch die Rohabfallherkunft in Volumenanteilen der Landessammelstelle Berlin im Jahr 1999:1)

Herkunft des Rohabfalls in Volumenanteilen der Landessammelstelle Berlin (Stand: 1999)1)

Verursacher

Anteil in Prozent

Industrie
50
Universitäts-Industrie
28
Sonstige
13
Helmholtz Zentrum Berlin
3
extern
3
Bundesanstalten
2
Krankenhäuser
1

1)Quelle: R. Schulze: "Aufgaben der Landessammelstellen". In: "Strahlenschutz: Wissenschaftliche Grundlagen - Rechtliche Regelungen - Praktische Anwendungen. Kompendium der Sommerschule Strahlenschutz". Herausgegeben von G. Buchert, R. Czarwinski, A. Kaul et al., H. Hoffmann Verlag, 2001, 239-250.


Unter der Annahme, dass diese Anteile auf andere Landessammelstellen und auf die konditionierten Abfälle übertragbar sind, machen Abfälle aus Krankenhäusern rechnerisch 0,036 Prozent der Gesamtmenge an konditionierten Abfällen aus. Der Volumenanteil aus der Medizin beträgt damit weit weniger als 0,5 Prozent der Gesamtmenge radioaktiver Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.

Der Anteil der in Konrad endzulagernden Abfälle wird voraussichtlich im Promille-Bereich liegen.


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