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Endlager > Abfall - AKW-Laufzeiten

Abfallprognosen bei unterschiedlichen Laufzeiten der Atomkraftwerke

Die Prognosen der Abfallmengen zur Endlagerplanung basieren auf der im Atomgesetz festgelegten Laufzeit der Atomkraftwerke von 32 Jahren und dem Verbot des Neubaus. Dies entspricht dem zwischen den Energieversorgungsunternehmen und der Bundesregierung im Jahr 2000 vereinbarten „Atomkonsens“. Damit wurde ein Kompromiss zwischen Sofortausstieg im Jahr 2000 und einer unbegrenzten Laufzeit gefunden. Inzwischen wird dieser Kompromiss in Frage gestellt, indem Laufzeitverlängerungen über die 32 Jahre hinaus gefordert werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang u. a., wie sich auf Grund unterschiedlicher Laufzeiten der Kernkraftwerke die zu erwartenden Abfallmengen verändern.

Bei den Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung wird inzwischen in der Regel von einem Anfall von 45 m3 pro Leistungsreaktor und Betriebsjahr ausgegangen. Damit ergeben sich bei Laufzeitverlängerung aller derzeit laufenden 17 Atomkraftwerke auf insgesamt 40, 50 bzw. 60 Jahre gegenüber der 32 Jahre Laufzeit folgende zusätzliche Abfallmengen. Die Werte wurden gerundet:

Laufzeit insgesamt


Jahre

Laufzeitverlängerung


Jahre
Gesamtmenge
des zusätzlichen Abfalls
 (Betriebsabfälle)

m3
 40   8  ca.  6.200
 50  18  ca. 13.800
 60  28  ca. 21.400

Die Prognose auf der Grundlage des Atomgesetzes mit einem Anfall von damals 60 m3 pro Kraftwerk und Betriebsjahr (Laufzeit 32 Jahre) kommt zu 277.000 m3 Abfällen bis zum Jahr 2040 (siehe http://www.bfs.de/de/endlager/abfall_prognosen.html). Davon entfallen ca. 60 Vol.-% auf die Kernkraftwerke, wobei die Abfälle aus dem Rückbau den größten Anteil ausmachen. Etwa 40 Vol.-% stammen aus anderen Bereichen, weniger als 3 % aus den Landessammelstellen, darunter die Abfälle aus der Medizin (weniger als 0,5 %).

Beim Betrieb der zurzeit laufenden 17 Atomkraftwerke fallen pro Jahr abgebrannte Brennelemente mit ca. 417 Tonnen Schwermetall (t SM) an. Bei Laufzeitveränderungen ergeben sich folgende zusätzliche Abfallmengen. Die Werte wurden gerundet:

Laufzeit insgesamt

Jahre

Laufzeitverlängerung

Jahre

zusätzliche abgebrannte
 Brennelemente

t SM
 40   8  ca.  3.400
 50  18  ca.  7.500
 60  28  ca. 11.700

Auf der Grundlage des Atomgesetzes (Laufzeit 32 Jahre) wird noch ein Anfall von 5.100 t SM nach dem 01.01.2007 erwartet. Bis zum Ende der Kernkraftnutzung in Deutschland werden insgesamt 17.400 t SM abgebrannter Brennelemente erwartet (siehe http://www.bfs.de/de/endlager/abfall_prognosen.html). Das Volumen dieser Abfälle wird mit 21.000 m3 abgeschätzt. Bei Laufzeitverlängerungen würde sich die Menge der noch anfallenden zusätzlichen abgebrannten Brennelemente gemäß obenstehender Tabelle deutlich erhöhen.

Die Menge der wärmeentwickelnden Abfälle hängt also stark von der Nutzungsdauer der Atomkraft ab. Dies gilt nicht für die Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung, da hier die Rückbauabfälle und die Altabfälle aus den Großforschungseinrichtungen aus der Zeit der staatlichen Forschungsprogramme zur Einführung der Kernkraft in Deutschland einen großen Anteil haben.

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