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Niederfrequente Felder und das blutbildende System, Immunsystem und Zentralnervensystem
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Literaturauswertung zum Thema Einfluss niederfrequenter Felder auf das blutbildende System, das Immunsystem und das Zentralnervensystem
Ob niederfrequente Felder einen Einfluss auf das blutbildende System, das Immunsystem und das Zentralnervensystem haben, wird zurzeit am Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) in Hannover untersucht. Das Forschungsvorhaben „Einfluss niederfrequenter Felder auf das sich entwickelnde blutbildende System, das Immunsystem und das Zentralnervensystem in vivo“ hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegeben.

Zusammenhang zwischen einer Belastung durch niederfrequente Magnetfelder und Leukämie im Kindesalter möglich

Seit 2002 sind niederfrequente magnetische Felder von der „International Agency for Research on Cancer“ (IARC) in Klasse 2B "möglicherweise kanzerogen" eingestuft. Die IARC ist Teil der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Ausschlaggebend für die Einstufung niederfrequenter magnetischer Felder als "möglicherweise kanzerogen" sind Ergebnisse epidemiologischer Studien. Dabei wurde ein statistischer Zusammenhang zwischen einer Exposition mit niederfrequenten Magnetfeldern oberhalb einer Schwelle von etwa 0,3 bis 0,4 Mikrotesla (µT) (zeitlich gemittelt) und Leukämie im Kindesalter gefunden (siehe auch Biologische und gesundheitliche Wirkungen von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern).

Überprüfung der Hinweise aus den Studien im Tiermodell nötig

Die Aussagekraft der epidemiologischen Studien ist durch methodische Probleme wie einen möglichen Selektionsbias (ein Fehler, der sich durch eine mangelhafte Auswahl der Probanden für eine Studie ergeben kann), und geringe Fallzahlen begrenzt. Tierexperimentelle Studien stützen die Hinweise aus den epidemiologischen Studien derzeit nicht. Allerdings erfasst kaum eine tierexperimentelle Arbeit die frühen Entwicklungsphasen der Tiere.

Daher ist es notwendig, die Lücke hinsichtlich der frühen Entwicklungsphasen zu schließen und auch die alltagsrelevanten Expositionshöhen, die in den epidemiologischen Studien Hinweise auf ein erhöhtes Leukämierisiko geben, tierexperimentell zu erfassen.

Forschungsvorhaben am Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin

Das Forschungsvorhaben „Einfluss niederfrequenter Felder auf das sich entwickelnde blutbildende System, das Immunsystem und das Zentralnervensystem in vivo“ am Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) in Hannover wird vom BfS gefördert.

In einem Tiermodell (CD1-Mäuse) wird der Einfluss einer chronischen, prä- und postnatalen Exposition gegenüber niederfrequenten Feldern (50 Hertz (Hz)) auf das sich entwickelnde blutbildende System, das Immunsystem und das Zentralnervensystem untersucht. Schwerpunkt des Forschungsprojekts ist die Frage, ob sich das Risiko für Krebserkrankungen des blutbildenden Systems erhöht,wenn die Tiere niederfrequenten Magnetfeldern ausgesetzt sind.

Literaturstudie

Das Forschungsvorhaben startete am 1. Mai 2009 und hat eine geplante Laufzeit von drei Jahren. Als erstes Ergebnis wurde im Rahmen des Projektes die Literaturstudie "Einfluss niederfrequenter Felder auf das sich entwickelnde blutbildende System, das Immunsystem und das ZNS in vivo" erstellt, in der die bisher publizierten wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema zusammengetragen und bewertet wurden.


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