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Elektromagnetische Felder > ... > ... > Grenzwertüberschreitung durch Handytelefonate in einem Eisenbahnwaggon

Können Grenzwerte überschritten werden, wenn mehrere Personen in einem Eisenbahnwaggon gleichzeitig mit dem Handy telefonieren?
In einem Beitrag aus dem Jahr 2002 für eine japanische wissenschaftliche Zeitschrift wird berichtet, dass es in Eisenbahnwaggons zu hohen elektromagnetischen Feldstärken kommen kann, wenn mehrere Passagiere gleichzeitig ihr Mobiltelefon benutzen. Dabei könnten Werte überschritten werden, die in internationalen Richtlinien zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern als so genannte Referenzwerte festgelegt wurden.

Annahme: vollständige Reflexion der elektromagnetischen Wellen durch die metallischen Wände

In dem Artikel werden theoretische Abschätzungen vorgenommen, die auf der Annahme beruhen, dass die metallischen Wände von Eisenbahnwaggons elektromagnetische Wellen vollständig reflektieren und die einzigen Verluste durch die Abstrahlung elektromagnetischer Wellen nach außen durch die Fenster entstehen. Nach Angabe des Autors würden unter diesen Rahmenbedingungen in einem typischerweise für den Pendelverkehr eingesetzten japanischen Eisenbahnwagen die von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection – ICNIRP) empfohlenen Referenzwerte für die allgemeine Bevölkerung überschritten, wenn eine Hochfrequenzleistung von insgesamt 12 Watt in dem Wagen abgestrahlt wird. Aus den Angaben im Artikel kann abgeleitet werden, dass hierfür etwa 25 Telefone gleichzeitig senden müssten. Dies scheint eine durchaus praxisrelevante Situation zu sein.

BfS-Bewertung der Studie: Überschreitung der Grenzwerte ist extrem unwahrscheinlich

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die Studie auf deutsche Verhältnisse übertragen und bewertet. Es wurden dafür die typischen Abmessungen eines IC-Reisezugwagens (54 Sitzplätze) nach Angaben der Deutschen Bahn, sowie die technischen Daten von D- und E-Netz zugrunde gelegt.

Als Ergebnis erscheint es extrem unwahrscheinlich, dass die empfohlenen Grenzwerte durch die gleichzeitigen Aussendungen der Mobiltelefone vieler Nutzer, zum Beispiel in Eisenbahnwaggons, überschritten werden.

Dies bestätigen auch zwischenzeitlich durchgeführte Untersuchungen, die das BfS im Rahmen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms zu einer ähnlichen Fragestellung beauftragt hatte.


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