Grundlagen
Anwendungen hochfrequenter Felder
Biologische Wirkungen
Grenzwerte und Vorsorge
Empfehlungen zum Telefonieren mit dem Handy
Risikowahrnehmung in der Öffentlichkeit
Arbeitsschutz
Stellungnahmen zu hochfrequenten Feldern

Elektromagnetische Felder > ... > Empfehlungen zum Telefonieren mit dem Handy

Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz zum Telefonieren mit dem Handy
Beim Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder zur Übertragung von Informationen eingesetzt. Handys erzeugen diese Felder beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung direkt am Kopf. Zurzeit gibt es bei Einhaltung der Grenzwerte keine wissenschaftlichen Beweise für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Allerdings bestehen nach wie vor Unsicherheiten in der Risikobewertung, die durch das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm nicht vollständig ausgeräumt werden konnten. Diese betreffen insbesondere die möglichen gesundheitlichen Risiken einer langfristigen Handyexposition bei Erwachsenen und ganz besonders bei Kindern. Aus diesen Gründen hält das BfS einen vorbeugenden Gesundheitsschutz (Vorsorge) weiterhin für erforderlich. Deshalb ist die Exposition durch elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten. Nähere Informationen finden Sie hier.
Die elektromagnetischen Felder, die beim Telefonieren mit Handys in Körpernähe auftreten, sind im Allgemeinen sehr viel stärker als die Felder, denen man z. B. durch benachbarte Mobilfunkbasisstationen ausgesetzt ist. Daher hält es das BfS für besonders wichtig, die Exposition durch die Felder, denen die Nutzer von Handys ausgesetzt sind, so gering wie möglich zu halten und empfiehlt:

  • In Situationen, in denen Sie genauso gut mit einem Festnetztelefon wie mit einem Handy telefonieren können, sollten Sie das Festnetztelefon nutzen.
  • Sie sollten Telefonate per Handy möglichst kurz halten. Falls die elektromagnetischen Felder beim Telefonieren mit Handys langfristig ein gesundheitliches Risiko bewirken sollten, trägt eine kurze Dauer der Gespräche zur Verringerung eines derartigen Risikos bei.
  • Sie sollten möglichst nicht bei schlechtem Empfang, z. B. aus Autos ohne Außenantenne, telefonieren. Die Leistung, mit der das Handy sendet, richtet sich nach der Güte der Verbindung zur nächsten Basisstation. Die Autokarosserie z. B. verschlechtert die Verbindung und das Handy sendet deshalb mit einer höheren Leistung.
  • Verwenden Sie Handys, bei denen Ihr Kopf möglichst geringen Feldern ausgesetzt ist. Die entsprechende Angabe dafür ist der SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate). Die SAR-Werte der verfügbaren Handy Modelle finden Sie hier. Die Hersteller der Handys geben die unter festgelegten Bedingungen ermittelten SAR-Werte in der Regel in der Gebrauchsanweisung an.
  • Nutzen Sie Head-Sets. Die Intensität der Felder nimmt mit der Entfernung von der Antenne schnell ab. Durch die Verwendung von Head-Sets wird der Abstand zwischen Kopf und Antenne stark vergrößert. Der Kopf ist beim Telefonieren deshalb geringeren Feldern ausgesetzt.
  • Nutzen Sie die SMS-Möglichkeiten, da Sie dann das Handy nicht am Kopf halten.
Mit den oben aufgeführten Empfehlungen lässt sich die persönliche Strahlenbelastung einfach und effizient minimieren, ohne auf die Vorteile eines Handys verzichten zu müssen. Ganz besonders wichtig ist die Minimierung der Strahlenbelastung für Kinder, da diese sich noch in der Entwicklung befinden und deshalb gesundheitlich empfindlicher reagieren könnten. Außerdem gibt es Hinweise, dass Kinder stärker exponiert sein könnten als Erwachsene und es ist bei ihnen von einer lebenslangen Nutzung auszugehen, deren mögliche gesundheitliche Folgen noch nicht abschließend geklärt sind. Das BfS empfiehlt daher, Handytelefonate bei Kindern so weit wie möglich einzuschränken.
Druckversion