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Häufig gestellte Fragen zum Thema „Niederfrequente Felder in der Umgebung von Hochspannungsleitungen und Trafoanlagen“

1.

Sind die von Hochspannungsleitungen erzeugten Felder für die Anwohner gefährlich?

2.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und niederfrequenten Magnetfeldern in der Umgebung von Hochspannungsleitungen?

3.

Wie groß sind die Felder in der Nähe von Transformatorstationen?

4.

Wie wurden die Grenzwerte festgelegt?


1.

Sind die von Hochspannungsleitungen erzeugten Felder für die Anwohner gefährlich?

Viele Menschen sorgen sich über mögliche gesundheitliche Wirkungen von elektrischen und magnetischen Feldern in der Umgebung von Hochspannungsleitungen.

Bei Einhaltung der Grenzwerte ist nach dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand der Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch niederfrequente elektrische und magnetische Felder gewährleistet. Aufgrund bestehender wissenschaftlicher Unsicherheiten (siehe „Biologische und gesundheitliche Wirkungen von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern“) sollte aber vorsorglich die Einwirkung niederfrequenter Magnetfelder, wie sie auch von Hochspannungsleitungen erzeugt werden, möglichst gering gehalten werden - auch unterhalb der Grenzwerte. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass Hochspannungsleitungen oft nur einen kleinen Anteil an den Feldern haben, denen die Menschen im Alltag ausgesetzt sind. Höhere Felder treten meist in der Nähe von elektrischen Geräten und in der Umgebung leistungsstarker Hausinstallationen auf. Dies gilt oft auch bei Wohnungen in der Nähe von Hochspannungsleitungen (siehe auch Frage 2 "Gibt es einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Magnetfeldern in der Umgebung von Hochspannungsleitungen?").

Ohne Messungen vor Ort lässt sich im Einzelnen schwer beurteilen, wie groß die elektrische Feldstärke und die magnetische Flussdichte konkret sind, da die tatsächliche Exposition an einem bestimmten Ort von Spannung und Stromstärke der Leitung abhängt und vor allem das elektrische Feld auch von Bebauung und Bewuchs in der Umgebung. Der Abstand zu einer Hochspannungsleitung stellt allein kein verlässliches Maß für die Höhe der Felder dar (siehe auch „Statische und niederfrequente elektrische und magnetische Felder/Vorkommen im Alltag“ ).

Die elektrischen und magnetischen Felder nehmen mit zunehmendem Abstand von den Hochspannungsleitungen rasch ab. Bei 380 kV-Hochspannungsleitungen wurden beispielsweise im Abstand von 20 Metern von der Trassenmitte durchschnittliche magnetische Flussdichten von 1,5 µT gemessen. Dieser Wert liegt deutlich unter dem nach der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (26. BImSchV) zulässigen Grenzwert von 100 µT. Auch die Werte der elektrischen Feldstärke lagen dort unter den zulässigen Grenzwerten. (siehe „Grenzwerte und Vorsorgemaßnahmen“).

Der Verzicht auf eine Bebauung unter Hochspannungsleitungen, wie sie vom BfS empfohlen wird, ist im Rahmen einer vorsorglichen Feldverringerung zu sehen. Man vermeidet damit von vornherein Dauerbelastungen sowie belästigende Wahrnehmungen ("Funkenentladungen“ siehe „Biologische und gesundheitliche Wirkungen von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern“), die in Folge von Aufladungseffekten an leitfähigen Objekten in Einzelfällen auch bei elektrischen Feldstärken unterhalb der Grenzwerte auftreten können.

Elektrische und magnetische Felder direkt unter einer Hochspannungsleitung können unter Umständen eine Gefährdung für Herzschrittmacherpatienten darstellen. Art und Ausmaß einer Gefährdung hängen wesentlich vom Schrittmachertyp und der Art der Implantierung ab. Da es viele unterschiedliche Schrittmacher gibt, ist die Einschätzung der Gefährdung im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt abzuklären.

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2.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und niederfrequenten Magnetfeldern in der Umgebung von Hochspannungsleitungen?

Seit Jahren wird kontrovers über mögliche Gesundheitsrisiken durch niederfrequente Magnetfelder des Haushaltsstroms (50 Hz) und elektrifizierter Verkehrssysteme (16,7 Hz) diskutiert. In den USA wurden bereits 1979 erste epidemiologische Arbeiten über einen möglichen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und der Nähe von Hochspannungsleitungen vorgelegt. Seitdem beschäftigten sich zahlreiche Studien mit dieser Frage.

Die in großer Zahl vorliegenden Studienergebnisse wurden von Wissenschaftlern in vielen Ländern bewertet. Weltweit anerkannte Strahlenschutzgremien wie die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP), die englische Gesundheitsbehörde (HPA) oder die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kamen übereinstimmend zum Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen einer Exposition durch magnetische Felder, wie sie im Alltag auftritt, und einem vermehrten Auftreten von Krebs bei Erwachsenen nicht erwiesen ist. Die WHO hat dies in einem Fact Sheet mit dem Titel “Electromagnetic fields and public health - exposure to extremely low frequency fields” bekräftigt (siehe auch „WHO aktualisiert die Risikobewertung von niederfrequenten Feldern“).

Mehrere neuere epidemiologische Studien zeigen dagegen einen Zusammenhang zwischen Leukämie im Kindesalter und niederfrequenten Magnetfeldern unterhalb der Grenzwerte. Eine dieser Studien wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz in Auftrag gegeben (sog. Michaelis-Studie). In der Untersuchung wurden die niederfrequenten Magnetfelder in der häuslichen Umgebung von 514 an Leukämie erkrankten Kindern gemessen. Als Kontrollgruppe dienten 1301 gesunde Kinder.

Die Ergebnisse der Messungen zeigen - in Übereinstimmung mit den Ergebnissen einer umfangreichen Untersuchung, die zuvor vom BfS durchgeführt wurde, dass die Felder - gemessen über 24 Stunden - im Durchschnitt in Wohnungen bei 0,05 Mikrotesla (µT) liegen. In der Studie werden Haushalte als exponiert bezeichnet, die eine durchschnittliche Exposition von mehr als 0,2 µT aufweisen. Zu dieser Gruppe gehörten allerdings nur sehr wenige Haushalte in Deutschland. Hochspannungsleitungen waren nur in knapp einem Drittel der Fälle für Magnetfeldexpositionen über 0,2 µT verantwortlich. Andere relevante Feldquellen waren z.B. Steigleitungen und veraltete Elektroinstallationen in den untersuchten Wohnungen.

Ein statistischer Zusammenhang mit der Leukämierate zeigte sich bei einem Wert von über 0,4 µT. Wie bei allen epidemiologischen Studien ist auch in diesem Fall eine Ursache-Wirkungs-Beziehung durch diesen statistischen Zusammenhang nicht nachgewiesen. Ein biologischer Wirkungsmechanismus, der die Entstehung von Leukämie oder die Förderung des Wachstums von Leukämie-Zellen durch niederfrequente Magnetfelder erklären würde, konnte bisher nicht gefunden werden. Die Autoren der Studie stellen fest, dass höchstens 1% der Leukämiefälle bei Kindern durch eine erhöhte Exposition gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern zu erklären wären, wenn tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang bestünde (siehe „Biologische und gesundheitliche Wirkungen von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern“).

Auf welche Weise eine Exposition mit niederfrequenten Magnetfeldern in einem sehr niedrigen Intensitätsbereich zu einem erhöhten Leukämierisiko führen könnte, ist nicht bekannt. Möglicherweise spielen andere, bisher nicht bekannte Risikofaktoren für eine Leukämieerkrankung bei Kindern eine Rolle. Nach einer wissenschaftlichen Bewertung der neueren Literatur zu Leukämien im Kindesalter und niederfrequenten Magnetfeldern stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2001 niederfrequente Magnetfelder als „möglicherweise krebserzeugend“ ein. Nach einer erneuten Überprüfung im Jahr 2007 bestätigte die WHO die Einstufung.

Obwohl epidemiologische Studien keinen kausalen Zusammenhang zeigen können, sind die Ergebnisse dieser Studien wichtige Hinweise, die die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen aufzeigen.

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3.

Wie groß sind die Felder in der Nähe von Transformatorstationen?

Transformatorstationen können zu einer Magnetfeld-Exposition in unmittelbar angrenzenden Wohnräumen beitragen. Die Höhe der Exposition ist mit der Gesamtstrombilanz der entsprechenden Einrichtungen verknüpft und weist nachts deutlich niedrigere Werte auf als in den Spitzenzeiten.

In der unmittelbaren Umgebung von Niederspannungs-Transformatorstationen treten in Abhängigkeit vom aktuellen Stromverbrauch im allgemeinen magnetische Flussdichten zwischen 30 und 100 Mikrotesla (µT) auf. Bereits in 1 bis 2 Metern Abstand reduzieren sich diese Feldstärken auf Werte zwischen 1 und 5 Mikrotesla. Damit wird der für Anlagen der Stromversorgung geltende Grenzwert nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft. Genaue Aussagen lassen sich im Einzelfall jedoch nur anhand konkreter Messwerte des elektrischen und magnetischen Feldes treffen.

Auch wenn bislang gesundheitliche Risiken durch niederfrequente elektrische und magnetische Felder nicht eindeutig nachgewiesen sind, ist eine Expositionsminimierung aus Gründen der Vorsorge zu empfehlen. Sie kann dadurch erreicht werden, dass Räume, in denen man sich sehr lange aufhält, wie z.B. Schlafräume, nicht unmittelbar neben solchen Trafostationen eingerichtet werden, oder das Bett nicht unmittelbar an der Wand zu einer Trafostation steht.

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4.

Wie wurden die Grenzwerte festgelegt?

Bei Einwirken niederfrequenter elektrischer und magnetischer Felder auf den Körper können oberhalb bestimmter Intensitätsschwellen gesundheitliche Wirkungen auftreten. Am empfindlichsten reagiert dabei das Nervensystem. Ausschlaggebend für derartige gesundheitliche Wirkungen sind die durch niederfrequente elektrische und magnetische Felder im Körper erzeugten elektrischen Ströme. (siehe „Biologische und gesundheitliche Wirkungen von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern“. Um die bisher nachgewiesenen gesundheitlichen Gefahren auszuschließen, werden Grenzwerte festgelegt mit dem Ziel, die felderzeugte Körperstromdichte (angegeben in Milliampere pro Quadratmeter (mA/m2)) zu begrenzen. Zum Schutz der allgemeinen Bevölkerung wird von der "Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung" (ICNIRP) und von der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) ein Basisgrenzwert von 2 mA/m2 empfohlen.

Da die Körperstromdichte schwierig zu bestimmen ist, wurden aus dem Basiswert einfacher zu messende Größen abgeleitet: die elektrische Feldstärke und die magnetische Flussdichte. Grenzwerte für die elektrische Feldstärke und die magnetische Flussdichte sind in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (26. BImSchV) festgelegt. Der Grenzwert für die elektrische Feldstärke beträgt für 50 Hz-Felder (Haushaltsstrom) 5 Kilovolt pro Meter (kV/m) und für 16,7 Hz-Felder (Bahnstrom) 10 kV/m. Die magnetische Flussdichte wird auf 100 µT bei 50 Hz und 300 µT bei 16,7 Hz begrenzt. Werden diese Grenzwerte eingehalten, so ist auch die Einhaltung des Basisgrenzwerts gewährleistet.

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