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Elektromagnetische Felder > FAQs zum Thema > FAQs Haushaltsgeräte

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Elektrische und magnetische Felder bei Haushaltsgeräten“

 1.

Welche elektrischen und magnetischen Felder treten bei Haushaltsgeräten auf?

2.

Sind zur Reduzierung elektrischer und magnetischer Felder Netzfreischalter hilfreich?

3.

Sind die von Heizdecken verursachten elektrischen und magnetischen Felder gesundheitlich bedenklich?

4.

Stellen die von Wasserbetten verursachten elektrischen und magnetischen Felder ein gesundheitliches Risiko dar?

5.

Was ist bei Induktionsherden zu beachten?


1.

Welche elektrischen und magnetischen Felder treten bei Haushaltsgeräten auf?

Haushaltsgeräte unterliegen nicht der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (26. BImSchV). Die in dieser Verordnung festgelegten und von der Deutschen Strahlenschutzkommission (SSK)empfohlenen Grenzwerte können aber für die Beurteilung möglicher gesundheitlicher Wirkungen aller niederfrequenten elektrischen und magnetischen Felder im 50 Hz-Bereich und damit auch für die Beurteilung von Haushaltsgeräten herangezogen werden.

Ein elektrisches Feld ist immer vorhanden, wenn eine elektrische Spannung vorhanden ist, auch wenn kein Strom fließt. Die elektrische Feldstärke wird in Volt pro Meter (V/m) gemessen. Magnetfelder sind dagegen nur vorhanden, wenn sich elektrische Ladungen bewegen, d.h. wenn elektrische Geräte eingeschaltet sind und Strom fließt. Bei statischen und niederfrequenten Magnetfeldern wird in der Regel die magnetische Flussdichte (in Mikrotesla (µT))gemessen.

Niederfrequente elektrische und magnetische Felder können bei ausreichender Intensität z.B. das Nervensystem im Körper beeinflussen oder empfindliche medizinische Implantate (z.B. Herzschrittmacher) stören. Niederfrequente magnetische Felder stehen zudem in Verdacht, bei langfristiger Einwirkung möglicherweise Leukämieerkrankungen bei Kindern zu verursachen.

Die Werte der elektrischen Feldstärke und der magnetischen Flussdichte der meisten Haushaltsgeräte sind in den üblichen Abständen zwischen Nutzerin bzw. Nutzer und Gerät im Allgemeinen aber gering oder wirken nur kurzfristig auf den Körper ein, dass davon nach dem derzeitigen Kenntnisstand keine Beeinträchtigung der Gesundheit zu erwarten ist. Bei einem Mindestabstand von 30 cm zum Gerät treten in den meisten Fällen auch keine Störungen von Herzschrittmachern auf. Herzschrittmacherpatientinnen und -patienten sollten sich aber bei ihrem Arzt darüber informieren, ob bei ihrem Schrittmacher eine Störung durch die niederfrequenten Felder von Haushaltsgeräten möglich ist.

Grundsätzlich empfiehlt das BfS, aus Vorsorgegründen die Einwirkung niederfrequenter elektrischer und magnetischer Felder so gering wie möglich zu halten. Dies gilt insbesondere für länger andauernde Einwirkungen und für möglicherweise besonders empfindliche Personen, wie Kinder, Schwangere und alte bzw. kranke Menschen.

Im Folgenden wird anhand einiger typischer Haushaltsgeräte beschrieben, wie hoch die niederfrequenten Felder in deren Umgebung im Regelfall sind und was unter Vorsorgeaspekten beachtet werden sollte.

Der empfohlene Höchstwert für das auf den gesamten Körper bezogene elektrische Feld beträgt 5 Kilovolt pro Meter (kV/m). Ein elektrischer Boiler zum Beispiel weist im Abstand von 30 cm ein lokal begrenztes elektrisches Feld von ca. 0,3 kV/m auf. Werte zwischen 0,1 und 0,2 kV/m misst man in 30 cm Abstand von Stereoanlagen, Bügeleisen, Kühlschränken oder Handmixern. Bei Kaffeemaschinen und Fernsehgeräten wurden etwa 0,06 kV/m ermittelt. Das elektrische Feld einer Glühbirne beträgt in 30 cm Entfernung 0,005 kV/m. Die meisten Haushaltsgeräte weisen also im Vergleich zu den empfohlenen Höchstwerten nur geringe und lokal begrenzte elektrische Feldstärken auf.

Für niederfrequente Magnetfelder wird ein auf den gesamten Körper bezogener Höchstwert von 100 Mikrotesla (µT) empfohlen. Bei gebräuchlichen Haushaltgeräten liegen die Werte der magnetischen Flussdichte bereits im Abstand von 30 cm weit unter dem empfohlenen Höchstwert und sind zudem meist lokal eng begrenzt). Beispiele dafür sind Mixer, elektrische Heizöfen, Waschmaschinen und Elektroherde mit Werten zwischen 0,5 und 10 µT. Auch Nachtspeicherheizungen können Magnetfelder in dieser Größenordnung aufweisen. Magnetische Flussdichten, die unter einem halben Mikrotesla liegen, misst man in 30 cm Entfernung bei Wäschetrocknern, Computern, Kühlschränken und Videorekordern.

Abhängig von Geräteart und Fabrikat unterscheiden sich die Stärke des Magnetfeldes teilweise beträchtlich. Bei unterschiedlichen Haarfön-Typen liegen sie an der Geräteoberfläche zwischen 6 und 2000 µT. Verschiedene Trockenrasierer weisen am Gehäuse zwischen 15 und 1500 µT auf.

Zu nennen sind noch Bohrmaschinen und Staubsauger. Bis zu 800 µT können hier beim Betrieb dieser Haushaltsgeräte an der Oberfläche auftreten. Da die Felder lokal eng begrenzt sind und schon in geringem Abstand schnell abfallen und die Geräte nur kurzzeitig betrieben werden, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu befürchten. Träger von Herzschrittmachern und elektronischen Implantaten sollten aber bei der Benutzung dieser Geräte vorsichtig sein. Hier können Störungen der Funktion der Implantate nicht ausgeschlossen werden. Im Zweifelsfall sollte der behandelnde Arzt befragt werden.

Manche Geräte, wie z.B. Radiowecker oder Babyphone werden mit Netztrafos betrieben. Im Abstand von 30 cm liegt die magnetische Flussdichte bei wenigen Mikrotesla. Da in diesen Fällen aber eine lang andauernde Feldeinwirkung vorliegt, empfiehlt das BfS, vorsorglich einen möglichst großen Abstand (etwa 1,5 bis 2 m) einzuhalten, der mit der Funktion der Geräte noch zu vereinbaren ist.

Eine Kennzeichnung der Geräte hinsichtlich der elektrischen Feldstärke und der magnetischen Flussdichte wäre wünschenswert, um Verbraucherinnen und Verbrauchern wichtige Informationen zur Kaufentscheidung an die Hand zu geben.

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2.

Sind zur Reduzierung elektrischer und magnetischer Felder Netzfreischalter hilfreich?

Die elektrischen und magnetischen Felder in der Umgebung von Hausinstallationen liegen weit unter den von der SSK empfohlenen Höchstwerten. Netzfreischalter tragen aufgrund ihrer Betriebsweise zur vorsorglichen Reduzierung elektrischer Felder bei, die auch dann auftreten, wenn keine Geräte in Betrieb sind. Sie haben aber keinen Einfluss auf die Felder beim Betrieb von Geräten. Daher tragen Netzfreischalter auch nicht zur vorsorglichen Reduzierung der Einwirkung magnetischer Felder bei, da diese nur dann auftreten, wenn Geräte in Betrieb sind.

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3.

Sind die von Heizdecken verursachten elektrischen und magnetischen Felder gesundheitlich bedenklich?

Elektrische Heizdecken werden im Unterschied zu vielen anderen Haushaltsgeräten unmittelbar am Körper verwendet. Sie werden außerdem häufig über längere Zeit benutzt. In 10 cm Abstand von der Oberfläche der Heizdecke (das entspricht etwa der Körpermitte der darauf liegenden Person) wurden Magnetfelder bis zu 0,45 Mikrotesla (µT) gemessen. Die genannten Werte liegen weit unterhalb des von der SSK empfohlenen Grenzwertes von 100 µT.

Über negative gesundheitliche Auswirkungen im Zusammenhang mit den Magnetfeldern von Heizdecken wurden in der Presse mehrfach berichtet; diese konnten aber bisher wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Dem BfS sind keine entsprechenden Gesundheitsschäden bekannt. Das BfS empfiehlt grundsätzlich, am Stromnetz betriebene elektrische Geräte nicht unkontrolliert zu lassen und nicht während des Aufenthalts im Bett zu benutzen, um die Gefahr eines elektrischen Schlages durch eine defekte Isolation auszuschließen. Meist genügt das Anwärmen des Bettes, während des Schlafes sollte die Heizdecke jedoch vom Netz getrennt bleiben. Dies dient zudem der vorsorglichen Reduzierung der Einwirkung elektrischer und magnetischer Felder.

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4.

Stellen die von Wasserbetten verursachten elektischen und magnetischen Felder ein gesundheitliches Risiko dar?

Wasserbetten sind so konstruiert, dass die Heizung einen deutlichen Abstand zur Bettoberfläche besitzt. Im Abstand von 10 cm von der Oberfläche des Wasserbetts (das entspricht etwa der Körpermitte der darauf liegenden Person) wurden bis zu 0,2 Mikrotesla (µT) gemessen. Dieser Wert liegt weit unterhalb des von der SSK empfohlenen Grenzwertes von 100 µT. Bislang sind keine Gesundheitsschäden bei diesen Intensitäten nachgewiesen worden. Das BfS empfiehlt aber generell, eine Dauerbelastung durch elektrische und magnetische Felder nach Möglichkeit gering zu halten, um somit dem Vorsorgeprinzip zu entsprechen.

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5.

Was ist bei Induktionsherden zu beachten?

Die Funktion von Induktionsherden, die auch als Wirbelstromherde bezeichnet werden, beruht auf einem einfachen physikalischen Prinzip. Durch ein zeitlich veränderliches Magnetfeld werden in elektrisch leitfähigen Gegenständen, in diesem Fall im Kochtopf, elektrische Ströme erzeugt (induziert). Diese führen zu einer direkten Erwärmung des Kochtopfes. Das magnetische Wechselfeld wird im Herd mit einer Spule, durch die ein Wechselstrom mit einer Frequenz von etwa 20 bis 100 kHz fließt, erzeugt. Für die Töpfe werden ferromagnetische (d.h. magnetisierbare) Materialien verwendet, um die Wärmeentwicklung zu verbessern.

Sobald der Topf von der Herdplatte genommen wird, wird automatisch die Stromzufuhr zur Spule abgeschaltet. Es ist dann kein Magnetfeld mehr vorhanden. Wenn ein Topf auf der Herdplatte steht, wird das Magnetfeld durch den Topf aufgenommen. Steht einer der von den Herstellern empfohlenen Töpfe mit der passenden Größe zentriert auf dem Kochfeld, entstehen in der Umgebung des Herdes nur geringe Streufelder. Bei Verwendung ungeeigneter Töpfe und Pfannen (kein ferromagnetisches Material, unebener Boden, zu klein für das Kochfeld) können aber in der näheren Umgebung des Herdes deutlich höhere Magnetfelder auftreten. Dies gilt auch, wenn ein geeigneter Topf so unzentriert auf dem Kochfeld platziert wird, dass dieses gerade nicht abgeschaltet wird. In durchaus noch üblichen Gebrauchsabständen von den Kochfeldern (10 bis 20 cm) können dabei magnetische Flussdichten erreicht werden, die dem Referenzwert von 6,25 µT, der von der Internationalen Kommission zum Schutz vor Nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) für den entsprechenden Frequenzbereich empfohlenen wird, nahe kommen oder ihn sogar übersteigen. Um die Exposition mit diesen mittelfrequenten Magnetfeldern möglichst gering zu halten, sollten daher nur geeignete Töpfe mit der für das jeweilige Kochfeld passenden Größe verwendet werden und die Töpfe sollten zentriert platziert werden. Wenn möglich sollte ein Mindestabstand von 5 bis 10 cm von der Vorderkante des Herdes eingehalten werden.

Vorsicht ist auch für Träger von Herzschrittmachern geboten, da die bei Induktionsherden entstehenden Streufelder möglicherweise die Gerätefunktion beeinflussen können. Herzschrittmacherpatientinnenen und -patienten sollten sich bei ihrem Arzt über mögliche Störbeeinflussungen informieren.

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