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Elektromagnetische Felder > ... > FAQs Elektromagnetische Felder (EMF)
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Häufig gestellte Fragen zum Thema Elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder
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1.
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Was ist unter elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern zu verstehen?
Niederfrequente elektrische und magnetische Felder, hochfrequente
elektromagnetische Felder, sowie die optische Strahlung zu der die Infrarotstrahlung
(IR), das sichtbare Licht und die ultraviolette Strahlung (UV) gehören, bilden
den Bereich der nichtionisierenden Strahlung (NIR).
Strahlung mit noch höheren Frequenzen wird als ionisierende Strahlung bezeichnet.
Zur Unterscheidung der verschiedenen Strahlungsarten dient
ihre Wellenlänge bzw. ihre Frequenz, d.h. die Anzahl der Schwingungen in einer
Sekunde (Maßeinheit: Hertz [Hz]; 1 Schwingung in einer Sekunde entspricht
1 Hz). Frequenz und Wellenlänge sind fest miteinander verbunden. Sie sind
ein Maß für den Energietransport der Strahlung. Bei hohen Frequenzen ist die
Wellenlänge der Strahlung klein, während geringe Frequenzen mit großen Wellenlängen
einhergehen; z.B. beträgt bei einer Frequenz von 50 Hz die entsprechende
Wellenlänge ca. 6000 km, während bei einer Frequenz von 50 000 Hz (50
kHz) die Wellenlänge bei 6 km liegt. Strahlungsarten mit hohen Frequenzen
und kurzen Wellenlängen sind energiereich.
Im elektromagnetischen Spektrum werden statische Felder,
niederfrequente Felder, hochfrequente Felder, optische und ionisierende
Strahlung geordnet nach Frequenz bzw. Wellenlänge dargestellt. Diese aufeinanderfolgenden Bereiche des Spektrums weisen fließende Übergänge auf.
Statische elektrische und magnetische Felder (0 Hz) kommen
natürlich in der Umwelt vor, z.B. in Form des Erdmagnetfelds. Sie treten aber auch bei manchen Verkehrssystemen
(z.B. Straßenbahnen) und bei industriellen Prozessen auf und werden zunehmend
auch in der Medizin (Magnetresonanz) eingesetzt, (z. B. bei der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)).
Niederfrequente elektrische und magnetische Felder (größer
0 Hertz bis 100 Kilohertz) werden vor allem durch technische
Anwendungen hervorgerufen. Jeder elektrische Leiter, in dem Strom fließt, ist
von einem Magnetfeld und einem elektrischen Feld umgeben. Im Alltag bedeutsam sind hauptsächlich die elektrischen und magnetischen Felder, die durch die
Stromversorgung (50 Hz) und elektrifizierte Verkehrssysteme wie
Eisenbahnen (16 2/3 Hz) entstehen. Aufgrund ihrer physikalischen
Eigenschaften liegen im niederfrequenten Bereich elektrische und magnetische
Felder entkoppelt vor.
Hochfrequente elektromagnetische Felder (>100 kHz -
300 GHz) (HF-EMF) kommen in unserem Alltag hauptsächlich bei Anwendungen
vor, die zur drahtlosen Informationsübertragung bei Rundfunk, Fernsehen,
Mobilfunk und anderen Kommunikationstechnologien verwendet werden. Andere
wichtige Anwendungsbereiche sind die Medizin und vielfältige industrielle
Prozesse. Bei den HF-EMF sind die elektrische und die magnetische Komponente in
einer von der Wellenlänge abhängigen Entfernung von der Quelle sehr eng
miteinander gekoppelt. Bei sehr kurzen Wellenlängen kann man daher Effekte und
Wirkungen, die z.B. beim Auftreffen auf den menschlichen Körper auftreten, kaum
auf die Wirkung nur einer der beiden Komponenten zurückführen.
Die biologischen Wirkungen der elektromagnetischen Felder
hängen von deren Frequenz ab. Daher muss zwischen den Wirkungen hoch- und
niederfrequenter Felder deutlich unterschieden werden.
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2.
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Was versteht man unter "Elektrosmog"?
Der Begriff „Smog“ im Wort „Elektrosmog" ist ein
Kunstwort aus den englischen Wörtern "smoke" (Rauch) und "fog"
(Nebel). Er bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch die Anwesenheit von
Luftschadstoffen in gesundheitsschädlichen Konzentrationen. In Bezug auf die
künstlichen elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder wird der
Begriff „Smog“ verwendet, um deren allgegenwärtiges Vorkommen in der Umwelt des
Menschen und die in diesem Zusammenhang befürchteten gesundheitlichen
Beeinträchtigungen zu beschreiben. Obwohl die Wortwahl nicht sehr glücklich ist
und eher zur allgemeinen Verunsicherung beiträgt, wird der Begriff
„Elektrosmog“ vielfach in den Medien und in der öffentlichen Diskussion verwendet.
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3.
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Welche Grenzwerte gelten in Deutschland für elektromagnetische Felder?
In Deutschland gelten unterschiedliche Grenzwerte für
verschiedene Bereiche des elektromagnetischen Spektrums. Dies ist aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften und gesundheitlichen Wirkungen der Felder erforderlich.
Seit Januar 1997 gilt in Deutschland die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über elektromagnetische Felder - 26. BImSchV). Darin sind Grenzwerte für die elektrischen und magnetischen Felder in der Umgebung von
Stromversorgungsanlagen und Bahnstromanlagen festgelegt, sowie Grenzwerte für
hochfrequente Felder in der Umgebung von gewerblich betriebenen feststehenden Funksendeanlagen, die auch den Bereich der Mobilfunkfrequenzen umfassen. Ziel der Verordnung ist es, den Schutz der Bevölkerung vor wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch hoch- und niederfrequente elektromagnetische Felder aus derartigen Anlagen sicherzustellen.
Folgende Grenzwerte für gewerblich betriebene feststehende Hochfrequenzanlagen sind in der 26. BImSchV festgelegt:
| Frequenz f [MHz] |
Elektrische Feldstärke*) E [V/m] |
Magnetische Feldstärke*) H [A/m] |
| 10 - 400 |
27,5 |
0,073 |
| 400 - 2.000 |
1,375 x f1/2 |
0,0037 x f1/2 |
| 2.000 - 300.000 |
61 |
0,16 |
| *) Effektivwerte, gemittelt über 6-Minuten-Intervalle |
Im niederfrequenten Bereich bezieht sich die Verordnung auf die
gewerblich betriebenen Anlagentypen: Hochspannungsleitungen, Erdkabel,
Transformatoren sowie Bahn- und Stromversorgungsanlagen. Folgende
Grenzwerte sind festgelegt:
| Frequenz f [Hz] |
Elektrische Feldstärke*) E [kV/m] |
Magnetische Flussdichte*) [Mikrotesla µT] |
| 50 |
5 |
100 |
| 16 2/3 |
10 |
300 |
| *) Effektivwerte |
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4.
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Wie werden die gesetzlichen Grenzwerte festgelegt?
Grundlage für die Festlegung gesetzlicher Grenzwerte sind alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse, die von nationalen und
internationalen Gremien ständig verfolgt und bewertet werden. In Deutschland
ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
für Fragen des Strahlenschutzes zuständig. Das BfS berät das BMU in allen
fachlichen Fragen des gesundheitlichen Strahlenschutzes. Die
Strahlenschutzkommission (SSK), ein mit Experten aus unterschiedlichen
Disziplinen besetztes unabhängiges wissenschaftliches Beratungsgremium des BMU,
hat für das BMU Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen
Gefahren durch hochfrequente und niederfrequente elektromagnetische Felder
erarbeitet und dabei deren Begrenzung in Anlehnung an die Empfehlungen der
"International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection" (ICNIRP) vorgeschlagen. Das BfS überprüft laufend anhand der neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnisse, ob die Annahme einer Schutzwirkung der gültigen Grenzwerte
aufrecht erhalten werden kann. Das übereinstimmende Fazit von SSK und BfS lautet, dass bei Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte der Schutz des Menschen vor den derzeit wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitlichen Gefahren gewährleistet ist.
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5.
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Ist Vorsorge über die Grenzwerte hinaus sinnvoll?
In der "Verordnung über elektromagnetische Felder"
(26. BImSchV) sind Grenzwerte für niederfrequente elektrische und
magnetische Felder mit 50 Hz (Haushaltsstrom) und 16 2/3 Hz
(elektrifizierte Verkehrssysteme) und hochfrequente elektromagnetische Felder
ab 10 MHz festgelegt. Diese Werte sind so gewählt, dass nach dem heutigen
Kenntnisstand, über den international weitgehend fachlicher Konsens besteht,
die bisher wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitsschädlichen Risiken durch
elektromagnetische Felder auch bei dauerhaftem Einwirken nicht auftreten.
In einzelnen Fragen bestehen allerdings nach wie vor Unsicherheiten in der Risikobewertung für hochfrequente elektromagnetische Felder. Diese konnten auch durch das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm nicht vollständig ausgeräumt werden. Sie
beziehen sich auf mögliche Gesundheitsrisiken bei einer Handynutzungsdauer von
länger als zehn Jahren und auf die Frage, ob Kinder empfindlicher gegenüber
hochfrequenten elektromagnetischen Feldern sein könnten als Erwachsene. Für
eine abschließende Klärung dieser Fragen reicht die Datenlage nicht aus (siehe
auch FAQs „Vorsorge bei elektromagnetischen Feldern“.
Für niederfrequente Magnetfelder gibt es aus
epidemiologischen Studien konsistente Hinweise auf ein mögliches
gesundheitliches Risiko (siehe „Biologische und gesundheitliche Wirkungen von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern“). Allerdings konnte ein ursächlicher Zusammenhang bislang nicht nachgewiesen werden.
Diese offenen Fragen und Hinweise reichen nicht aus, um ein
gesundheitliches Risiko zu belegen, begründen aber die Forderung nach
Vorsorgemaßnahmen. Ein Ziel derartiger Maßnahmen ist die Verringerung der nieder- und hochfrequenten elektromagnetischen Felder, denen Personen ausgesetzt sind. Zu den Vorsorgemaßnahmen gehören außerdem weitere Forschung, um die
wissenschaftlichen Unsicherheiten zu verringern sowie die Aufklärung und
Information der Bevölkerung über:
- bekannte und vermutete gesundheitliche Wirkungen der Felder,
- relevante Feldquellen in der Umwelt wie z.B. Hochspannungsleitungen und
- die Stärke der Felder, die von elektrischen Geräten ausgehen, z. B. durch entsprechende Kennzeichnung.
Im Bereich des Mobilfunks sollte darüber hinaus Transparenz
bei der Planung von Sendeanlagen vorherrschen. Bevölkerung und Kommunen sollten
vor Errichtung von Sendeanlagen beteiligt werden.
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6.
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Wie und von wem werden elektromagnetische Felder gemessen?
Zur exakten Messung bei unterschiedlichen Frequenzen und Intensitäten sind verschiedene Messgeräte erforderlich. Die prinzipiellen Messverfahren sind dargestellt in der DIN 0848 Teil 1, die beim Beuth Verlag GmbH Berlin zu beziehen ist.
Ansprechpartner für Messungen können Hochschulinstitute, der TÜV, die Kommunen oder Landesumweltämter sein. Auch die örtlichen Stromversorgungsunternehmen verfügen in der Regel über entsprechende Messtechnik. Im Hochfrequenzbereich sind zudem die Außenstellen der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen kompetente Ansprechpartner. Im Einzelfall prüft die Bundesnetzagentur, ob Messungen angezeigt sind und führt sie in begründeten Einzelfällen auch durch. Die Messungen sind teilweise kostenpflichtig.
Das BfS führt grundsätzlich keine individuellen Messungen durch. Aus Wettbewerbsgründen können auch keine Empfehlungen für spezielle Messgeräte oder -institutionen gegeben werden. Eine aktuelle Übersicht über zertifizierte Labors und Prüfmethoden ist erhältlich bei der
Bundesnetzagentur
Postfach 80 01
55003 Mainz
Tel. 06131/18-5600
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7.
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Welche Wirkungen haben sogenannte „Abschirmmatten gegen Elektrosmog“?
Von verschiedenen Firmen werden sogenannte „Abschirmmatten
gegen Elektrosmog“ angeboten. Diese Abschirmmatten sind zum der Schutz Gesundheit nicht notwendig und wegen der zweifelhaften Wirksamkeit auch nicht zu
empfehlen.
Wirksamkeit der Abschirmmatten
Bei den „Abschirmmatten gegen Elektrosmog“ handelt es sich meist um Matten aus einem leitfähigen Textil, die z.B. mit Hilfe eines Kabels über den Schutzleiter einer Steckdose oder über ein Heizungsrohr geerdet werden können. Niederfrequente magnetische Felder können durch derartige Materialien
nicht abgeschirmt werden. Diese Matten könnten höchstens niederfrequente
elektrische Felder abschirmen, wenn sich die Feldquelle unmittelbar jenseits der Matte befindet.
Auch bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (z.B.
von Mobilfunksendeanlagen) ist eine Abschirmung prinzipiell nur dann möglich,
wenn sich das abschirmende Material zwischen der Feldquelle und der betroffenen
Person befindet. Da die Abschirmmatten jedoch als Unterlage verwendet werden,
können elektromagnetische Felder, die aus allen Richtungen auf den Menschen
einwirken können, keinesfalls effektiv abgeschirmt werden.
Sowohl für den Niederfrequenz- als auch für den
Hochfrequenzbereich liegen wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Felderhöhungen
bei der Verwendung von Abschirmmatten vor.
Gesundheitliche Wirkungen
Der Schutz vor nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken ist bei Einhaltung der Grenzwerte gegeben. Der oftmals behauptete ursächliche Zusammenhang zwischen niederfrequenten elektrischen und magnetischen oder hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen,
Konzentrationsstörungen usw. konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen
werden. Damit ist auch ein diesbezüglicher Nutzen von Abschirmmatten wissenschaftlich nicht belegt.
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Druckversion
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