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Im Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben könnten sich größere
Mengen Salzgestein von der Decke eines Hohlraumes lösen (sogenannter
Löserfall). Das Bundesamt für Strahlenschutz hat eine Erstbewertung
vorgenommen. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt besteht derzeit nicht.
Bergbauspezialisten ermitteln durch laufende Untersuchungen die weiteren
notwendigen Maßnahmen. Die für die Aufsicht und Genehmigung zuständigen
Bundes- und Landesbehörden hatten sich in dieser Woche vor Ort informiert.
Experten haben im Rahmen der geotechnischen Überwachung des Endlagers in
einem großen Hohlraum neue Risse entdeckt, die auf Schäden im Gebirge
des von früheren Bergbauarbeiten stark ausgehöhlten Zentralteils deuten.
In dem Hohlraum lagern keine radioaktiven Abfälle. Die Kammer ist
gesperrt und damit für Personen nicht zugänglich. Hier könnten sich die
Gesteinsbrocken von der Decke lösen. Wie viel Salz konkret herausbrechen
könnte, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und kann deshalb sehr
stark variieren. Denkbar ist, dass sich auch größere Mengen von mehreren
Tausend Tonnen Salz lösen. Eine Gefahr für die Belegschaft des Endlagers
Morsleben und für die Bevölkerung der Umgebung kann aufgrund der derzeit
vorhandenen Erkenntnisse ausgeschlossen werden.
Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse wird das BfS darüber
entscheiden, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Denkbar wäre, den
Hohlraum komplett mit Salzbeton zu verfüllen. Die Ergebnisse der
erforderlichen Untersuchungen und Berechnungen werden voraussichtlich im
Oktober vorliegen.
Das BfS stabilisiert derzeit den Zentralteil des Bergwerks. Seit 2003
werden mehr als 20 Hohlräume mit einem speziellen Salzbeton verfüllt, um
das Bergwerk langfristig zu stabilisieren.
Ein Sprecher des BfS sagte dazu:
„Die jetzt festgestellten Schäden stellen zwar keine akute Gefahr für
die in der Umgebung des Endlagers lebenden Menschen und die Umwelt dar.
Sie zeigen allerdings deutlich, dass es sich bei Morsleben um ein altes
Bergwerk mit typischen Stabilitätsproblemen handelt. Deshalb war die
Entscheidung des BfS, den besonders durchlöcherten Zentralteil des
Bergwerks vorzeitig mit Salzbeton zu verfüllen, richtig“. Diese
Arbeiten, bei denen insgesamt fast
800.000 Kubikmeter Salzbeton zur Stabilisierung in das Bergwerk gepumpt
werden, sollen Ende des Jahres abgeschlossen werden.
Davon unberührt ist das atomrechliche Stilllegungsverfahren für das
Endlager Morsleben. Die Unterlagen für die Öffentlichkeitsbeteiligung
werden in Kürze von der zuständigen Landesbehörde ausgelegt.
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