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Die derzeit gültigen Grenzwerte schützen nach wissenschaftlichem
Kenntnisstand vor gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Mobilfunks.
Das ist das Ergebnis des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF).
Allerdings rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) weiterhin zur
Vorsorge.
Vor sechs Jahren hat das BfS im Auftrag des Bundesumweltministeriums das
DMF gestartet, um die offenen wissenschaftlichen Fragen nach möglichen
gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks zu
klären. Das DMF gehört zu den weltweit größten Forschungsprogrammen, die
in diesem Bereich stattgefunden haben. Planung und Durchführung
erfolgten in enger Abstimmung mit dem internationalen Forschungsprojekt
der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das BfS hat bei der Konzeption
und Durchführung des Programms größten Wert auf Transparenz der
Verfahren gelegt sowie auf eine hohe wissenschaftliche Qualität der
Forschungsprojekte. Ein zentrales Anliegen war eine
interessensunabhängige Bewertung aller Forschungsergebnisse.
Ziel des DMF war es, die geltenden Grenzwerte kritisch zu überprüfen. In
54 Studien wurden Fragen zur Strahlenbelastung im Alltag aufgegriffen,
zu möglichen nicht-thermischen Wirkmechanismen sowie zu akuten und
chronischen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder des
Mobilfunks. In Wiederholungsstudien wurde gezielt Hinweisen auf mögliche
Wirkungen hochfrequenter Felder auf Mensch und Tier nachgegangen. Solche
Hinweise hatten zu Beginn des Forschungsprogramms vorgelegen, konnten
aber nicht bestätigt werden. Erstmals wurden auch Studien durchgeführt,
wie die Bevölkerung die Risiken der Mobilfunktechnologie wahrnimmt.
Die Forschungsergebnisse des DMF haben gezeigt, dass die
Strahlenbelastung der Bevölkerung trotz zunehmender Technisierung weit
unterhalb der Grenzwerte liegt. Expositionen nahe an den Grenzwerten
treten nur bei der Nutzung einiger körpernah betriebener Geräte auf, wie
z.B. bei der Nutzung von Handys.
Das Forschungsprogramm konnte jedoch nicht auf alle Fragen abschließende
Antworten geben. Weiterhin Forschungsbedarf gibt es vor allem in
Hinblick auf die Fragen möglicher Langzeitrisiken für
Handynutzungszeiten von mehr als zehn Jahren. Außerdem ist weiterhin
unklar, ob Kinder empfindlicher auf Handystrahlung reagieren als
Erwachsene. Das BfS rät deshalb weiterhin auf eine vorsorgliche
Verringerung der Strahlenbelastung zu achten. Jeder kann die
Strahlenbelastung durch das eigene Verhalten beim Umgang mit dem Handy
selbst verringern:
Möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, z. B. aus Autos
ohne Außenantenne.
Beim Kauf des Handys auf den so genannten SAR-Wert (Spezifische
Absorptionsrate) achten. Als besonders strahlungsarm gelten
Mobiltelefone mit einem SAR-Wert von 0,6 Watt/kg oder niedriger. Die
SAR-Werte der aktuell verfügbaren Handy-Modelle finden Sie auf
http://www.bfs.de/de/elektro/oekolabel.html.
Nutzen Sie Kopfhörer. Die Strahlungsquelle (Antenne) befindet sich
dann nicht direkt am Ohr.
Nutzen Sie die SMS-Möglichkeiten, da Sie dann das Handy nicht am Kopf
halten.
In Situationen, in denen genauso gut mit einem Festnetztelefon wie mit
einem Handy telefoniert werden kann, sollte das Festnetztelefon genutzt
werden.
Hintergrund:
Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF) hatte ein Gesamtbudget
von 17 Millionen Euro. Das Bundesumweltministerium (BMU) und die
Mobilfunkbetreiber haben jeweils 8,5 Millionen Euro beigesteuert. Für
die fachliche und administrative Durchführung des DMF war ausschließlich
das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zuständig. Ein Einfluss der
Netzbetreiber war damit ausgeschlossen. Um jederzeit Transparenz bei der
Durchführung des Programms zu gewährleisten, wurde laufend auf einer
eigens eingerichteten Internetseite über den Verlauf der einzelnen
Forschungsprojekte berichtet.
Nähere Informationen können unter
http://www.deutsches-mobilfunk-forschungsprogramm.de
nachgelesen werden.
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