Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat heute einen weiteren
Rücktransport von hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung
in Frankreich nach Deutschland genehmigt. Wie ein Sprecher der Behörde
in Salzgitter mitteilte, hat die Nuclear Cargo + Service GmbH in Hanau
die Erlaubnis bekommen, elf französische Transportbehälter des Typs TN85
von der Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague zum Transportbehälterlager
nach Gorleben in Niedersachsen zu transportieren.
Das BfS hatte die Genehmigung erteilt, nachdem die
Sicherheitsvoraussetzungen nach § 4 Atomgesetz (AtG) festgestellt worden
waren. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hatte
für die Zulassung des Behälters eine thermische und mechanische Prüfung
der Transportbehälter vorgenommen. Durch Auflagen in der
Transportgenehmigung wird sichergestellt, dass die international
festgelegten Grenzwerte für radioaktive Kontaminationen an der
Oberfläche der Transportbehälter eingehalten werden. Dazu wurden wie
bislang Maßnahmen zur Kontaminationsvermeidung und -kontrolle
festgelegt, sowie eine Transport-Dokumentation und exakte
Meldepflichten. Die Genehmigung ist bis zum 31.12.2008 befristet. Wann
das Transportunternehmen die elf Behälter nach Gorleben bringt,
entscheidet die Firma selbst. Den konkreten Transporttermin muss die
Nuclear Cargo + Service GmbH nach Auflagen des BfS mit den
Innenministerien der Bundesländer abstimmen, die von dem Transport
betroffen sind.
Die Glaskokillen, die in diesem Jahr transportiert werden, haben eine
höhere Strahlung und entwickeln deshalb mehr Wärme. Deshalb war es
notwendig, einen neuen Transportbehältertyp einzusetzen. Statt des
bislang benutzten deutschen Castor-Behälters HAW 20/28 CG kommt jetzt
der Behältertyp TN85 der französischen Firma TN International zum
Einsatz. Er ist speziell für den Transport dieser Glaskokillen nach
Deutschland konstruiert worden. Die Prüfungen des BfS haben ergeben,
dass auch dieser Behälter in der Lage ist, die Grenzwerte des
Gefahrgutrechts einzuhalten. Damit ist gewährleistet, dass die erhöhte
Wärmeleistung sicher abgeführt werden kann. Trotz der höheren Strahlung
der Glaskokillen wird dieselbe Dosisleistung an der Behälteroberfläche
erreicht, wie bei den bisher eingesetzten deutschen Castorbehältern.
Auch mit dem TN85 werden jeweils 28 Glaskokillen transportiert. Er
entspricht denselben gesetzlichen Vorgaben wie die Castor-Behälter. Der
TN85 ist für eine maximale Wärmeleistung von 56 Kilowatt genehmigt.
Die deutsche kernkraftwerksbetreibende Industrie muss insgesamt 108
Behälter mit jeweils 28 hochaktiven Glaskokillen aus Frankreich
zurücknehmen. Seit 1996 sind bislang 75 Behälter nach Gorleben
transportiert worden. Weitere 33 werden folgen. Dieses Jahr ist der
Transport von elf Behältern geplant. Ein für 2009 geplanter Transport
mit dem deutschen Behältertyp CASTOR HAW 28M ist abgesagt worden,
nachdem die erforderlichen Sicherheitsnachweise von der Herstellerfirma
nicht zeitgerecht erstellt werden können. Die Abfälle werden in der
französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Glaskokillen
gegossen. Seit 1. Juli 2005 dürfen keine abgebrannten Brennelemente mehr
zur Wiederaufarbeitung ins Ausland transportiert werden.
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