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Die deutschen Kernkraftwerke haben knapp die Hälfte der im Atomkonsens
vereinbarten und im Atomgesetz festgeschriebenen Reststrommengen
produziert. Das geht aus den vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
heute veröffentlichten Daten über die 2007 in deutschen Kernkraftwerken
erzeugten Strommengen hervor. "Vom 1. Januar 2000 bis zum 31. Dezember
2007 haben die deutschen Kernkraftwerke rund 47 Prozent der festgelegten
Gesamtstrommenge erzeugt", sagte der Präsident des BfS, Wolfram König,
heute in Salzgitter. Damit verfügt die deutsche Energiewirtschaft noch
über eine Reststrommenge von rund 1.382 Milliarden Kilowattstunden der
ursprünglich vereinbarten 2.623 Milliarden Kilowattstunden.
2007 erzeugten die Kraftwerke mit rund 133 Milliarden Kilowattstunden
deutlich weniger Elektrizität als 2006 (159 Milliarden Kilowattstunden)
und 2005 (155 Milliarden Kilowattstunden). König: "Im vergangenen Jahr
haben mehrere Kraftwerke über längere Zeiträume keinen Strom
produziert". Der Kraftwerksblock Biblis A war aufgrund von Überprüfungs-
und Revisionsarbeiten 2007 durchgehend nicht am Netz , Block Biblis B
produzierte nur im Dezember Strom. Beide Blöcke sind inzwischen wieder
am Netz. Die Kernkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel sind nach
meldepflichtigen Ereignissen im Sommer 2007 (u.a. Trafobrand Krümmel)
dagegen nach wie vor außer Betrieb. Zeitweise standen 2007 bis zu sieben
Kernkraftwerke gleichzeitig still. Trotzdem exportierte die deutsche
Energiewirtschaft 2007 19 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom als sie
importierte.
Das BfS erfasst die in den deutschen Kernkraftwerken erzeugten
Netto-Strommengen und dokumentiert die daraus nach Atomgesetz
resultierenden Reststrommengen. Diese werden einmal pro Jahr als
Gesamtbilanz veröffentlicht. König: "Die jetzt veröffentlichten Daten
vermitteln ein Bild über die abgelaufenen und die noch verbleibenden
Betriebszeiten der deutschen Kernkraftwerke". In der Praxis können sich
die Restlaufzeiten durch ungeplante Stillstände,
Verfügbarkeitseinschränkungen oder Strommengenübertragungen jedoch noch
ändern. Exakte Prognosen, wann ein Kernkraftwerk tatsächlich außer
Betrieb genommen wird, sind daher nicht möglich.
Sowohl die Jahresbilanz der produzierten Strommengen 2007 als auch die
verbleibenden Reststrommengen aller deutschen Kernkraftwerke können im
Internet unter http://www.bfs.de
abgerufen werden.
Hintergrund:
Konsensvereinbarung und Atomausstieg:
Am 11. Juni 2001 vereinbarten Bundesregierung und
Energieversorgungsunternehmen den so genannten Atomkonsens. Die zur
Umsetzung der Vereinbarung erlassene Novelle des Atomgesetzes vom 22.
April 2002, legt den geordneten Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie
zur kommerziellen Stromerzeugung fest. Danach dürfen die deutschen
Atomkraftwerke ihren Leistungsbetrieb nur bis zur Produktion der im
Atomgesetz für sie festgelegten Reststrommengen fortsetzen. Neben den
Laufzeiten der Atomkraftwerke trifft die Vereinbarung auch Regelungen
zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen. Im Rahmen des Atomkonsenses
wurden bisher zwei Reaktoren, Stade in 2003 und Obrigheim 2005,
abgeschaltet, 17 weitere sind derzeit noch in Betrieb.
Die Vereinbarung und das durch die Ausstiegsnovelle geänderte
Atomgesetz sind als Download unter http://www.bmu.de/atomenergie
erhältlich.
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