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Die Arbeiten im Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben gehen zügig
voran: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat zwei Drittel der
derzeit laufenden bergbaulichen Gefahrenabwehrmaßnahmen im Endlager für
radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) erfolgreich abgeschlossen. Jetzt
sind rund 540.000 Kubikmeter von insgesamt etwa 790.000 Kubikmetern
Hohlraumvolumen verfüllt. "Die Arbeiten liegen im Zeitplan und die am
stärksten beanspruchten Bereiche sind bereits verfüllt", erklärte
Florian Emrich, Sprecher des BfS, heute in Salzgitter. Bis Ende 2009 /
Anfang 2010 sollen insgesamt 24 Hohlräume im Zentralteil, in denen
keine radioaktiven Abfälle lagern, verfüllt werden. 16 Hohlräume sind
bereits verfüllt. Der Bund wird voraussichtlich etwa 160 Millionen Euro
in die seit Oktober 2003 laufenden bergbaulichen Gefahrenabwehrmaßnahmen
investieren.
Die Arbeiten sind nicht unmittelbar Teil der geplanten Stilllegung und
endgültigen Verschließung des Endlagers, die derzeit von der zuständigen
Planfeststellungsbehörde geprüft werden. Emrich: "Die derzeitigen
Arbeiten dienen der langfristigen Sicherung des über die Jahrzehnte
besonders beanspruchten Zentralteils des ERAM".
Aufsichtsbehörden und BfS bewerten regelmäßig die Sicherheit des ERAM.
Das BfS als Betreiber und das Landesamt für Geologie und Bergwesen
(LAGB) des Landes Sachsen-Anhalt als zuständige Bergaufsichtsbehörde
waren gemeinsam zu der Auffassung gekommen, dass in mehreren Bereichen
des Zentralteils des ERAM, in denen keine radioaktiven Abfälle lagern,
eine Gefahr für die Standsicherheit vorliegt. Sie hängt damit zusammen,
dass das Endlager in Morsleben von der damaligen DDR in einem für andere
Zwecke betriebenen Bergwerk eingerichtet wurde. Modellrechnungen
ermittelten Schäden im Salzgestein in unmittelbarer Umgebung der
Abbaue, durch die Wasser in die Hohlräume eindringen könnte. Ohne
bergbauliche Gefahrenabwehr könnten sich bislang lokal begrenzte Schäden
des Salzgebirges auf noch nicht betroffene Bereiche ausweiten und einen
geordneten sicheren Verschluss der radioaktiven Abfälle gefährden. Da
das derzeit laufende atomrechtliche Stilllegungsverfahren noch einige
Zeit in Anspruch nehmen wird, hatte das BfS beschlossen, frühzeitig zu
handeln und unverzüglich die Maßnahmen zur bergbaulichen Gefahrenabwehr
beantragt.
Durch gezieltes Einbringen von Salzbeton in einzelne ausgewählte
Bereiche im Zentralteil soll für zusätzliche Stabilität gesorgt und die
Barrierefunktion des Salzes verbessert werden. Nach dem Einfüllen härtet
dieser Spezialbeton aus und bildet mit dem Salzgebirge ein Traggewölbe,
das die aus dem umgebenden Gestein entstehenden Lasten tragen soll.
Zur Historie:
Das ehemalige Kali- und Steinsalzbergwerk in Morsleben war bislang das
einzige Endlager für radioaktive Abfälle, das in Deutschland nach dem
Atomgesetz betrieben wurde. Ausgewählt und genehmigt von den zuständigen
DDR-Behörden, ging die Zuständigkeit nach der Wiedervereinigung auf den
Bund über. 1998 wurde die Einlagerung in Morsleben nach einem
Gerichtsentscheid ausgesetzt, im April 2001 erklärte das BfS, die
Einlagerung nicht wieder aufzunehmen. Bis 1998 wurden etwa 37.000
Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Morsleben
eingelagert. Derzeit läuft das atomrechtliche Verfahren zur Stilllegung
des ERAM. Im September 2005 hat das BfS die Planunterlagen zur
Öffentlichkeitsbeteiligung für die endgültige Schließung des Endlagers
dem Umweltministerium Sachsen-Anhalt als zuständiger
Planfeststellungsbehörde übergeben. Die eigentliche Stilllegung des
Endlagers wird nach dem Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses
voraussichtlich 15 Jahre dauern.
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