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Kooperation mit Weltgesundheitsorganisation WHO

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Bundesamt für Strahlenschutz ist Kooperationszentrum der WHO
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bauen ihre Zusammenarbeit zum Schutz vor ionisierender und nicht-ionisierender Strahlung weiter aus. Mit Beginn des Jahres 2010 benannte die Weltgesundheitsorganisation das BfS erneut als anerkanntes internationales Kooperationszentrum („Collaborating Centre“, CC).

In dieser Funktion unterstützt das BfS aktiv die Arbeit der WHO. BfS und WHO arbeiten im Rahmen des CC-Programms in fünf Aufgabenfeldern zusammen:
  • Strahlenrisiken im Bereich niedriger Dosen
  • Netzwerk zur biologischen Dosimetrie
  • nicht-ionisierende Strahlung
  • Risikokommunikation Radon
  • medizinische Strahlenexposition

Strahlenrisiken im Bereich niedriger Dosen

Als WHO-Kooperationszentrum unterstützt das BfS die WHO dabei, Forschungsarbeiten zu gesundheitlichen Wirkungen und Risiken von niedrig dosierten Strahlenbelastungen international zu initiieren und zu koordinieren. In der Europäischen Union beteiligt sich das BfS zentral an der Koordinationsplattform von Strahlenschutzbehörden und Forschungseinrichtungen namens „MELODI“ („Multidisciplinary European Low Dose Initiative“) und arbeitet im Forschungsnetzwerk „DoReMi“ („Low Dose Research towards Multidisciplinary Integration“) mit, das dem Ziel dient, die Strahlenschutzforschung in Europa zu strukturieren und zu intensivieren. MELODI entwickelt dazu einen langfristig angelegten strategischen Forschungsplan. Über diese vielfältige Vernetzung kann das BfS die WHO gezielt unterstützen.

Andererseits werden durch die Zusammenarbeit von BfS und WHO die Ziele der europäischen Initiativen MELODI und DoReMi auch global verfolgt. Hierzu bestehen intensive Kontakte mit den einschlägigen Programmen in USA und Japan. Auf einer gemeinsamen Fachtagung zur Zukunft der Strahlenschutzforschung wollen internationale Strahlenschutzbehörden und Forschungseinrichtungen im Jahr 2011 den Grundstein für eine intensivere internationale Zusammenarbeit von Forschungsarbeiten im Bereich niedrig dosierter Strahlenbelastungen legen.

Netzwerk zur biologischen Dosimetrie

Als WHO-Kooperationszentrum hilft das BfS der WHO beim Auf- und Ausbau des globalen Biodosimetrie-Netzwerkes „BioDosNet“. Mithilfe der Biodosimetrie kann anhand von Blutproben die Strahlendosis bestimmt werden, der eine Person ausgesetzt war. Die Bestimmung der Strahlendosis ist unter anderem bei nicht geplanten, unfallartigen Expositionssituationen wichtig. Das BfS betreibt in Neuherberg das Referenzlabor für biologische Dosimetrie in Deutschland.

Als Folge der weltweiten Gefährdung durch radiologische oder nukleare Notfälle (wie zum Beispiel einem Anschlag mit einer "schmutzigen Bombe“ oder einem Reaktorunfall) muss das BfS darauf vorbereitet sein, die individuellen Strahlenbelastungen einer großen Anzahl Personen abzuschätzen, damit geeignete medizinische Maßnahmen ergriffen werden können. Dazu muss das BfS nicht nur die Auswertekapazität im eigenen Labor steigern, sondern auch dafür sorgen, im Einsatzfall durch andere Labore im In- und Ausland unterstützt zu werden.

Im „BioDosNet“-Netzwerk der WHO arbeiten deshalb seit 2008 Labore für biologische Dosimetrie eng zusammen. Dadurch sind sie auf mögliche große Strahlenunfälle optimal vorbereitet und können sich bei der biologischen Dosisabschätzung betroffener Personen gegenseitig helfen.

Das Netzwerk dient außerdem dazu, die Techniken zur Biodosimetrie zu verbessern und zu vereinheitlichen sowie in allen beteiligten Ländern eine vergleichbare Ausbildung sicherzustellen. Auch Länder, die selbst keine biologische Dosimetrie durchführen können, werden durch die am Netzwerk beteiligten Labore unterstützt.

Nicht-ionisierende Strahlung

Mit seinem „Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm“ (DMF) bildet das BfS als WHO-Kooperationszentrum einen Teil des internationalen EMF-Projekts. Im EMF-Projekt bewertet die WHO die gesundheitlichen Wirkungen von elektromagnetischen Feldern (EMF) und entwickelt daraus Empfehlungen für die Mitgliedstaaten und die Bevölkerung zum Gesundheitsschutz und zur Vorsorge hinsichtlich elektromagnetischer Felder. Die WHO hat viele Ergebnisse des DMF bereits für das EMF übernommen und gemeinsam mit dem BfS Informationsmaterialien veröffentlicht.

Als WHO-Kooperationszentrum fördert das BfS außerdem im „INTERSUN“-Programm Forschungsvorhaben zur Wirkung von UV-Strahlung. Mit dem INTERSUN-Programm bewertet die WHO gesundheitliche Wirkungen der UV-Strahlung und empfiehlt Maßnahmen zum Gesundheitsschutz. Das BfS erarbeitet dazu Informationsmaterial zum UV-Schutz, unter anderem für Kindergärten und Schulen.

Risikokommunikation Radon

Auch beim Schutz vor Radon ist das BfS wichtiger Ansprechpartner der WHO. Das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas Radon ist nach dem Rauchen zweitwichtigster Risikofaktor für Lungenkrebs. Im „International Radon Project“ der WHO entwickelt das BfS als Kooperationszentrum deshalb Strategien, wie die Bevölkerung über die vordringlich in Gebäuden auftretende Radonbelastung informiert und davor geschützt werden kann.

Aus dem „International Radon Project“ ist unter anderem das WHO-Handbuch zu Radon hervorgegangen, in dem die weltweit vorliegenden Erkenntnisse zum radonbedingten Lungenkrebsrisiko gesichtet und bewertet wurde. Daraus wurden Vorschläge für Referenzwerte zur Radonkonzentration in Häusern abgeleitet. Außerdem werden in dem Handbuch Hinweise zum Schutz vor Radon gegeben sowie Grundzüge einer Risikokommunikation Radon aufgezeigt. Darüber hinaus tritt das BfS dafür ein, den Schutz vor Radon in die Liste der Kriterien für nachhaltiges Bauen aufzunehmen. Für Berufsgruppen, die Baumaßnahmen planen und ausführen, wird deshalb im Rahmen des „International Radon Project“ Informationsmaterial zu Radon-Messungen, -Vorsorge und Sanierungsmöglichkeiten entwickelt, da die Radonbelastung in Gebäuden durch bauliche Maßnahmen minimiert werden kann.

Medizinische Strahlenexposition

Mit der „GLOBAL INITIATIVE on RADIATION SAFETY in HEALTH CARE SETTING“ will die WHO weltweit zur Verbesserung des Strahlenschutzes in der Medizin beitragen, und insbesondere die medizinische Strahlenexposition verringern. Das BfS unterstützt diese Initiative, indem es bei der Entwicklung und Umsetzung entsprechender Strategien mitwirkt. Derzeitige Schwerpunkte sind
  • die Entwicklung von „REFERRAL GUIDELINES“ für den adäquaten Gebrauch ionisierender Strahlung in der Diagnostik, sowie
  • die Risikokommunikation in der Kinderradiologie.
Dabei soll insbesondere das Prinzip der „Rechtfertigenden Indikation“ gestärkt werden, um unnötige Strahlenanwendungen so weit wie möglich zu vermeiden. Unter der „Rechtfertigenden Indikation“ versteht man die kritische Nutzen-Risiko-Abwägung in jedem Einzelfall durch den verantwortlichen Radiologen.
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