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Teilergebnisse: HNR-Krebs
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Teilergebnisse: Tumore des Hals-Nasen-Rachenraums
Eine hohe berufliche Radonbelastung kann das Risiko, an Krebserkrankungen des Hals-Nasen-Rachenraums zu sterben, erhöhen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der deutschen Uranbergabeiterstudie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Bisher war lediglich für Lungenkrebs ein Zusammenhang mit der Radonbelastung wissenschaftlich erwiesen.

Das Edelgas Radon

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran entsteht. Über die Atemluft können das Gas und seine radioaktiven Zerfallsprodukte in die Lunge und die oberen Atemwege (Mundhöhle, Nase, Rachen, Kehlkopf) gelangen und dort die Zellen schädigen.

Da der Erdboden und viele Baumaterialien von Natur aus geringe Mengen an Uran enthalten, ist Radon in geringen Mengen im Alltag allgegenwärtig. Besonders hohen Radonkonzentrationen waren Bergarbeiter früher im Uranabbau unter Tage ausgesetzt.

Die deutsche Uranbergarbeiterstudie

Die in der Zeitschrift Radiation and Environmental Biophysics veröffentlichten Analysen gingen der Frage nach, ob Radon neben Lungenkrebs auch andere bösartige Tumoren und Herzkreislauferkrankungen verursachen kann.

Dafür griffen die Experten des BfS auf Daten aus der deutschen Uranbergarbeiterstudie zurück. Sie stellt die weltweit größte Einzelstudie zum Thema Radon dar. Sie umfasst etwa 59.000 ehemalige männliche Beschäftigte der Wismut AG, die zwischen 1946 und 1989 in der DDR das Uran für die sowjetischen Atombomben schürften und dabei unter anderem einer starken Radonbelastung ausgesetzt waren.

Von diesen rund 59.000 Beschäftigten verstarben bis zum Jahr 2003 insgesamt 3.016 Personen an Lungenkrebs sowie 3.355 an anderen Tumoren, darunter 177 Krebsfälle der oberen Atemwege. 7.373 Todesfälle waren von Herzkreislauferkrankungen verursacht.

Radon-assoziierte Risikoerhöhung

Sowohl für Lungenkrebs als auch für die Tumoren des Hals-Nasen-Rachenraums ermittelten die Wissenschaftler mit steigender Gesamtradonbelastung einen statistisch signifikanten Anstieg des Risikos. Der Risikoanstieg war bei den Tumoren des Hals-Nasen-Rachenraums allerdings nur etwa ein Drittel so hoch wie bei Lungenkrebs. Weiterhin auffällig, jedoch nicht statistisch signifikant erhöht, war das Risiko für Magen- und Leberkrebs in Abhängigkeit von der Höhe der Radonbelastung.

Kein Hinweis konnte in der vorliegenden Studie für einen Zusammenhang zwischen der Radonbelastung und dem Auftreten der Herzkreislauftodesfällen gefunden werden. Wissenschaftlich wird die Frage eines derartigen Zusammenhangs kontrovers diskutiert.

Zusammenhang statistisch abgesichert

Die deutsche Uranbergarbeiterstudie ist die weltweit erste epidemiologische Studie, die einen Zusammenhang zwischen Tumoren des Hals-Nasen-Rachenraums und der Radonbelastung bei Bergarbeitern statistisch absichern konnte. Wegen der relativen Seltenheit dieser Krebserkrankungen ist ein Zusammenhang in kleineren Studien schwer nachweisbar.

Zur Zeit kann allerdings nicht völlig ausgeschlossen werden, dass ein Teil der radon-assoziierten Risikoerhöhung auf andere Faktoren wie z.B. Alkoholkonsum zurückzuführen ist, über die keine oder nur wenige Informationen vorliegen. Da Informationen über die berufliche Staub- und Arsenbelastung sowie teilweise zum Rauchverhalten vorhanden sind, konnten diese als Erklärung für die Risikoerhöhung weitgehend ausgeschlossen werden.

Weitere Informationen

Die Ergebnisse wurden im Oktober 2009 in Radiation and Environmental Biophysics im Advance Online Access veröffentlicht.
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