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Andere Wismut-Studien des BfS
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Gepoolte Europäische Kohortenstudie: Alpha-Risk
Eingebettete Fall-Kontroll-Studie zu Lungenkrebs
Studie an Kindern von Wismutarbeitern
Studie zu molekularen Effekten
Innerhalb des EU-Alpha-Risk Projektes werden die Daten aus den französischen, tschechischen und deutschen Kohortenstudien an ehemaligen Uranbergarbeitern gemeinsam im Hinblick auf Krebsrisiken durch niedrige Strahlenexposition untersucht. Des Weiteren wird die Strahlendosis für einzelne Organe abgeschätzt und das Risiko berechnet, dass vom jeweiligen Organ eine Krebserkrankung ausgeht bzw. dass die Person an dieser Krebserkrankung verstirbt. Basierend auf dem ersten Follow-up (Beobachtungszeit bis 1998) und mit Beschränkung auf die Subkohorten B und C (Beschäftigungsbeginn nach 1954), wurden die Wismut Daten in das EU-Alpha-Risk Projekt eingebracht.
Für das Lungenkrebsrisiko der Bergarbeiter spielt die Belastung durch Radon und seine Folgeprodukte eine wesentliche Rolle. Es gibt allerdings weitere wesentliche Risikofaktoren für Lungenkrebs, die bei Bergarbeitern ebenfalls zu berücksichtigen sind. Der bedeutendste Risikofaktor ist hier das Rauchen. Hinzu kommen weitere Risikofaktoren wie die berufliche Exposition gegenüber anderen Lungenkarzinogenen, zum Beispiel Arsen oder Asbest. Informationen zum Rauchen oder zur beruflichen Exposition außerhalb der Tätigkeit bei der Wismut sind für die Gesamtkohorte (n = 59.000 Bergarbeiter) praktisch kaum vorhanden. Aus diesem Grunde wurden für eine Untergruppe von 700 Lungenkrebssterbefällen (sog. Fälle) und 1.400 nicht an Lungenkrebs verstorbenen Kontrollpersonen (sog. Kontrollen) aus der Wismut-Kohorte Informationen zum lebenslangen Rauchverhalten und zum beruflichen Kontakt zu Krebs erzeugenden Substanzen außerhalb der Wismuttätigkeit gesammelt. Dies geschah zum einen über Befragung von Studienteilnehmern oder – im Todesfall – ihrer Angehörigen und zum anderen über Recherchen in den Unterlagen des ehemaligen Gesundheitsdatenarchivs der Wismut.
Erste Ergebnisse
Da Informationen zum Rauchen in der Wismut-Kohorte nur vereinzelt und sehr ungenau vorhanden waren, konnte Rauchen bei der Abschätzung des Lungenkrebsrisikos durch Radon bisher nicht berücksichtigt werden. Falls das Rauchverhalten aber in einem Zusammenhang mit der beruflichen Radonexposition steht, könnte dies theoretisch zu einer Unter- oder Überschätzung des wahren Risikos für Lungenkrebs durch Radon führen. Für 421 Lungenkrebssterbefälle und 620 Kontrollpersonen der Fall-Kontroll-Studie konnte das frühere Rauchverhalten bestimmt werden. Die statistische Auswertung dieser Datenbasis zeigte keine gravierenden Unterschiede im Lungenkrebsrisiko durch Radon mit und ohne Berücksichtigung des Rauchverhaltens. So betrug der Risikoanstieg 0,23% pro WLM mit Berücksichtigung des Rauchens und 0,25% ohne Berücksichtigung des Rauchens. Rauchen stellt also keine wesentliche Störgröße für die Abschätzung des Lungenkrebsrisikos durch Radon in der Wismutkohorte dar. Dieser Teil der Studie wurde über ein Vorhaben der Europäischen Kommission gefördert und 2010 in der Fachzeitschrift „Health Physics“ veröffentlicht (Schnelzer et al, 2010
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Die Frage, ob eine hohe Strahlenexposition der Väter zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den Nachkommen führt, wird zur Zeit in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. So gibt es aus Kanada einen Hinweis auf ein möglicherweise erhöhtes Leukämierisiko von Kindern von Uranbergarbeitern. Um der Frage möglicher genetischer Effekte nachzugehen, führte das BfS eine Machbarkeitsstudie für eine Kohortenstudie bei etwa 7.000 Nachkommen von Uranbergarbeitern durch. Eine erste Auswertung der Daten zeigte eine Reihe von methodischen Problemen, die die Aussagekraft einer solchen Studie stark einschränken würden. Dazu zählen ein hoher Prozentsatz fehlender Todesursachen bei den verstorbenen Nachkommen insbesondere für die Sterbejahre zwischen 1950 und 1970, ein nicht unbeträchtlicher Anteil nicht zu ermittelnder Nachkommen und eine relativ geringe Strahlenbelastung der Gonaden vor Konzeption der Kinder bei den Wismutbeschäftigten. Aufgrund dieser methodischen Probleme wurde beschlossen, dieses Vorhaben nicht weiter zu verfolgen.
Eine neue Zielsetzung im Rahmen der Uranbergarbeiterstudie betrifft die Untersuchung molekularer Effekte von Strahlung und anderer Noxen. Im Jahr 2007 wurden hierzu mehrere Forschungsvorhaben gestartet, in denen biologisches Probenmaterial (zum Beispiel Blutproben oder Gewebeproben aus Sektionen) von ehemaligen Wismutbeschäftigten gesammelt wird. Folgende Ziele werden dabei verfolgt:
- Untersuchung der individuellen Strahlenempfindlichkeit bei sehr jung an Lungenkrebs erkrankten früheren Wismutbeschäftigten;
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Ermittlung potentieller Biomarker für Arsen- und/oder Radonexposition mit Hilfe von Proteomik und cDNA Microarraytechniken;
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Untersuchung molekularer Signaturen kombinierter Schadstoffwirkungen bei Lungenkrebs.
Ziele der Studie
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Verbesserung des gegenwärtigen Wissens über die Zusammenhänge zwischen ionisierender Strahlung und der Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Krebserkrankungen und über Effekte auf molekularer Ebene;
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Schaffung wissenschaftlicher Grundlagen zur Aufarbeitung gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Uranerzbergbau;
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Schaffung einer Grundlage zur Ableitung wirksamer Schutzmaßnahmen vor den Gefahren des Radons – sowohl für Bergleute als auch für den vorbeugenden Gesundheitsschutz der übrigen Bevölkerung, zum Beispiel erhöhte Radonkonzentrationen in Wohnungen.
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